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Die Flipflop-Bande

Die Flipflop-Bande

Titel: Die Flipflop-Bande
Autoren: Cornelia Franz
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Eine total geheime Geheimbande
    »Ich hab eine Idee«, sagte Fritzi und sah einem hellgelben Schmetterling zu, der in der Sommerluft tanzte. Und noch bevor Lotte etwas antworten konnte, platzte sie auch schon damit heraus:
    »Wir gründen eine Bande!«
    »Eine echte Bande?«, fragte Lotte. Ihre Augen leuchteten. »Mit Abzeichen und Geheimversteck und allem?«
    »Klar, das gehört doch dazu.«
    Lotte und Fritzi hockten im Baumhaus, wo sie manchmal ganze Nachmittage vertrödelten. Außer ihnen waren nur noch drei, vier andere Kinder im Hort; die meisten waren schon nach Hause gegangen. Doch Lotte und Fritzi blieben am liebsten so lange, bis der Hort geschlossen wurde. Nirgendwosonst konnten sie so ungestört miteinander spielen wie in dem großen, verwinkelten Garten. Er grenzte direkt an den Wilmerswald. Hier oben im Baumhaus wehte der Wind einen wunderbaren Geruch nach Waldmeister und sonnenbeschienenen Wiesen herüber.
    »Wir könnten uns die Wilmersbande nennen«, schlug Lotte vor.
    »Pfff«, machte Fritzi und schleuderte ihre langen Haare mit Schwung nach hinten, sodass der Schmetterling davonflatterte. »Das ist doch ein stinklangweiliger Name. Nee, uns wird schon noch was richtig Gutes einfallen.«
    Lotte nahm Fritzi ihren flapsigen Ton nicht krumm. Fritzi war manchmal ein bisschen ruppig – aber dafür hatte sie immer die tollsten Einfälle.
    »Und wer soll alles mitmachen?«, fragte Lotte. Doch sie wartete gar nicht erst auf eine Antwort. Hanan und Liev mussten mit dabei sein, das war schon mal sicher. Mit denen konnte man fast genau so viel Quatsch machen wie mit Fritzi. Die beiden waren in Lottes Klasse, in der 4a der Steinwegschule. Fritzi dagegen ging leider in die Parallelklasse – was Lotte und Fritzi aber nicht daran hinderte, seit Jahren die allerbesten Freundinnen zu sein.
    Fritzi legte den Kopf schief und dachte nach, aber nur für eine Sekunde. Dann nickte sie. Hanan warziemlich cool und clever. Sie hatte zwei ältere Brüder, und wenn es sein musste, dann legte sie sich mit den stärksten Jungs im Hort an. Und Liev war nett und hilfsbereit und ein richtig guter Kumpel, also abgemacht!

    Wenn Fritzi eine Idee hatte, dann zögerte sie nicht lange, sodass Lotte manchmal kaum mitkam. Jetzt sprang sie schon vom Baumhaus, um Liev und Hanan zu holen. Sie erwischte die Mädchen gerade noch an der Garderobe, wo sie ihre Schulranzen aufsetzen wollten, und lotste sie zum Baumhaus zurück.
    Natürlich waren die beiden sofort Feuer und Flamme.
    »Eine richtige, echte Hortkinderbande!«, schwärmte Hanan. »Meine Brüder hatten auch mal eine.«
    Liev, die meistens etwas stiller war als die anderen drei, strahlte vor Freude. Lotte konnte ihr an der Nasenspitze ablesen, wie stolz sie war, dass sie dabei sein durfte.
    Aber bevor die vier Mädchen überhaupt dazu kamen, sich einen Plan für ihre großartige Bande zu machen, kam es zum Krach. Zu einem richtigen, blöden Streit, wie es ihn eigentlich fast nie zwischen Lotte und Fritzi gab. Und das lag an Memoli, den Lotte als fünftes Mitglied vorschlug.
    »Bist du plemplem?« Fritzi sah Lotte an, als ob die sich freiwillig für die Matheolympiade melden wollte – was Lotte übrigens tatsächlich vorhatte, denn sie liebte Mathe, im Gegensatz zu Fritzi. »Der soll in unsere Bande? Memoli ist ein Junge!« Das klang, als ob sie von einem schleimigen Glibbermonster gesprochen hatte.
    »Na und?« Lotte hob die Augenbrauen. »Du spielst doch auch oft mit Jungs.«
    »Nix na und«, sagte Fritzi.
    Lotte seufzte. Fritzi mochte Memoli nicht. Meistens behandelte sie ihn, als wäre er Luft. Wenn Lotte nur wüsste, warum. Sie schaute zu Hanan, doch von der kam auch kein Beistand.
    »Ich finde, vier sind genug«, meinte die nur.
    »Und was sagst du, Liev?«
    Liev strich sich mit den Fingern durch ihre kurzen braunen Locken und zuckte die Schultern. »Eigentlich ist er ganz okay – aber er ist doch ein Kahlkopf«, antwortete sie.
    Kahlköpfe waren die Kinder, die auf die Frida-Kahlo-Schule gingen. Und die war ungefähr so weit weg wie Afrika – obwohl sie nur fünfhundert Meter von der Schule am Steinweg entfernt war. Aber dazwischen lag eine vierspurige Straße, und mindestens genauso breit war der Graben, der seit jeher zwischen den Kindern der beiden Schulen bestand – zumindest zwischen denen, die gemeinsam in den Hort am Wilmerswald gingen. Da konnten die Erzieher mit den Kindern noch so viele »Wir-sind-doch-alle-eine-Gruppe«-Spiele spielen …
    Und so waren auch Memoli

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