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Verführung der Nacht: Ein Vampirthriller (German Edition)

Verführung der Nacht: Ein Vampirthriller (German Edition)

Titel: Verführung der Nacht: Ein Vampirthriller (German Edition)
Autoren: Jeanne C. Stein
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vier Augen. Jetzt schüttele ich erst einmal den Kopf. »David, wo soll ich denn sonst hin? Wenn du nicht willst, dass ich allein bin, bleibt nur noch Michael übrig.«
    »Nein«, beharrt er. »Du musst nicht zu Michael. Du kannst bei mir bleiben.«
    Darüber muss ich herzlich lachen. »O ja. Das ist eine gute Idee. Deine Freundin wird überglücklich sein. Gloria hasst mich ohnehin schon. Wenn ich jetzt bei dir bleibe, müsstest du mein Essen vorkosten und die ganze Nacht Wache an meinem Bett halten, damit sie mich nicht im Schlaf ersticht.«
    Sein Gesichtsausdruck wechselt von Besorgnis zu Empörung. »Gloria hasst dich nicht. Warum sagst du so etwas?«
    Doch bevor ich antworten kann, tritt Dr. Avery zwischen uns, mit leicht verärgerter Miene. »Ich wollte keinen Streit auslösen«, sagt er mit einem ungeduldigen Unterton zu David. »Es liegt wirklich ganz bei Anna, ob sie allein sein möchte oder nicht. Und wenn sie das nicht möchte, kann sie, glaube ich, sehr gut selbst entscheiden, bei wem sie sich am wohlsten fühlt.«
    Ich sehe Dr. Avery an, ein wenig erstaunt über die Art, wie er sich für mich stark macht. Aber mir entgeht auch nicht, welche Wirkung das auf David hat. Dr. Averys strenger Tonfall geht ihm gegen den Strich. Ich erkenne an seinem angespannten Unterkiefer und der kleinen Ader, die nun an seiner Stirn pulsiert, dass er kurz davorsteht, Dr. Avery zu sagen, wo genau er sich seine ärztliche Meinung hinstecken kann.
    Ich richte mich ein Stückchen auf. »Okay, Jungs, könnten wir uns jetzt alle wieder abregen?«
    Ein Herzschlag verstreicht, bis die beiden Männer ihren Blickkontakt abbrechen und sich zu mir umdrehen.
    »David, ich weiß deine Besorgnis zu schätzen. Ehrlich. Aber Gloria will mich sicher nicht in deinem Haus haben –« Er hebt die Hand, um zu protestieren, aber ich weiß, was er sagen will, und schneide ihm das Wort ab. »Ganz gleich, aus welchem Grund. Sie will mich überhaupt nicht in deinem Leben haben. Sie glaubt, dass du meinetwegen Kopfgeldjäger geworden bist, nicht umgekehrt.«
    Dr. Avery blickt zwischen uns beiden hin und her. »Wie sind Sie überhaupt zusammengekommen?«
    David ignoriert die Frage, ja, er bemüht sich sehr, Dr. Avery an sich zu ignorieren, deshalb antworte ich ihm. »David gefielen die Möglichkeiten nicht, die ehemaligen Football-Spielern nach der aktiven Karriere offen stehen – Gebrauchtwagen verkaufen oder Sportreporter werden. Ich hatte keinen Spaß am Unterrichten mehr. Wir haben uns auf dieselbe Anzeige von einem Kautionsagenten gemeldet, der Unterstützung beim Auffinden von Kautionsflüchtigen brauchte. Es stellte sich heraus, dass David und ich ein gutes Team ergaben, und dann dauerte es nicht mehr lange, bis wir uns selbständig gemacht haben.«
    David gibt ein Brummen von sich. »Das hat alles nichts damit zu tun, wohin du gehen solltest, wenn du hier entlassen wirst.«
    »Aber es hat etwas damit zu tun, warum Gloria mich nicht leiden kann. Sie glaubt, es sei meine Schuld, dass du nicht bei ihr in L.A. wohnst.«
    Dr. Avery wirft David einen fragenden Blick zu. »L.A.?«
    Wieder einmal ignoriert David seine Frage demonstrativ. Und wieder antworte ich Dr. Avery.
    »Gloria ist ein berühmtes Model. Sie kennen doch diese Fernseh-Werbespots von Victoria’s Secret? Dann kennen Sie auch Gloria.«
    Er wirkt beeindruckt. Wie die meisten Männer. Das kann einen wirklich aufregen.
    »Also. So ist das.« Das klingt ein wenig schriller, als ich beabsichtigt hatte. Ich atme tief durch. »Jedenfalls ist Michael mein bester Freund, schon seit der Grundschule. Er kann sich besser um mich kümmern als sonst irgendjemand.«
    David öffnet den Mund, doch Dr. Avery kommt ihm zuvor. »Das wäre also geklärt. Anna, ich möchte, dass Sie jetzt versuchen aufzustehen. Ich schicke Ihnen eine Schwester, die Ihnen beim Duschen hilft. Wir behalten Sie noch so lange hier, bis wir sicher sind, dass Sie sich einigermaßen bewegen können, und dann dürfen Sie Ihren Freund anrufen.«
    Eine heftige Mischung aus Wut, Abscheu und Fassungslosigkeit spiegelt sich auf Davids Gesicht. »Das glaube ich einfach nicht.« Sein Tonfall klingt täuschend gelassen. Das ist ein schlechtes Zeichen.
    »Danke, Dr. Avery«, sage ich und winke ihn praktisch hinaus. »Lassen Sie mich noch einen Moment mit David sprechen, bevor Sie diese Schwester hereinschicken.«
    Davids Wut strahlt von ihm aus wie seismische Wellen. Zum Glück scheint Dr. Avery sie zu spüren und tritt hastig
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