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Spiel der Magier

Spiel der Magier

Titel: Spiel der Magier
Autoren: David Eddings
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Silk!« drängte Barak ungeduldig.
    »Es ist wirklich sehr einfach«, sagte Kheldar.
    »Aber du wirst es schon kompliziert machen, nicht wahr?«
    »Erzähle uns einfach, was geschehen ist, Silk«, sagte Polgara.
    Der Drasnier setzte sich auf seiner Bank auf. »Es ist wirklich keine große Geschichte«, begann er. »Wir haben Zedars Spur gefunden und folgten ihr vor ungefähr drei Wochen nach Nyissa hinein. Wir hatten ein paar Zusammenstöße mit nyissischen Grenzwachen – nichts sehr Ernstes. Jedenfalls, die Spur des Auges bog nach Osten ab, kaum daß sie die Grenze überschritten hatte. Das war eine Überraschung für uns. Zedar war so zielstrebig nach Nyissa geeilt, daß wir beide angenommen hatten, er hätte irgendeine Vereinbarung mit Salmissra getroffen. Vielleicht wollte er, daß wir das glaubten. Er ist sehr schlau, und Salmissra ist berüchtigt dafür, sich in Dinge einzumischen, die sie nichts angehen.«
    »Um sie habe ich mich schon gekümmert«, sagte Polgara grimmig.
    »Was ist geschehen?« fragte Belgarath.
    »Das erzähle ich dir später, Vater. Weiter, Silk.«
    Silk zuckte die Achseln. »Da gibt es nicht viel mehr zu erzählen.
    Wir sind Zedars Spur gefolgt bis in eine der Ruinenstädte nahe der alten Grenze zu Maragor. Belgarath hatte dort einen Besucher – zumindest hat er das gesagt. Ich habe niemanden gesehen. Jedenfalls sagte er mir, daß etwas geschehen sei, das unsere Pläne änderte und daß wir umkehren und flußabwärts nach Sthiss Tor müßten, um euch wieder zu treffen. Er hatte keine Zeit, viel mehr zu erklären, denn der Dschungel wimmelte plötzlich von Murgos entweder auf der Suche nach uns oder Zedar, das haben wir nicht feststellen können. Seitdem sind wir sowohl den Murgos als auch den Nyissanern ausgewichen – Reisen bei Nacht, Verstecken usw. Wir haben einmal einen Boten geschickt. Ist er durchgekommen?«
    »Vorgestern«, antwortete Polgara. »Er hatte allerdings Fieber, und es hat eine Weile gedauert, eure Botschaft aus ihm herauszubekommen.«
    Kheldar nickte. »Jedenfalls, da waren die Grolims mit den Murgos, die versuchten, uns mit ihrem Geist aufzuspüren. Belgarath hat etwas getan, damit sie uns so nicht mehr ausfindig machen konnten. Was immer es auch war, es muß sehr große Konzentration erfordert haben, weil er kaum noch auf den Weg achtete. Heute am frühen Morgen führten wir die Pferde durch ein Sumpfgebiet. Belgarath stolperte, in Gedanken mit etwas anderem beschäftigt, und da fiel der Baum auf ihn.«
    »Ich hätte es mir denken können«, sagte Polgara. »Meinst du, es steckte irgend jemand dahinter?«
    »Ich glaube nicht. Vielleicht war es eine alte Falle, aber ich bezweifle es. Der Baum war von innen her verrottet. Ich habe versucht, Belgarath zu warnen, aber er ist einfach weitergegangen.«
    »Ja, ja«, sagte Belgarath.
    »Ich habe versucht, dich zu warnen.«
    »Du mußt nicht weiter darauf herumreiten, Silk.«
    »Ich möchte nicht, daß sie denken, ich hätte es nicht versucht«, protestierte Silk.
    Polgara schüttelte den Kopf und sagte in einem Ton tiefer Enttäuschung: »Vater!«
    »Laß gut sein, Polgara«, bat Belgarath.
    »Ich habe ihn unter dem Baum rausgezogen, und, so gut ich konnte, zusammengeflickt«, fuhr Silk fort. »Dann habe ich das kleine Boot gestohlen, und wir sind stromabwärts gefahren.«
    »Was habt ihr mit den Pferden gemacht?« fragte Hettar.
    Ce’Nedra fürchtete sich ein wenig vor diesem großen, schweigsamen algarischen Grafen mit dem rasierten Schädel, seiner schwarzen Lederkleidung und der wehenden schwarzen Skalplocke. Er schien niemals zu lächeln, und der Ausdruck auf seinem habichtgleichen Gesicht, wenn auch nur das Wort ›Murgo‹ erwähnt wurde, war hart wie Stein. Das einzige, was ihn ein bißchen menschlicher machte, war seine überwältigende Liebe zu Pferden.
    »Ihnen geht es gut«, versicherte ihm Silk. »Ich habe sie dort angebunden, wo die Nyissaner sie nicht finden werden. Sie sind gut aufgehoben, bis wir sie wieder abholen.«
    »Als du an Bord kamst, hast du gesagt, daß Ctuchik jetzt das Auge hat«, sagte Polgara zu Belgarath. »Wie ist das geschehen?«
    Der alte Mann zuckte die Achseln. »Beltira ist nicht in Einzelheiten gegangen. Er hat mir nur gesagt, daß Ctuchik schon wartete, als Zedar über die Grenze nach Cthol Murgos kam. Es gelang Zedar zu fliehen, aber er mußte das Auge zurücklassen.«
    »Hast du mit Beltira gesprochen?«
    »Mit seinem Geist.«
    »Hat er gesagt, warum unser Meister will, daß wir
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