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Die Zeit der Hundert Königreiche - 4

Die Zeit der Hundert Königreiche - 4

Titel: Die Zeit der Hundert Königreiche - 4
Autoren: Marion Zimmer-Bradley
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forschend an. »Du hast doch bestimmt keine Feinde in meines Vaters Halle! Wie viele junge Männer deines Alters haben wohl schon die Kriegerschnur erhalten und sind zum Bannerträger des Königs ernannt worden, noch bevor sie sechzehn Jahre alt wurden? Und als du Dom Ruyven von Serrais und seinen Friedensmann tötetest und bei Snow Glen zweimal das Leben des Königs rettetest … «
Bard schüttelte den Kopf. »Lady Ariel liebt mich nicht. Sie würde diese Heirat mit Carlina unterbinden, wenn sie könnte. Und sie ist zornig, daß ich es war und nicht du, Beltran, der Ruhm auf’ dem Schlachtfeld errang.«
Das wollte Beltran nicht wahrhaben. »Vielleicht liegt das in der Art einer Mutter. Es ist ihr nicht genug, daß ich Prinz und Erbe des Throns meines Vaters hin. Ich soll auch noch Kriegerruhm erringen. Oder vielleicht … « - er versuchte, einen Scherz daraus zu machen, aber Bard spürte, daß auch Bitterkeit dabei war - >~… vielleicht fürchtet sie, dein Mut und dein Ruhm werden meinen Vater veranlassen, von dir besser zu denken als von seinem Sohn.«
Bard entgegnete: »Ja, Beltran, du hast den gleichen Unterricht gehabt wie ich, auch du hättest dir die Ehrenzeichen eines Kriegers gewinnen können. Das sind eben die Wechselfälle des Krieges, nehme ich an, beziehungsweise die des Schlachtfeldes.«
»Nein«, widersprach Beltran, »ich bin kein geborener Krieger, ich habe nicht deine Begabung dafür. Alles, was ich fertigbringe, um mit Ehren aus der Sache hervorzugehen und meine Haut in einem Stück zu halten, ist, daß ich jeden töte, der sie mir ritzen will.«
Bard lachte. »Glaub mir, Beltran, mehr tue ich auch nicht.« Aber Beltran schüttelte düster den Kopf. »Manche Männer sind zum Krieger geboren, andere werden zum Krieger gemacht. Ich bin keins von beiden.«
Geremy versuchte, einen leichteren Ton ins Gespräch zu bringen. »Aber du brauchst kein großer Krieger zu sein, Beltran. Du mußt dich darauf vorbereiten, eines Tages Asturias zu regieren. Dann kannst du so viele Krieger haben, wie du möchtest, und wenn sie dir gut dienen, spielt es gar keine Rolle, ob du weißt, an welchem Ende man ein Schwert halten muß. Du wirst der eine sein, der alle Krieger befehligt, und auch alle Zauberer … Willst du mich, wenn dieser Tag kommt, als deinen Laranzu haben?« Er benutzte das alte Wort für Zauberer, und Beltran grinste und schlug ihm auf die Schulter.
»Ich werde einen Zauberer und einen Krieger als Pflegebrüder haben, und wir drei zusammen werden Asturias mit dem Schwert und mit Zauberei gegen alle seine Feinde schützen. Aber die Götter mögen uns gnädig sein und diese Tage noch weit in der Zukunft liegen. Geremy, schick deinen Pagen noch einmal in den Hof, ob Bards Vater zur Verlobung seines Sohnes gekommen ist.«
Geremy wollte dem Jungen schon winken, der für Botengänge bereitstand, aber Bard schüttelte den Kopf.
»Erspare dem Kind die Mühe.« Sein Kinn schob sich vor. »Er wird nicht kommen, und es ist nicht notwendig, so zu tun, als käme er, Geremy.«
    »Er will nicht einmal sehen, wie du mit des Königs eigener Tochter verheiratet wirst?«
»Vielleicht kommt er zur Hochzeit, wenn der König es klarmacht, daß er sein Fernbleiben als Beleidigung auffaßt«, sagte Bard. »Für eine bloße Verlobung kommt er nicht.«
»Aber die Verlobung ist die eigentliche Bindung«, wandte Beltran ein. »Vom Augenblick der Verlobung an bist du Carlinas gesetzmäßiger Gatte, und sie kann keinen anderen nehmen, solange du lebst. Es ist nur, daß meine Mutter meint, sie sei noch zu jung für das Ehebett, so daß dieser Teil der Zeremonie um ein Jahr verschoben wird. Aber Carlina ist deine Frau, und du, Bard, bist mein Bruder.«
Das sagte er mit einem scheuen Lächeln, und Bard war ungeachtet seiner gleichmütigen Fassade gerührt. Er sagte: »Das ist wahrscheinlich das Beste daran.«
Geremy bemerkte: »Wundern tut es mich doch, daß Dom Rafael nicht zu deiner Verlobung kommt. Bestimmt ist ihm die Nachricht zugesandt worden, daß du für Tapferkeit auf dem Schlachtfeld ausgezeichnet wurdest, daß du Bannerträger des Königs bist, daß du Dom Ruyven und seinen Friedensmann mit einem Streich getötet hast
- wenn mein Vater so etwas von mir hörte, wäre er außer sich vor Stolz und Freude! «
»Oh, ich zweifle nicht daran, daß Vater stolz auf mich ist.« Bards Gesicht zeigte eine Bitterkeit, die bei einem so jungen Menschen merkwürdig berührte. »Aber er hört in allen Dingen auf Lady Jerana, seine
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