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Straße des Todes: Thriller (German Edition)

Straße des Todes: Thriller (German Edition)

Titel: Straße des Todes: Thriller (German Edition)
Autoren: Robert Crais
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Prolog:
    Jack und Krista
     
    Jack Berman schlang die Arme um seine Freundin Krista Morales und beobachtete, wie sein Atem in der kalten Wüstenluft kondensierte. Zwanzig Minuten nach Mitternacht, vierzehn Meilen südlich von Rancho Mirage in der ansonsten undurchdringlichen Finsternis der Anza-Borrego wurden Jack und Krista in das grelle violette Licht der Scheinwerfer getaucht, die oben an Danny Trehorns Truck prangten. Jack liebte dieses Mädchen so sehr, dass sein Herz im Gleichtakt mit ihrem schlug.
    Trehorn ließ den Motor aufheulen.
    »Kommt ihr jetzt oder was?«
    Krista kuschelte sich tiefer in Jacks Arme.
    »Lass uns noch ein bisschen bleiben. Nur wir beide. Ohne die. Ich möchte dir was sagen.«
    Jack rief seinem Freund zu:
    »Mañana, Alter. Wir bleiben noch.«
    »Morgen geht’s früh los, Bruder. Wir sehen uns um neun.«
    »Wir sehen uns gegen Mittag.«
    »Weichei! Wir werden deinen Arsch schon aus den Federn holen!«
    Trehorn zog sich in seinen Truck zurück und wendete Richtung Stadt. »Ritt der Walküren« schmetterte aus seiner Anlage. Chuck Lautner und Deli Blake klemmten sich mit Chucks altem Land Cruiser dicht hinter ihn, ihre Scheinwerfer glitten kurz über Jacks Mustang, der ein Stück weiter oben an der alten County-Straße parkte, wo das Gelände flacher war. Sie waren hier rausgekommen, um Krista das Wrack eines Drogenschmugglerflugzeugs zu zeigen, das 1972 hier abgestürzt war. Krista hatte es unbedingt sehen wollen.
    Jack fröstelte, als ihre Hecklichter langsam verschwanden, und die Wüste wurde dunkler. Eine schmale Mondsichel und ein bewölktes Sternenfeld spendeten gerade genug Licht, um noch einigermaßen sehen zu können.
    »Dunkel«, meinte Jack.
    Sie antwortete nicht.
    »Kalt«, sagte Jack.
    Er schmiegte sich dichter an sie, drängte sich eng an ihren Rücken. Beide starrten ins Nichts. Jack fragte sich, was sie wohl gerade sehen mochte.
    Krista war den ganzen Abend nachdenklich gewesen, obwohl gerade sie darauf gedrängt hatte herzukommen, und dass sie ihm jetzt etwas sagen wollte, ließ irgendwie nichts Gutes erahnen. Jack hatte das mulmige Gefühl, dass sie entweder schwanger war oder ihn abservieren wollte. Krista stand zwei Monate vor ihrem Examen mit summa cum laude an der Loyola Marymount University und hatte bereits einen Job in D.C. angenommen. Jack dagegen hatte das Studium an der USC, der University of Southern California, abgebrochen.
    Er drückte ihr seine Nase ins Haar.
    »Mit uns alles okay?«
    Sie rückte weit genug von ihm ab, um ihn aufmerksam zu mustern, dann lächelte sie.
    »Es ging zwei Menschen nie besser als uns. Ich liebe dich unendlich.«
    »Hab mir schon Sorgen gemacht.«
    »Danke, dass du Danny rumgekriegt hast, mit uns hier rauszufahren. Ich glaube, er wollte eigentlich gar nicht mit.«
    »Es ist ein langer Weg, wenn man’s schon eine Million Mal gesehen hat. Seit der Highschool kommt er nicht mehr her.«
    Laut Trehorn war die zweimotorige Cessna 310 nachts während eines Sandsturms mit einer Ladung Koks abgestürzt. Ein Dealer aus der Gegend namens Greek Cisneros hatte genug Kakteen und Steine beiseitegeräumt, um eine Landepiste mitten in der Wüste zwanzig Meilen außerhalb von Palm Springs anzulegen, und mit dem Flugzeug hatte er Kokain und Marihuana aus Mexiko ins Land geholt, fast immer nachts, wenn der Umriss der Landebahn mit Kübeln voll brennendem Benzin markiert war. In der Absturznacht streifte eine Tragfläche den Boden, das Fahrwerk knickte ein, und der linke Flügel riss hinter dem Propeller ab. Treibstoff, der aus dem aufgerissenen Tank auslief, entzündete sich und hüllte die Maschine in Flammen. Die Motoren und Instrumente waren schon vor langer Zeit ausgeschlachtet worden, aber der aufgerissene Rumpf blieb rostend an der Absturzstelle liegen, korrodiert und mit Generationen sich überlagernder Graffiti und aufgesprayter Initialen bedeckt: LJ+DF, leck mich, PSHS#1.
    Krista nahm seine Hand und zog ihn Richtung Flugzeug.
    »Komm mit. Ich möchte dir was zeigen.«
    »Kannst du mir das nicht auch im Auto erzählen? Mir ist kalt.«
    »Nein, nicht im Auto. Es ist wichtig.«
    Jack folgte ihr den Rumpf entlang zum Heck und fragte sich, was sie ihm an diesem blöden Flugzeug zeigen wollte, doch stattdessen führte sie ihn auf die Reste der zugewucherten Landebahn. Sie starrte in die Dunkelheit, die die Wüste verhüllte. Ihre klugen schwarzen Augen leuchteten wie Juwelen, in denen sich das Sternenlicht brach. Jack berührte ihr

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