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0392 - Der Mörder mit dem Gittertrick

0392 - Der Mörder mit dem Gittertrick

Titel: 0392 - Der Mörder mit dem Gittertrick
Autoren: Der Mörder mit dem Gittertrick
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herum und tastete mit sicherem Griff nach dem Schlüssel, den der Kassierer an einem dünnen Kettchen in der Westentasche trug.
    Währenddessen arbeiteten draußen auf der Treppe zwei Männer, die vor dem Haupteingang ein Gitter anbrachten. Der dritte Mann im Monteuranzug öffnete den Werkzeugkasten und riss die Tommy-Gun heraus.
    Der Boss gab mit seiner behandschuhten Rechten ein Zeichen. Die Schalterraumtür flog mit einem Ruck auf. Sofort verstummten die Stimmen der Kassierer, die schon an ihren Plätzen waren und auf den Hauptkassierer warteten.
    Aus der Tommy Gun ratterte ein Feuerstoß gegen die Decke. Einige Kugeln schlugen in den Kristall-Leuchter. Klirrend brachen einige Stücke herunter und zerplatzten auf dem Marmorboden.
    Die Arme der Kassierer gingen automatisch in die Höhe. Die Gangster brauchten sie nicht erst dazu aufzufordern. Milly Blackstone an Schalter
    5 stieß einen unterdrückten Schrei aus. Sofort richtete der Gangster mit der Tommy Gun die Waffe auf das Mädchen.
    Mit einem Satz sprang der Boss über die Theke. In der Hand hatte er den Schlüssel, an dem ein dünnes Kettchen baumelte. Der Beifahrer, der schon vorher in die Schalterhalle gegangen war, folgte ihm. Er schleppte einen Werkzeugkasten mit sich herum.
    Der Gangster mit der Tommy Gun ging langsam mit vorgehaltener Waffe näher an die Schalter heran. Mit einer herrischen Handbewegung dirigierte er die Angestellten aus ihren kleinen Glaskästen heraus und trieb sie in einer Ecke des großen Raumes zusammen. Milly Blackstone schaltete nicht so schnell. Sie war kreidebleich und schlotterte an sämtlichen Gliedern. Ihr Kollege von Schalter drei fasste sie am Arm und zog sie mit sich fort.
    Der Geldschrank im Raum des Hauptkassierers war längst geöffnet. Der Inhalt wanderte in die dünnen Nylonsäcke, die in dem Werkzeugkasten gewesen waren.
    Der Gangster mit der Tommy Gun wartete, bis die beiden mit den Geldsäcken über die Theke waren. Dann trat er den Rückzug an. Die tödliche Waffe hatte er noch immer auf die Kassierer gerichtet.
    Lautlos huschte der Gangster zur Theke. Hier stand der andere Werkzeugkasten, in den er die Waffe warf.
    Die beiden »Monteure«, am Gitter kamen in Bewegung. Mit einem Handgriff stemmten sie das Gitter hoch und brachten es zu dem mausgrauen Lieferwagen zurück. Während der eine es auf die Ladefläche schob, hastete der andere schon nach vorne und klemmte sich hinter das Steuer.
    Die anderen drei Gangster warfen ihre Beute in den Wagen und schwangen sich auf die Ladefläche.
    »8 Uhr 52«, murmelte der eine Gangster nach einem schnellen Blick auf seine Armbanduhr. »Wir haben noch genau drei Minuten, bis die Bullen hier sein können.«
    »Der Fischzug hat sich mal wieder gelohnt, Boss«, kam eine andere Stimme.
    Im gleichen Augenblick wirbelten die Gangster in dem Laderaum durcheinander. Mit quietschenden Reifen jagte der Wagen um eine Ecke.
    »Wenn Harlington weiter wie ein Verrückter fährt, werden wir bestimmt der Streife auffallen«, fluchte der Boss.
    Mit einem Satz war er an der Wand, die den Laderaum von der Fahrerkabine trennte, und hämmerte mit der Faust dagegen.
    »Runter mit dem Tempo!«, brüllte er wütend. »Willst du uns im letzten Augenblick noch die Cops auf den Hals hetzen! Fahr langsamer!«
    Als der Wagen plötzlich bremste, flogen die Gangster gegen die Vorderwand. Einer geriet dabei mit der Hand in das Gitter und stieß einen schrillen Schmerzensschrei aus.
    ***
    Ich hob den Hörer ab und meldete mich. Instinktiv schaute ich auf meine Armbanduhr. Es war sieben Minuten nach neun Uhr.
    Unser Chef, Mr. High, war am anderen Ende der Strippe. Er teilte mir mit, dass die Manhattan Bank in der Cornelia Street ausgeraubt worden sei. Die Meldung elektrisierte mich.
    »Wann?«
    »Ich bin gerade erst vom zuständigen Revier verständigt worden. Kümmern Sie sich darum, Jerry.«
    »Okay, Chef«, sagte ich und warf den Hörer auf die Gabel zurück.
    Phil hatte gleich geschaltet und war schon an der Tür.
    Erst als wir im Jaguar saßen und ich ohne Rücksicht auf die Reifen mit einem Blitzstart losgebraust war, erkundigte sich mein Freund: »Meinst du, dass die Gitter-Gang auch hier ihre schmutzigen Finger drin hat?«
    »Keine Ahnung. Möglich ist es schon.«
    Ich schaltete Rotlicht und Sirene ein und jagte nach Süden.
    Ich brauchte vom Districtoffice genau fünfeinhalb Minuten, bis ich den Jaguar vor dem Eingang der Manhattan Bank neben einem Einsatzwagen der City Police, dessen Rotlicht noch

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