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JFK - Staatsstreich in Amerika (German Edition)

JFK - Staatsstreich in Amerika (German Edition)

Titel: JFK - Staatsstreich in Amerika (German Edition)
Autoren: Mathias Bröckers
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Ein kurze Geschichte der kubanischen Revolution
    In der Nacht des 15. Februar 1898 erschütterte eine gewaltige Explosion den ruhigen Hafen von Havanna. Die USS Maine , ein Schlachtschiff der US Navy, das dort seit drei Wochen vor Anker lag, zerbarst, ging in Flammen auf, sank auf Grund und riss 266 Seeleute in den Tod. Die Ursache des Unglücks ist bis heute ungeklärt, doch für die von den Pressemagnaten Joseph Pulitzer und William Hearst dominierten US-Medien war die Sache sofort eindeutig: Die in Kuba herrschenden Spanier hatten das Schiff mit einer Mine gesprengt. Schon ein Jahr zuvor hatten die Zeitungen begonnen, blutrünstige Geschichten über die Schreckensherrschaft der Spanier und den Aufstand kubanischer Rebellen zu veröffentlichen, um die auf Neutralität bedachte Regierung des Präsidenten William McKinley zu einer militärischen Intervention zu bringen, doch sowohl der Präsident als auch die über große Zucker-, Tabak- und Minenunternehmen auf Kuba verfügende US-Industrie sahen ihre Interessen bei den spanischen Kolonialherren in guten Händen. Nachdem Hearst seinen Reporter und Zeichner Frederic Remington auf die Insel geschickt hatte, um über den Aufstand der Rebellen und den tobenden Bürgerkrieg zu berichten, und dieser nichts davon vorfand und kabelte: »Hier ist kein Krieg. Ich möchte wieder zurückkehren«, kam von Hearst die berühmt gewordene Antwort: »Bleiben Sie. Sorgen Sie für die Bilder, ich sorge für den Krieg.« Was er dann auch tat und mit fortgesetzten Horrorstorys in seinen Zeitungen die US-Industriellen überzeugte, Druck auf McKinley auszuüben, der schließlich die USS Maine »in friedlicher Mission« nach Havanna schickte, um »amerikanische Bürger zu schützen«. Nach der Explosion des Schiffs, die von den Spaniern – wie auch von späteren US-Untersuchungen – einer internen Entzündung im Kohleraum zugeschrieben wurde, die auf den Munitionsbunker übergriffen habe, gab es indessen kein Halten mehr. Marineminister Theodore Roosevelt befahl den Angriff auf die spanische Flotte vor den Philippinen und leitete selbst den Angriff der US Navy auf Kuba, was nicht nur den Beginn des Spanisch-Amerikanischen Kriegs markierte, sondern auch den ersten Auftritt der bis dahin antikolonialen USA auf der imperialistischen Weltbühne. Mit der Vertreibung der ersten globalen Imperialmacht Spanien von ihren Besitztümern auf den Philippinen, Hawaii und Kuba nahm der Aufstieg der Vereinigten Staaten, die erst wenige Jahrzehnte zuvor ihrerseits das Joch Englands, der zweiten globalen Kolonialmacht, abgeschüttelt hatten, seinen Anfang. Anders als die alten Weltmächte und ihre klassische – auf Sklavenhaltung und, wie im Falle des britischen Empires, auf dem Opiumgeschäft basierende – Kolonialherrschaft setzten die »freiheitlichen« USA allerdings auf »Autonomie« der eroberten Länder und dort ihnen freundlich gesinnte »souveräne« Regierungen. Wobei es sich dabei in aller Regel um eine Pseudosouveränität handelte, die stets militärischen Interventionen unterworfen war, sobald durch »freie Wahlen« US-Geschäftsinteressen berührt waren. So auch in Kuba, wo sich in den folgenden Jahrzehnten diverse Militärmachthaber von amerikanischen Gnaden ablösten, darunter der mit dem Geld von den US-Industriellen Rockefeller, Guggenheim und Morgan 1925 ins Amt gehievte General und Geschäftsmann Gerardo Machado, dessen faschistisches Regime ihm den Namen »tropischer Mussolini« einbrachte, sowie seinen Nachfolger Fulgencio Batista, dessen 1933 in Gang gesetzte Verfassungsreformen anfangs als vorbildlich galten, der sich aber bald als ebenso autokratisch und korrupt wie sein Vorgänger herausstellte. Als Batista angesichts seiner zu scheitern drohenden Wiederwahl mit einem Militärputsch 1952 die Verfassung teilweise außer Kraft setzte, zeigte ein junger Rechtsanwalt, der 26-jährige Dr. Fidel Castro Ruz, diesen Verfassungsbruch vor dem obersten Gerichtshof in Havanna an und rief nach der Abweisung der Klage zum Widerstand gegen das Batista-Regime auf. Nachdem er und 160 Mitstreiter im Juli 1953 erfolglos versucht hatten, eine Kaserne in Santiago de Cuba zu stürmen, wurde er verhaftet und zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt, kam aber 1955 im Rahmen einer Generalamnestie frei. Er ging nach Mexiko ins Exil, ließ sich mit seinen Gefährten im Guerillakrieg ausbilden und startete mit ihnen im Dezember 1956 den bewaffneten Kampf in Kuba, der nach zwei Jahren zum Sturz des

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