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Francisco Pizarro - Der Eroberer Von Peru

Francisco Pizarro - Der Eroberer Von Peru

Titel: Francisco Pizarro - Der Eroberer Von Peru
Autoren: Arthur Schurig
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Francisco Pizarro und seine Brüder
I
    Francisco Pizarro (1478–1541), der spätere Generalkapitän, Marques und Ritter des Santiago-Ordens, Kaiserlicher Statthalter von Neu-Kastilien, berühmt als Eroberer von Perú, ist geboren in Truxillo, einer ländlichen Stadt des Gaues Estremadura. Sein Vater war Gonzalo Pizarro, einer der zahlreichen armen Edelleute, die in allen Jahrhunderten die Königlichen und Kaiserlichen Ranglisten zieren. Er hat es bis zum Obristen im Fußvolk gebracht und ist unter den üblichen Auszeichnungen Teilnehmer an verschiedenen Feldzügen, insbesondere in Italien unter Gonzalo von Cordova, dem Gran Capitano, gewesen. Verheiratet war dieser Pizarro mit einer Dame aus altem Geschlecht. Ein Sohn aus dieser Ehe ist Hernando Pizarro, von dem im Laufe dieser Erzählung des öfteren die Rede sein wird. Er ist, hundert Jahre alt, um 1565 in Truxillo gestorben.
    Witwer geworden, beglückte der alte Haudegen Gonzalo eine junge Magd namens Francesca Gonzales mit flüchtiger Liebschaft. Ihr hat Francisco Pizarro sein Leben zu verdanken. Später ist sie die Mutter eines gleichfalls unehelichen Sohnes geworden, der als Martino de Alcantára ein abenteuerliches Dasein führte.
    Ein dritter und vierter Bruder oder vielmehr Halbbruder unseres Francisco Pizarro, von andern Geliebten des Vaters stammend, sind: Juan Pizarro (gefallen 1536) und Gonzalo Pizarro (1506–1548). Auch auf diese beiden kommen wir zurück.
    Eine Verwandte vom Oberst Pizarro war die Mutter des Ferdinand Cortes (1485–1547), des Eroberers von Mexiko: Katilina Pizarro Altamirano.
    Francisco Pizarro wuchs auf dem väterlichen Gut auf. Das früheste, was wir von ihm wissen, ist, daß er als kleiner Junge die Schweine hütete. Seine Feinde haben ihn ob dieser homerischen Beschäftigung gelegentlich den »Porquero« (Sauhirt) gescholten. In eine Schule ist er nie gegangen. Lesen und Schreiben blieb ihm fremd. Ja, es wird berichtet, daß er nicht einmal seinen Namenszug malen konnte, sondern zeitlebens nur einen selbstbewußten Schnörkel unter die diversen Dokumente zu setzen pflegte. Gesagt sei allerdings, daß im damaligen Spanien manch hoher Herr mit Tinte und Feder ebensowenig wie dieser glückliche Landsknecht umzugehen verstand.
    Was unser Francisco bis zu seinem 32. Lebensjahre trieb, ist der Nachwelt im Einzelnen leider unbekannt. Wahrscheinlich ist er mit sechzehn oder siebzehn Jahren Soldat geworden und hat früh zu befehlen gelernt. Er war von kräftigem Körperbau, gewöhnt an Mühsal und Entbehrung. Mit Passion saß er auf einem guten Pferde, liebte das Ballspiel, schwamm wie eine Fischotter und begab sich leidenschaftlich gern in Gefahr. Vom Hazard, besonders wenn ihm die liebe Frau Fortuna ihre Rückseite zeigte, bekam man ihn nicht so leicht weg, es sei denn, Soldatenpflichten riefen ihn. Den Tafelfreuden hingegen gab er sich maßvoll hin. Auch beim Becher verlor er nie seine Würde. Seine Kleidung war immer schlicht und solid, auch in späteren Jahren, wo er ein berühmter und machtvoller Mann war. Hierin glich er Hannibal und Bonaparte. Dem obersten Führer dürfen nur Roß und Degen kostbar sein.
    Am 11. Juni 1496 kehrte Kolumbus von seiner ersten Amerikafahrt zurück. Alsbald war ganz Spanien erfüllt von phantastischen Eroberungsplänen. Vermutlich hat sich Pizarro an der zweiten Reise des großen Entdeckers beteiligt, die am 30. Mai 1498 von Sevilla aus vonstatten ging. Der Zwanzigjährige verblieb in der Neuen Welt; aber erst 1510 hören wir Bestimmtes davon.
    In diesem Jahre beteiligte er sich, von Hispaniola (Haiti) aus, an einer Unternehmung des abenteuerlichen Ritters Alonzo de Hojeda, nach Neu-Andalusien, auf der Tierra Firme (Festland) am Golf von Darien. Ursprünglich wollte sich auch Ferdinand Cortes, der damals in San Domingo (auf Haiti) weilte, an diesem Zug beteiligen, aber sein glücklicher Stern hielt ihn im letzten Augenblick ab.
    Der Versuch, sich in Uraba festzusetzen, mißlang. Hojeda für seine Person begab sich sehr bald nach Hispaniola zurück, um Hilfskräfte heranzuholen. An seiner Stelle blieb Franzisco Pizarro zurück. Aber die giftigen Pfeile der Karaiben lichteten die kleine Schar der Ansiedler, und schließlich mußte sich der winzige Rest auf einem kleinen Fahrzeuge einschiffen.
    Auf der Fahrt nach Veragua (auf dem Isthmus) traf man ein Schiff des Enciso, von dem nochmals die Rede sein wird, bei dem sich auch der alsbald berühmt gewordene Vasco Nunez de Balboa befand. Mit diesem schloß

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