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Fass mich nicht an!

Titel: Fass mich nicht an!
Autoren: PeP eBooks
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Fass mich nicht an!
    Einmal im Monat geht Jonas‘Klasse ins Schwimmbad. Jonas mag diese Tage nicht. Der Weg zum Hallenbad ist weit und die Kinder müssen ihre Schwimm- und Schulsachen alle alleine mitschleppen.

    Beim Umziehen in der Umkleidekabine sollen sie sich beeilen, weil sie insgesamt nur zwei Stunden Zeit haben. Auch das findet Jonas blöd. Außerdem friert er immer, wenn er in der Badehose die große Schwimmhalle betritt. Und dann sollen sie auch noch kalt duschen, bevor sie ins Wasser gehen.

    Jonas ärgert sich, dass er noch nicht richtig schwimmen kann. Mit den anderen Nichtschwimmern muss er in dem Teil des Beckens bleiben, wo sie noch stehen können. Herr Lehmann hat keine Zeit, den Nichtschwimmern das Schwimmen beizubringen, weil er die Schwimmer beaufsichtigen muss, die im tieferen Wasser das Tauchen üben. An die Nichtschwimmergruppe, die von Sarahs Mama beaufsichtigt wird, verteilt Herr Lehmann Schwimmbretter. Damit sollen sie komische Beinübungen machen. Jonas kommt sich vor wie im Kindergarten.

    »Ganz schön doof, diese Idioten-Übung«, schimpft auch Gerrit, als er mit dem Schwimmbrett unter dem Bauch wie ein Frosch an Jonas vorbeistrampelt.
    »Und wie lange sollen wir den Quatsch jetzt machen?«, fragt Jonas und wirft dem Lehrer einen fragenden Blick zu, aber der hat nur Augen für die Taucher.
    Es dauert nicht lange, bis Gerrit und Vincent anfangen, Blödsinn zu machen. Gerrit ist der »Weiße Hai«. Er liegt auf seinem Schwimmbrett, strampelt wie wild und pflügt blitzschnell durchs Wasser. Er verfolgt Vincent. Aber Vincent wehrt sich gegen den Angreifer.
    »Yippie!«, schreit er und haut das Schwimmbrett auf die Wasseroberfläche, um Gerrit nass zu spritzen. Doch Gerrit kann entkommen.
    Jonas sieht das hellblaue Schwimmbrett, mit dem Vincent durch das Wasser tobt, direkt auf sich zukommen und reißt die Arme hoch. Zu spät. Das Schwimmbrett trifft ihn direkt in den Bauch. Jonas strauchelt, fällt um und versinkt in den Fluten. Wasser dringt ihm in Nase und Ohren.
    Hustend stellt sich Jonas wieder auf und wischt sich das Wasser aus dem Gesicht.
    »Hey, du Idiot!«, brüllt er Vincent an.
    Doch der lacht ihn nur aus. »Jonas ist ein Mädchen! Jonas ist ein Mädchen!«

    »Hört auf mit dem Unsinn! Vincent, Gerrit, Jonas!«, ruft Herr Lehman vom anderen Beckenrand herüber.
    Doch sobald der Lehrer sich wieder umgedreht hat, holt Gerrit mit der Hand aus und klatscht Jonas noch eine Ladung Wasser ins Gesicht. Er lacht wie ein krächzender Papagei. Wieder schluckt Jonas Wasser und muss husten.
    Jetzt reicht es ihm. Er pfeffert sein Schwimmbrett auf den Beckenrand. In diesem Moment erst wird ihm bewusst, dass es pink ist. Ausgerechnet pink! Wie oberpeinlich!

    Jonas steigt aus dem Becken und geht zu Herrn Lehmann.
    »Darf ich mal eben zur Toilette?«, fragt er.
    Herr Lehmann nickt, lässt dabei die tauchenden Schüler jedoch nicht aus dem Auge.
    »Ja, aber komm gleich wieder und trödel nicht rum.«

    Die Toiletten sind am anderen Ende der Schwimmhalle.
    Man muss durch die Umkleideräume hindurchgehen. Jonas tapst am großen Schwimmer-Becken entlang, wo ein paar ältere Schüler gerade ein Wettschwimmen veranstalten. Die sind bestimmt schon in der zehnten Klasse. Jonas bleibt einen Moment stehen und schaut ihnen zu.
    Er findet es toll, wie einer nach dem anderen mit einem Kopfsprung ins Wasser springt und wie sie dann in einem Wahnsinnstempo die Bahnen entlangkraulen. So gut würde Jonas auch gern schwimmen können! Er stellt sich vor, er wäre ein Delphin, der elegant durchs Wasser gleitet.
    Tausendmal besser wäre das, als mit so einem dusseligen pinkfarbenen Schwimmbrett durch das Nichtschwimmerbecken zu paddeln.

    Plötzlich merkt Jonas, dass einer der Jungen ihn beobachtet. Jonas fühlt sich ertappt und spürt, wie ihm das Blut ins Gesicht schießt. Schnell setzt er seinen Weg fort.

    In der Umkleidekabine ist niemand. Unter der Dusche oder bei den Toiletten auch nicht. Eigentlich muss Jonas überhaupt nicht. Aber wo er schon mal da ist, geht er auf die Toilette. Jonas beeilt sich, denn im Vergleich zu der warmen Schwimmhalle ist es hier ziemlich kalt. Schnell huscht er mit nackten Füßen durch den Sammelumkleideraum.
    Plötzlich ruft jemand. Es ist der ältere Schüler, der ihn eben beobachtet hat. Lässig steht er im Umkleideraum neben seinem geöffneten Schließfach.
    »Na, hast du auch keinen Bock mehr auf Schwimmen?«

    Jonas dreht sich um. Nein, hinter ihm steht niemand. Der große

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