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Liebesfee rauscht ins neue Jahr (Luzifer & Liebesfee) (German Edition)

Liebesfee rauscht ins neue Jahr (Luzifer & Liebesfee) (German Edition)

Titel: Liebesfee rauscht ins neue Jahr (Luzifer & Liebesfee) (German Edition)
Autoren: Emilia Jones
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spielen sie
vollkommen verrückt. Gestern haben sie sich sogar zusammen getan und „Jingle
Bells“ gesungen. Im Kanon! Die Engel drohen bereits damit, ein
Untersuchungsverfahren gegen uns einzuleiten. Sie glauben, wir würden Seelen
einsperren und quälen, die gar nicht hierher gehören.“
    „Hm“,
wiederholte Luzifer. Er steckte die Pfeife zurück in seinen Mundwinkel und
kaute nun mehr daran herum, als zu paffen. „Das ist in der Tat unerfreulich“,
stellte er fest.
    „Sehr
wohl. Unerfreulich“, bestätigte Zalu.
    „Wir
müssen schleunigst etwas dagegen unternehmen.“ Luzifer wies mit dem Zeigefinger
auf seinen Foltermeister und begann sogleich damit, ihm Anweisungen zu
erteilen: „Schaff mir ein paar meiner nichtsnutzigen Seelenfänger her und
beseitige diesen Weihnachtswald in meinem Reich. Bring Kisten mit für den
Schmuck. Lila würde sicher ausrasten, wenn wir nicht alles ordentlich
verpacken. Die Tannenbäume kannst du von mir aus verfeuern. Danach kümmerst du
dich um die Gänge draußen. Und wehe, ich entdecke nachher noch irgendwo einen
Lebkuchenmann oder eine Zuckerstange. Dann garantiere ich für nichts.“
    Zalu
nickte. „Jawohl, Euer Grausamkeit. Wird erledigt.“ Sogleich wandte er sich um
und verließ den Raum.
    Es
dauerte nicht lange, bis er gefolgt von einer Putzkolonne zurückkehrte und sich
an die Arbeit machte. Luzifer setzte sich zufrieden grinsend in einen
Ohrensessel und beobachtete das Ganze wie ein König, der auf sein Volk herunter
blickt – und in gewisser Weise war er ja auch genau das.
     
    *
     
    Lila
hatte wirklich einen gesunden Schlaf. Sie ließ sich weder von Zalus stetigen
Kommandos, noch von dem Radau der Seelenfänger wecken. Erst als der letzte
Tannenbaum im Höllenfeuer verbrannt und die letzte Weihnachtsbaumkugel in einem
der Kartons verstaut war, schlug sie die Augen auf. Wie eine Marionette, die an
ihren Fäden gezogen wurde, richtete sie sich auf und blickte sich um.
    „Meister.“
Zalu räusperte sich. „Wir werden uns dann jetzt zurückziehen.“
    „Ja,
ja.“ Luzifer winkte ab, ohne ihn oder die anderen anzusehen. Er konnte jedoch
hören, wie sie den Raum verließen. Eine Horde wild gewordener Elefanten hätte
kaum weniger Lärm verursachen können.
    Ungeduldig
wartete er ab, bis Ruhe einkehrte. Dann atmete er einmal tief durch, um sich
aus seinem Ohrensessel zu erheben und zu Lila hinüber zu gehen. Sie machte ein
trauriges Gesicht. Schniefend sah sie zu Luzifer auf.
    In
diesem Moment tat es ihm beinahe leid, dass er die ganze Weihnachtsdeko ohne
ihre Erlaubnis hatte wegräumen lassen. Aber schließlich war ihm doch gar keine
andere Wahl geblieben. Auf keinen Fall wollte er ein Untersuchungsverfahren
durch die Engel provozieren. Die verdammten Seelen mussten sich endlich wieder
zusammen reißen und für alle Ewigkeit vor sich hin leiden. Immerhin waren sie
aus diesem Grund in der Hölle gelandet, und nicht, um gemeinsam „Jingle Bells“
zu trällern.
    Es
gab nur ein Problem bei der ganzen Sache: Wie sollte er das Lila erklären?
    „Schatz“,
begann er und setzte ein gezwungenes Grinsen auf. Dieses Wort benutzte er zum
ersten Mal in seinem ganzen verfluchten Dasein, und er musste feststellen, dass
er sich dabei geradezu lächerlich vorkam.
    „Liebling.“
Er ließ seinen zweiten Versuch nachhallen, bis er sich schließlich sicher war,
dass ihm dieses Wort eindeutig besser gefiel. Oder sollte er sich doch lieber
für „Süße“ entscheiden?
    Doch
ehe er sich für das eine oder andere entscheiden konnte, stand Lila bereits,
mit Decke um den Körper geschlungen, vor ihm. Sie holte mit dem rechten Arm aus
und boxte ihm mit der Faust in die Magenkuhle. Luzifer war von ihrer Reaktion
dermaßen überrascht, dass er ächzend zurück taumelte.
    Lila
schnaubte. „Du hast es auch verdient zu leiden“, meinte sie, das Kinn
angriffslustig vorgeschoben.
    Luzifer
hielt es für klug, ihr nicht zu verraten, dass ein Teufel kein Schmerzempfinden
dieser Art besaß. Stattdessen nickte er nur.
    „Ich
weiß ja, ich hätte deine Sachen nicht einfach so wegräumen sollen“, stöhnte er
in theatralischer Weise. „Aber Liebling, Süße, du bist hier in der Hölle, und
meine Mitbewohner waren ganz verwirrt von deinem Weihnachtsschnickschnack.“
    „Schnickschnack“,
wiederholte Lila. „So, so. Das ist also deine Meinung zu meiner wunderschönen
Dekoration. Und ich dachte, ich tue dir einen Gefallen, indem ich dich damit in
Weihnachtsstimmung bringe.“
    Oh,
sagte

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