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43 Gruende, warum es AUS ist

Titel: 43 Gruende, warum es AUS ist
Autoren: Daniel Handler , Maira Kalman
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nicht die Schülerin aus Sri Lanka, bin kein Drilling, keine elitäre Tussi von einer teuren Privatschule, keine Säuferin, kein Genie, kein Hippie, keine Christin, keine Schlampe, nicht einmal eines dieser superjüdischen Mädels mit Kippa, die vor dem Laubhüttenfest jedem frohe Feiertage wünschen. Ich bin gar nichts, wie ich gerade weinend zu Al gesagt habe, während meine Hände die Blütenblätter fallen lassen, das andere aber ganz fest halten. Ich mag Filme, das weiß jeder, ich liebe sie, aber ich werde nie selbst einen drehen, weil die Ideen in meinem Kopf alle blöd und verkehrt sind. Nichts an mir ist anders, faszinierend, interessant, sehenswert. Ich hab langweiliges Haar, blöde Augen und alles andere als eine gute Figur. Ich bin zu fett, und mein Mund ist hässlich. Meine Klamotten sind ein Witz und meine Witze verzweifelt und kompliziert; außer mir lacht kein Mensch darüber. Ich rede lauter Schwachsinn, nie fällt mir irgendwas ein, was ich zu Leuten sagen könnte, damit sie mich mögen, die Worte kommen aus mir heraus wie aus einer kaputten Fontäne. Meine Mutter hasst mich, ich kann ihr nichts recht machen. Mein Vater ruft nie an, und wenn doch, dann immer im falschen Moment, er schickt bombastische Geschenke oder gar keine, und wegen alldem bin ich immer sauer auf ihn. Außerdem hat er mir den Namen Minerva gegeben. Ich rede schlecht über alle und bin dann unglücklich, weil sie mich nicht anrufen, meine Freunde fallen von mir ab, als hätte ich sie aus einem Flugzeug gestoßen, selbst mein Ex hält mich an Halloween für Hitler. Ich kratze mich an den unmöglichsten Stellen, ich schwitze überall, ich bin ein Trampel und lasse ständig irgendwas fallen, meine Noten sind durchschnittlich, meine Interessen blöd, ich habe Mundgeruch, kneifende Hosen, einen zu langen Hals. Ich mag Heimlichkeiten und lass mich prompt erwischen. Ich bin ein Snob und tu gern so als ob, ich gebe Lügnern recht, ich benutze gern irgendwelchebesonderenAusdrücke und bilde mir ein, das sei wer weiß wie schlau. Ich kann nicht viermal um den Block rennen und auch keinen Pullover gescheit zusammenlegen. Beim Küssen stelle ich mich blöd an, beim Knutschen noch blöder, ich hab meine Jungfräulichkeit verloren und nicht einmal das gut hingekriegt, erst bin ich einverstanden, und dann bin ich traurig und nervig und klammere mich an einen Jungen, von dem jeder weiß, was er ist – ein Idiot, ein Dreckskerl, ein Arschloch, ein Kotzbrocken –, ich liebe ihn, als wäre ich gerade mal zwölf und alles, was ich vom Leben wüsste, hätte ich aus diesen verdammten Girlie-Zeitschriften. In der Liebe bin ich ein Vollidiot, jemand aus einer drittklassigen, billigen Liebeskomödie, ein zu stark geschminktes Dummchen, das einem gut aussehenden Mann, dem der Sender gerade die eigene Comedy-Show weggenommen hat, irgendwelche blöden Sätze aus einem peinlichen Drehbuch sagt. Ich bin keine Romantikerin, ich bin einfach nur schwachsinnig. Nur dumme Leute halten mich für schlau. Es lohnt sich nicht, mich zu kennen. Ich bin eine arme Irre, die durch die Gegend zieht und um Almosen bettelt. Ich bin wie all diese elenden Dummköpfe, über die ich mich je lustig gemacht habe und in denen ich mich nicht erkennen wollte. Ich bin sie alle, noch das allerletzte hässliche Etwas in einem hässlichen, in letzter Minute zusammengeschneiderten Kostüm. Ich bin nicht anders, nicht das allerkleinste bisschen, ich bin ein mangelhafter Mangel, ein ruinierter Ruin, ein rostiges Wrack, ich bin so ein Fehlschlag, dass ich nicht einmal mehr weiß, was ich mal war. Nichts bin ich, rein gar nichts. Das Einzige an mir, das einzige winzige Etwas, das mich aufgewertet hat, war die Tatsache, dass ich Ed Slatertons Freundin war, dass ich ungefähr zehn Sekunden lang von dir geliebt wurde, aber was soll’s, wen kümmert das noch, es ist vorbei und nur noch furchtbar peinlich für mich. Wie blöd von mir, mich für etwas anderes zu halten – so als würde man sich einbilden, Grasflecken wären ein hübscher Anblick, als würden Küsse, die man bekommt, einen attraktiver für weitere Küsse machen, als würde Wärme, die man in sich spürt, einen selbst zu wärmendem Kaffee machen, als würde man allein schon durch die Liebe zu Filmen zur Regisseurin. Wie man so danebenliegen kann – dass man einen Haufen
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