Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
Die Terranauten 093 - Das galaktische Archiv

Die Terranauten 093 - Das galaktische Archiv

Titel: Die Terranauten 093 - Das galaktische Archiv
Autoren: Henry Roland
Ads
erlangten oder durch die etwaige Lösung der damit verbundenen Rätsel ein unangebrachtes Maß an Macht gewannen. Nach ihrer Auffassung besaßen die Entitäten das alleinige Recht auf das Erbe der Uralten.
    SPANNUNG. Ein Beobachter, Angehöriger einer Schwellenmacht, den Menschen weit über-, aber den Entitäten noch beträchtlich unterlegen, hatte vor kurzem einen Konnexkristall entdeckt. Der Kristall befand sich im Besitz eines Menschwesens. Für die Entität war es keine Frage, daß er dort nicht bleiben durfte. Seit Jahrmillionen suchten die Entitäten nach einem Konnexkristall, dem von Wirrgespinsten der Ungewißheit umgebenen, legendären Bindeglied zwischen dem Prä-Universum und dem existenten Universum. Man wußte nicht einmal, ob es diesen Kristall nur ein einziges Mal oder mehrfach gab. Aus den jetzt-kosmischen Ursprüngen der Entitäten war jedoch zuverlässig überliefert, daß der Konnexkristall als jener Faktor gelten durfte, der seine Besitzer bei richtigem Gebrauch den Uralten gleichrangig machte. Deshalb mußte er den Menschen fortgenommen werden.
    Die Entität war unterwegs, um den Konnexkristall zu holen.
    Eine Gruppe von Beobachtern hatte den Kristall von neuem lokalisiert. Den Menschen an Bord eines ihrer sogenannten Raumschiffe, in dem sich auch der Kristall befand, war von den Beobachtern eine falsche Spur zur »Zentralwelt der Entitäten« gelegt worden – eine Verlockung, der diese naiven Geschöpfe in ihrem dunklen Drang nach Höherem zweifelsfrei nicht zu widerstehen vermochten. Die Welt, die aufzusuchen sie verleitet worden waren, bot ihrer Neugier genug Interessantes, um sie festzuhalten, bis die Entität eintraf.
    An Ort und Stelle würde sie prüfen, auf welche Weise sie sich den Konnexkristall aneignen konnte, ohne daß es zu unerwünschten Verwicklungen kam.
    Auf den Schwingungen des galaktischen Schwerkraftgleichgewichts durcheilte die Entität in ihrem Transferkokon den Raum. Im Knistern und Zirpen der Strahlungen ungezählter Sterne fiel sie jener Welt am Schnittpunkt einer Vielfalt magnetfeldorientierter galaktischer Transferrouten entgegen. Wie auf einem Leitstrahl ritt sie, einem Flaum im Sturm vergleichbar, in wisprigen energetischen Wellen zum begehrtesten, am meisten erträumten Fundgegenstand aller Zeiten und Universen: dem KONNEXKRISTALL!
     
    *
     
    Fünf Minuten nach dem Rücksturz der JAMES COOK in den Normalraum brach auf der Zentralebene des umgebauten Treiberraumschiffs ein Tumult aus. Der Bordcomputer hatte soeben konstatiert, daß das Raumschiff statt im Bereich eines Sonnensystems mitten im interstellaren Raum aus dem Medium Weltraum II gekommen war, und Supertreiber Thor 51 hegte nicht den leisesten Zweifel daran, daß der Transit infolge blamabler Unzulänglichkeiten von Janas Loge mißlungen war.
    »Nun ist mir vollkommen klar«, schnauzte der athletisch gewachsene Clon, »daß die Erde solchem unfähigem Gewürm die Raumfahrt nicht länger anvertrauen konnte! Hätte man Ihresgleichen nur ganz ausgerottet, mir wäre in meiner Haut wohler zumute.«
    Shyla D’honor brach in Tränen aus. Ihre Eltern waren während der Treiberverfolgungen ums Leben gekommen. Die Geringschätzung und Menschenverachtung des Supertreibers muteten ihr zuviel zu.
    »Noch ein Wort«, sagte Jana laut und deutlich, »und meine Loge beendet ungeachtet aller Folgen die Zusammenarbeit mit Ihnen …, Clon!« Sie deutete mit dem Zeigefinger wie mit einer Waffe auf den breiten, muskulösen Brustkorb des Supertreibers, einem Produkt von Valdecs Zuchtlabor. »Wenn es nach mir ginge, hätten wir ohnehin nichts miteinander zu schaffen.«
    Die gelben Augen des Clons – eine Eigenschaft, die allen diesen Wesen gemeinsam war – glommen zynisch. »Aber es geht nicht nach Ihnen, stimmt’s? Nichts geht nach Ihrem Wunsch, Sie kleine Kröte. Deshalb haben Sie etwas gegen mich, nicht wahr? Ich stehe weit über Ihnen. Deswegen können Sie mich nicht leiden.« Er lachte hämisch auf.
    »Nicht leiden?!« Jana stieß einen dumpfen Laut aus. »Das ist eine maßlose Untertreibung, Clon. Ich finde Sie zum Kotzen.«
    Der Supertreiber ballte die Rechte zur Faust und schüttelte sie vor Janas Gesicht. »Dürfte ich nur, wie ich wollte …« Seine Stimme erstickte in einer Aufwallung mühsam gemeisterter Wut. Er schluckte vernehmlich, ehe er weitersprach. »Kein Fetzlein bliebe von Ihnen übrig. Kein Fetzchen.«
    In diesem Moment betraten Llewellyn 709, Frost und Silent Chorp die Zentralebene der JAMES COOK. Ihre

Weitere Kostenlose Bücher

Fey 04: Die Nebelfestung
Fey 04: Die Nebelfestung von Kristine Kathryn Rusch
Der Schutzengel
Der Schutzengel von Dean R. Koontz