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0179 - Spuk im Leichenschloß

0179 - Spuk im Leichenschloß

Titel: 0179 - Spuk im Leichenschloß
Autoren: Jason Dark
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Cathy zuckte zusammen. Sie fieberte plötzlich, ihr Körper schien unter Strom zu stehen.
    Doch keine Täuschung, wie sie gehofft hatte. Das war eine Stimme gewesen. Und jedes einzelne Wort hatte sie genau verstanden. Aber wer sprach so? Wer machte ihr da Angst? Einer von der Gruppe? Hatten sich die Jugendlichen einen Scherz erlaubt?
    Zuzutrauen wäre es ihnen, schließlich sollte es in diesem Schloß spuken. Sie hatte auch nichts gegen einen Geist, der nachts durch die Gänge turnte und lachte, wenn man ihm das weiße Laken vom Körper riß.
    Aber diese Stimme hatte sich echt angehört, so verdammt echt.
    »Laßt mich raus!«
    Da, wieder. Jetzt bekam es Cathy Barker doch mit der Angst zu tun. Die 22jährige Sozialarbeiterin wollte endlich sehen, wer ihr da diesen Streich spielte. Sie wollte das Licht einschalten, da ertönte ein Surren. Gleichzeitig durchschnitt von der Tür her ein heller Strahl die Dunkelheit und traf die freie Wand über dem Kopfende des Bettes, wo früher einmal Bilder gehangen hatten.
    Cathy setzte sich aufrecht. Eine schreckliche Szene lief vor ihren Augen ab. Sie sah eine junge Frau, die in einem halb offenen Sarg lag und von einem gräßlichen Wesen angegriffen wurde. Das Wesen war eine Mischung zwischen Mensch und Tier, hatte messerscharfe Krallen und schlug damit auf die entsetzte junge Frau ein, die keine Chance hatte. Blutend brach sie zusammen, wobei sie endgültig in den Sarg rutschte. Damit war die Szene nicht beendet. Das Monster folgte ihr, riß seinen Rachen auf, und Cathy sah die hellweißen, äußerst spitzen Zahnreihen. Dann beugte sich das Wesen über die Frau.
    Geschockt wandte sich Cathy ab, indem sie den Kopf drehte und beide Hände vor ihre Augen legte.
    Gleichzeitig verlosch das Bild.
    Unter der Decke erstrahlten dann die künstlichen Kerzen eines Kronleuchters, und das herzliche Gelächter zweier Jungen schallte Cathy entgegen.
    Verdattert starrte die Erzieherin die beiden an. Es waren Ralph und Gary Sorvino, zwei aus der Gruppe, die immer zu besonderen Späßen aufgelegt waren, davor hatte man Cathy bereits vor der Reise gewarnt. Jetzt standen die beiden in der Tür und grinsten. Sie freuten sich über Cathys Schrecken und auch darüber, daß die junge Frau sehr spärlich bekleidet war. Das hellblaue Nachthemd, bedeckte so eben die Brust und war denkbar kurz.
    »Seid ihr denn verrückt!« fuhr Cathy Barker die beiden Jungs an. »Mich so zu erschrecken?«
    »War doch schön – oder?«
    Ralph und Gary standen in der offenen Tür. Direkt neben dem Filmprojektor, den sie mitgebracht hatten.
    »Super-Acht-Filme«, sagte Ralph. Er hatte schwarze Haare, war 15 und damit ein Jahr älter als sein Bruder. »Unser Hobby. Vor allen Dingen Horror-Filme, wo wir doch in einem Gruselschloß sind – oder nicht, Frau Lehrerin?« Er legte den Kopf schief und grinste impertinent, wobei er noch auf Cathys Beine schaute. »Toll sehen Sie aus, Frau Lehrerin. Wird bestimmt irre, kann ich Ihnen sagen.«
    Gary, der Kleinere, hatte hellere Haare, sagte gar nichts, sondern lächelte nur.
    Erst jetzt wurde Cathy bewußt, was Ralph wahrscheinlich damit gemeint hatte. Sie raffte die Decke zusammen und zog sie hoch.
    »Macht nur, daß ihr weiterkommt«, sagte sie, »einmal lasse ich den Spaß noch durchgehen, beim nächstenmal melde ich euch Mrs. Frominghton, und was dann geschieht, könnt ihr euch vorstellen.«
    »Nun seien Sie mal nicht so, Miß Cathy. Sie sind doch sonst ganz in Ordnung.« Ralph, der 15jährige zeichnete mit beiden Händen den Umriß einer Frau in die Luft.
    »Wie meinst du das?« fragte Cathy streng.
    »So und auch anders.«
    »Ab jetzt.«
    »Klar, Frau Lehrerin, wir verschwinden.« Ralph verbeugte sich.
    »Und eine gute Nacht noch, kleine Cathy.«
    »Also, ich…« Cathy Barker holte tief Luft, kam aber nicht mehr dazu, etwas zu sagen, denn die beiden Jungs waren verschwunden.
    Ph! Cathy atmete tief durch. Da hatte sie sich etwas aufgeladen.
    Ferienbegleiterin für jungendliche Schüler. Da war es schon besser, man hütete einen Sack voller Mäuse, als diese 13 Jungen und Mädchen. Ausgerechnet noch 13. Nicht daß Cathy abergläubisch gewesen wäre, aber diese Zahl störte sie doch ein wenig. Vielleicht war es auch die unterbewußte Angst, die sie dabei empfand.
    Mit beiden Händen fuhr sie durch ihr kurzes dunkelbraunes Haar. Da sie für Lady Di schwärmte, die junge Frau des Prinzen Charles, hatte sie sich auch ihr Haar so schneiden lassen, wie es Diana trug. Nur konnte sie

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