Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen

0042 - Raumschiff TITAN funkt SOS

Titel: 0042 - Raumschiff TITAN funkt SOS
Autoren: Kurt Brand
Ads
ein Gehirn, das arkonidisch geschult war, konnte diese Mammutapparatur beherrschen.
    Ein ganz feines Vibrieren lief durch den Giganten. Diese Kugel, aus Arkonstahl gebaut, ruhend auf einem Ring aus Teleskopstützen, fieberte danach, in den Weltraum zu stürzen. Sechshundert Kilometer pro Sekundenquadrat betrug ihr Beschleunigungsvermögen. Das hieß, nach 10 Minuten Lichtgeschwindigkeit erreicht zu haben. Aber noch stand auf unzähligen Teleskopstützen dieser Koloß auf Zalits Raumhafen Tagnor.
    Vor acht Tagen war die GANYMED zur Erde geflogen; in wenigen Minuten verließ auch die TITAN diese Welt. Die Kraftwerke begannen mit Maximalleistung zu wimmern. Immer mehr Grünlampen erloschen. Klarmeldung von den Feldprojektoren. Auch sie warteten darauf aktiv zu werden. Das H-Feld lauerte in den Spulen. Es diente zur Abwehr von Massekörpern im Raum. Hier eingesetzt, fegte es auf zehn Kilometer Durchmesser den Raumhafen leer.
    Knapp blickte Rhodan nach rechts zur Bordpositronik. Ihn überkam so etwas wie Ehrfurcht vor dem Können der Arkoniden, die Unwahrscheinliches geschaffen hatten, bevor sie dekadent wurden und ihr herrliches Sternenreich zerfallen ließen und nun vor rund sechs Jahren - auf Arkon den Mammutcomputer als ihren Herrscher anerkannten.
    Da begann es in Perry Rhodan zu arbeiten. Das Weltreich der Arkoniden war reif „gepflückt" zu werden. Aber er wollte nicht als blutiger Eroberer kommen, nicht hinter sich führen diesen Kometenschweif aus Trümmern und Elend. Er wollte hier weiter aufbauen, doch nicht mit diesen Arkoniden, sondern mit den Menschen der Erde, dieser jungen, wagemutigen Art, der auch er entstammte. Wie eine Vision huschten diese Bilder vor ihm her. Zwischendurch das Plärren aus den Mikrolautsprechern: Meldungen, auf Meldungen, und die Bordpositronik lief. Das Programm rollte ab.
    Startprogramm! X kam.
    Vorlaufzündung der Triebwerke. Jetzt Fusionszündung! X minus null! Der Start! Ein Titane hob vom Boden ab. Eine Kugel von 1,5 Kilometer Durchmesser begann zu schweben. Das Unvorstellbare wurde Tatsache: Der größte Raumer der Galaxis begann, in den Raum zu stürmen. Der Planet fiel zurück. Der Weltraum kam scheinbar herangeschossen. Er wurde schwarz, und Voga, die Sonne des Systems, das sie gerade verließen, verwandelte sich in ein rotes Zyklopenauge.
    Und dann tauchte der Kugelhaufen M13 auf, dieses Feuerwerk an Sonnen - dieses unbeschreibliche Bild glänzender Perlenketten und der Kampf dieser weichen Strahlen gegen die dämonische Schwärze des Alls.
    „Welch ein Schiff", stöhnte Bully, und welch ein Wunder um unsere TITAN!"
    Thora und Crest, die beiden Arkoniden, standen zwischen den beiden Pilotensesseln, in denen Rhodan und Bull saßen. Sie kannten dieses Wunder; das war ihre Heimat. Vor dreizehn Jahren hatten sie den Kugelhaufen verlassen, um in der Galaxis nach der Welt des ewigen Lebens zu forschen. Auf dem Erdenmond war ihre Reise dann in einer Katastrophe zu Ende gegangen, und dreizehn Jahre lang hatten sie aus nächster Nähe miterlebt, wie unter Perry Rhodan aus einer „barbarischen" Erde das Volk heranwuchs und reif wurde, um in naher Zukunft das Erbe der Arkoniden zu übernehmen um Herr des Universums zu sein, wie einige terranische Schmalzschreiberlinge verblendet meinten.
    Thora und Crest glaubten es nicht; sie wußten, daß den Menschen der Erde es vergönnt war, sich über die gesamte Milchstraße auszubreiten, was ihrem eigenen Volk bis heute nicht gelungen war. Perry Rhodan hatte die Welt des ewigen Lebens auf Wanderer gefunden. Er und Bully waren von ES für würdig befunden worden, in einem Zellduschverfahren auf mehr als sechs Jahrzehnte nicht mehr zu altern. Sie, die Arkoniden, waren abgelehnt worden. Und jetzt war wiederum der Kommandant des größten Raumers der Galaxis ein Mensch der Erde: Perry Rhodan. Er war zum Verbündeten des Arkonidenreiches geworden! Er kämpfte um den Fortbestand des Imperiums.
    Thora und Crest dachten zur selben Zeit das gleiche. Sie erlebten noch einmal die vergangenen dreizehn Jahre in der fernen Fremde und ihre Rückkehr nach Arkon. Nun war ihnen die eigene Heimat fremd geworden. Anstelle von Arkoniden beherrschte ein Robotgehirn das Imperium, und an den Rändern dieses Sternenreiches kämpften arkonidische Raumer mit Robotern an Bord die aufflammenden Revolutionen schonungslos nieder.
    „Transition in zwölf Minuten!" gab die Automatik der Bordpositronik überallhin durch.
    Mit 0,8 Licht jagte die TITAN quer durch den

Weitere Kostenlose Bücher

Erbspione vogelfrei
Erbspione vogelfrei von K. H. Scheer