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1776 - Endreddes Unterwelt

Titel: 1776 - Endreddes Unterwelt
Autoren: Unbekannt
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daß unsere Technologie weiter entwickelt und leistungsfähiger war als das, was die Hamamesch einsetzen konnten. Das galt für die Raumschiffe, für die Waffensysteme und bislang auch für die SERUNS. Im letzten Fall schien sich das zu ändern, bedauerlicherweise.
    „Wir werden das bei den anderen genau untersuchen", versprach Perry Rhodan sofort. „Kennst du die Gründe für dieses Versagen der Pikosyns?"
    Ich zuckte mit den Achseln.
    „Vielleicht eine unbekannte Strahlungskomponente", antwortete ich und gab mit der Formulierung zu, daß ich eigentlich gar nichts Genaues wußte. „Jedenfalls wird uns ein andauernder Ausfall der Pikosyns einigermaßen zu schaffen machen. Wahrscheinlich werden die Leute gezwungen sein, die einzelnen Komponenten der SERUNS künftig über die Handschuhsensoren zu steuern."
    Technisch war das natürlich möglich, aber es war kein Verfahren, auf das ich gerne zurückgegriffen hätte. Wir verloren dadurch einen sehr wesentlichen Vorteil der Syntron-Technologie: die Schnelligkeit. Wenn es zu diesem Dauerausfall kam, war die Reaktionsgeschwindigkeit der Anzugträger gefordert, und das in äußerstem Maße.
    „Habt ihr unsere Funksprüche erhalten?" fragte Rhodan.
    „Nein." Ich schüttelte den Kopf. „Alles dicht, nichts zu hören. Habt ihr unsere Sprüche von den SERUNS empfangen?"
    „Auch nicht."
    „Es wäre auch zu schön gewesen ..."
    „Und was habt ihr gefunden?" fragte Rhodan weiter.
    Ich ließ vor meinem inneren Auge rasch die Ereignisse der letzten Phase Revue passieren, um das Wesentliche vom Unwichtigen zu trennen.
    „Einen Erfolg haben wir auf Zimbag erzielt", antwortete ich schließlich. „Die Oberfläche auf diesem Level sieht aus wie auf allen Welten, auf denen wir herausgekommen sind. Der Planet selbst mag seine Besonderheiten haben, aber überall gibt es diese Kantinen und die Werkstätten, in denen unsere Gefährten schuften, zum Teil wie die Sklaven, zum Teil wie die Narren, meist in einer grotesken Mischung aus beidem."
    Ich blickte Rhodan in die Augen.
    „Wir werden uns etwas einfallen lassen müssen, um diesem Problem beizukommen", sagte ich eindringlich. „Die Leute sind zwar - frag mich nicht, auf welche Weise und mit welchem Mittel - von ihrer Imprint-Sucht losgekommen, und soweit geht es ihnen recht gut. Sie haben Dächer über den Köpfen, und die Versorgung mit Lebensmitteln ist auch sichergestellt. Was das angeht, brauchen wir uns keine Sorgen zu machen. Aber viele Galaktiker leiden unter einer sehr befremdlichen Arbeitswut; unablässig sind sie damit beschäftigt, etwas zu reparieren. Es ist überall das gleiche: Sie basteln an Maschinen und Geräten herum, die sie nicht kennen und nicht verstehen, sie haben keine Planung in ihrem Vorgehen, keine Konzepte und überwiegend auch nicht die geringste Ahnung, auf was sie sich da überhaupt einlassen."
    Rhodan runzelte die Stirn. „Wo ist dabei das Problem?"
    „Zum ersten kommt es immer wieder zu Unfällen durch unsachgemäße Vorgehensweise", sagte ich. „Man kann nicht einfach mit einem Werkzeug in einem völlig unbekannten Aggregat herumstochern, Schalter betätigen sowie Leitungen kappen oder verbinden, deren Sinn und Funktion man nicht begreift. Unfälle sind nahezu unvermeidlich, und es wird nicht nur bei Körperverletzungen bleiben. Früher oder später wird es immer mehr Todesfälle geben. Der zweite Punkt ist der, daß unsere Freunde über ihrem löblichen Eifer die ureigensten Interessen sehr stark vernachlässigen. Daß sie sich oft nicht waschen und deshalb stinken wie die Raubtiere im Käfig, mag noch angehen. Aber sie vernachlässigen auch das nötige Essen, sie schlafen zuwenig."
    Rhodan nickte betroffen.
    „Sollte es auf diesen Welten irgendwelche Krankheiten geben, werden unsere Leute dort irgendwann sterben wie die Fliegen, weil sie nicht in der Lage sein werden, wieder für ihre Genesung zu sorgen."
    „Wieviel Zeit haben wir?"
    „Wir brauchen nichts zu überstürzen", antwortete ich. „Einstweilen zeichnen sich diese Entwicklungen nur am Horizont ab, das Problem ist noch nicht sehr akut. Aber wenn es bei den Verhältnissen bleibt, die wir bis jetzt beobachtet haben, wird sich auf den Karussellwelten eine Katastrophe abspielen. Man könnte es einen schleichenden Völkermord an Millionen von Galaktikem nennen. Du kennst vielleicht diese uralte Kurzgeschichte von Fabrik und Gegenfabrik: Die eine zermahlt sehr harte Steine zu feinem Mehl, die andere Fabrik bäckt aus diesem Mehl

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