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0282 - Zombies stürmen New York

0282 - Zombies stürmen New York

Titel: 0282 - Zombies stürmen New York
Autoren: Jason Dark
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Woher sie kamen, wußte wohl nur derjenige genau, dem sie gehorchen mußten. Und der stand auf Deck wie ein König. Eine hochgewachsene Gestalt, größer als ein Mensch, aber im Aussehen ähnlich.
    Wer ihn aus der Ferne sah, entdeckte nur die weiße, manchmal ins Beige hineintendierende Farbe seines Körpers.
    Besah man ihn allerdings aus der Nähe und schaute genau hin, so waren unter der Haut die grünen Knochen zu erkennen, die sich zu einem Skelett vereinigten.
    Helle Haut und grüne Knochen.
    Da gab es nur einen, der so aussah. Xorron!
    Er war es in der Tat, und er befehligte auch die Galeere der Zombies.
    Xorron nannte sich Herr der Zombies und Ghouls, er kommandierte das unendlich erscheinende Heer dieser Schreckensgestalten, und er war der einzige »Überlebende« der alten Mordliga. Nichts hatte ihn erschüttern können.
    Seine untoten Sklaven ruderten. Er hatte sie aus dem Wasser geholt, ertrunkene Seeleute, die durch seine Magie erweckt worden waren und ihm nun zur Seite standen.
    War die Mordliga auch zerstört worden, so hatte Xorron seine großen Pläne nicht aufgegeben. Und seine Helfer brauchten das gleiche wie er.
    Menschen!
    Sie mußten diesem unheilvollen Drang nachkommen, und Xorron hatte keine Veranlassung gesehen, sich diesem zu widersetzen. Sie sollten Menschenopfer bekommen. Er wollte für eine Invasion sorgen, wie sie ein Land noch nie erlebt hatte.
    Um den Schrecken zu verbreiten, mußte er an einem zentralen Punkt beginnen. Er hatte sich einen Nerv ausgesucht, an dem er die Menschen empfindsam treffen konnte.
    New York.
    Die Stadt. Von ihr gingen die Impulse aus. Sie strahlte das ab, was andere Städte gern hätten. In ihr zuckte, brodelte und kochte es. Da lebten die Menschen inmitten einer Hölle aus Gewalt, Beton, Armut und Verbrechen. So jedenfalls die eine Seite.
    Es gab auch das andere New York. Das der Künstler, der Kreativen, die jeden Sonnenstrahl feierten und New York zu einem Hexenkessel brodelnder Gefühle machten.
    Wenn diese beiden Gegensätze zusammenstießen und durch die Zombies in Panik gerieten, hatte Xorron einen Teil seiner Aufgabe schon erfüllt.
    Noch einen Grund gab es, in diese Stadt zurückzukehren. Hier war er wieder auferstanden. Tief unter dem Central Park hatte er verborgen gelegen, um schließlich von Dr. Tod erweckt zu werden. Der hatte ihm damals die Chance gegeben, überhaupt wieder zu leben, und Xorron war ihm bis zu dessen Vernichtung dankbar gewesen. [1]
    Während die Zombies die schwere Galeere durch die Fluten ruderten, stand Xorron am Bug des Schiffes. Er hatte sich dort wie ein helles Denkmal aufgebaut, den Blick nach Westen gerichtet, seinem Ziel zu, das New York hieß.
    Noch sah er nichts. Nur der graue Atlantik wogte um ihn herum. Hin und wieder entdeckte er ein Flugzeug, das seine Bahn am blauen Himmel zog.
    Es war heiß. In den Städten kochte und dampfte es. Davon merkte Xorron nichts. Bei ihm spielten weder Wärme noch Kälte eine Rolle.
    Xorron war gegen so etwas unempfindlich.
    Am Horizont sah er auch ein Schiff. Es fuhr schneller, als die Galeere, und schon bald waren die Umrisse des Dampfers vom Horizont verschluckt worden.
    Das Meer lag wieder frei vor ihm.
    Xorron wandte sich ab. Hin und wieder inspizierte er sein Schiff und die Rudersklaven.
    Es war keine besonders große Galeere, die Xorron da befehligte, sondern eine ganz normale. Zwei Decks besaß sie, und die waren mit Zombies gefüllt.
    Xorron drehte sich um den Hauptmast herum und stieg in das untere Deck, wo die erste Lage Zombies an den Ruderstangen hockte.
    Das Holz ächzte und stöhnte unter den schweren Tritten des Wesens, als er sich in das Halbdunkel begab.
    Ein Mensch wäre vor Grauen zurückgeschreckt.
    Es waren ja nicht nur die bleichen Gestalten mit den mageren, manchmal halb verwesten Körpern, die stumpfsinnig ihrer Tätigkeit nachgingen und nie ermüdeten, sondern auch der bissige, drückende Verwesungsgestank, der das untere Deck schwängerte und wegen der schlechten Lüftung sich dort auch festsetzte.
    Xorron machte so etwas nichts aus. Er hatte sich längst an seine Helfer gewöhnt. Zudem war er auch nicht anders, und er glaubte fest daran, daß es ihm diesmal gelingen würde, eine Stadt zu erobern.
    Er hatte es während seiner Aufweckung ebenfalls versucht, es war ihm nicht gelungen, weil es da einen Mann namens John Sinclair gab, der ihm einen Riegel vorsetzte.
    Xorron mußte sich bücken, sonst wäre er mit seinem Schädel unter der Decke entlang geschabt. Er

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