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Zwergkaninchen

Zwergkaninchen

Titel: Zwergkaninchen
Autoren: Monika Wegler
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Typisch Zwergkaninchen
    Zwergkaninchen sind die »Minis« unter den Kaninchenrassen und deshalb als Heimtiere besonders beliebt. Doch in jedem Zwerg steckt noch das Erbgut seiner Vorfahren, der Wildkaninchen, samt deren erstaunlichen Fähigkeiten und Eigenarten.
Zwergkaninchen kennenlernen
    Vor allem junge Zwergkaninchen wirken auf Kinder einfach unwiderstehlich. Mit ihren Kulleraugen und ihrem Plüschfell scheinen sie wie geschaffen zum Kuscheln und Liebhaben. Doch Kaninchen benötigen mehr zum Glücklichsein: Verständnis für ihre natürlichen Verhaltensweisen und die Möglichkeit, diese auch ausleben zu dürfen. Begleiten Sie mich in die spannende Welt der Kaninchen, und Sie werden diese munteren kleinen Hausgenossen mit ganz neuen Augen sehen.
    Glücklich nur mit Artgenossen
    Feldhasen sind ausgesprochene Einzelgänger, die nur zur Paarungszeit zusammenkommen. Wildkaninchen hingegen verbringen ihr gesamtes Leben innerhalb ihrer Gruppe, bestehend aus mehreren Männchen und Weibchen. Schließen sich einzelne Familienverbände zusammen, können Kolonien mit 100 und mehr Tieren entstehen. Dies tiefe Bedürfnis, gesellig zu leben, ist auch unserem Zwergkaninchen angeboren. All seine Verhaltensweisen sind darauf angelegt, sich als Gruppentier innerhalb der Gemeinschaft mit Artgenossen auszutauschen. Daran haben weder die jahrhundertelange Domestizierung (Haustierwerdung) noch die Zucht etwas Grundlegendes ändern können. Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass ein einzeln gehaltenes Kaninchen wirklich zufrieden und glücklich lebt. Weder ein Mensch noch ein Meerschweinchen können als Ersatzpartner den Artgenossen ersetzen. Auch die Pauschalaussage, ein einzeln gehaltenes Kaninchen werde zutraulicher, ist nicht richtig. Häufig ist das Gegenteil der Fall. Dies bestätigen mir Hunderte von Zuschriften verzweifelter Halter, die größte Probleme mit ihrem einzeln gehaltenen Kaninchen haben. Ob das Tier eine vertrauensvolle Bindung zum Menschen eingeht, stets scheu bleibt oder sich aggressiv verhält, hat zumeist ganz andere Ursachen ( > , > , > ).
    Sich wohl fühlen und genießen
    Das gesellige Kaninchen sucht und braucht den Körperkontakt zu seinen Artgenossen. Gern liegen sie zu zweit oder auch in kleinen Gruppen eng beieinander und kuscheln. Auch in stressigen Situationen drücken sich die Tiere häufig eng zusammen und fühlen sich dadurch geborgener. In den Ruhephasen, manchmal spontan, oder wenn ein Tier das andere durch Anstupsen mit der Schnauze dazu animiert, wird ein Partner dann ausgiebig an Kopf und Ohren beleckt, bis ein Wechsel stattfindet. Diese soziale Körperpflege wirkt auf alle Beteiligten sehr entspannend und festigt die freundschaftliche Bindung der Kaninchen untereinander. Im Sexualkontakt wirkt dieses Belecken stimulierend. In meinen Gruppen leben Häsinnen mit kastrierten Männchen zusammen. Und hier beobachte ich immer wieder, wie rangniedere Kaninchen den ranghöheren (dominanten) Tieren ihre Anerkennung dadurch zeigen, dass sie diese besonders häufig putzen. Beleckt der Zwerg Ihre Hand oder Ihren Arm, meist wenn Sie ihn streicheln, bedeutet sein Verhalten ebenfalls: »Ich mag dich, und deshalb putze ich dich.«
    Zugegeben, die Fußpflege ist nicht ganz einfach, doch wer so gelenkig wie ein Zwergkaninchen ist, der meistert die Übung lässig.
    Wer ist hier der Boss?
    In der Wildkaninchenkolonie herrscht eine strenge Rangordnung. So verteidigen vor allem dominante (ranghohe) Weibchen während der Paarungszeit und Jungenaufzucht aggressiv ihren Wohnungsbau. Und die Rammler kämpfen mit beginnender Geschlechtsreife heftig um ihren Rang innerhalb der Gruppe, bis sich ein Alpha-Männchen (Rudelführer) durchgesetzt hat. Unterlegene Rivalen fliehen, und so kommt es zu keinen ernsthaften Verletzungen. Auch fremde Artgenossen werden nicht so ohne weiteres im Revier geduldet und in die Kolonie aufgenommen. All diese Verhaltensweisen sind jedoch wichtig, um die Ordnung innerhalb der Kaninchengemeinschaft zu regeln. Und auch unsere Zwergkaninchen zeigen dieses Verhalten, je nach individueller Eigenart, unterschiedlich stark ausgeprägt. Doch wenn es zu Revierstreitigkeiten kommt und sich ein sanftes »Kuschelkaninchen« plötzlich zu einem »Kampfkaninchen« entwickelt, reagieren die meisten Halter entsetzt und verzweifelt. Und nur allzu schnell wird ein Schlussstrich gezogen unter das gesellige Miteinander, denn: »Kaninchen vertragen sich nicht. Sie müssen einzeln gehalten oder abgegeben

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