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Illuminatus 3 - Leviathan

Illuminatus 3 - Leviathan

Titel: Illuminatus 3 - Leviathan
Autoren: Robert Shea & Robert Anton Wilson
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Prolog
    (Wenn Sie bereits im Besitz des ersten und zweiten Teils der Illuminatus-Trilogie sind, brauchen Sie diese Einführung nicht zu lesen)
    Lange Einstellung eines riesigen Schattens, der auf eine Landkarte der Vereinigten Staaten fällt. Eine winzige Hand wird sichtbar, die eine kleine Flagge auf Chicago pinnt. Die Kamera fährt zurück und wir sehen Markoff Chaney, den Midget, mit einem unglaublich bösartigen Lächeln auf dem Gesicht. Er lacht stillvergnügt in sich hinein.
    Mister Chaney führt in der Tat einen Ein-Mann-Krieg gegen die Standardisierung (seine Größe liegt weit unter dem Standard) und die Mechanisierung (er ist sehr lebendig) der modernen Gesellschaft. Er ist es, der die Fußgängerampeln in allen größeren Städten so umgepolt hat, daß die GEH-Männchen ROT aufleuchteten und die WARTE-Männchen GRÜN; er war es, der Druckfirmen infiltrierte und die Anmerkungen auf Steuererklärungen formulierte ; er war es, der Geschäftshäuser mit den idiotischsten Hinweisschildern dekorierte, die mit « DAS MGT.» unterzeichnet waren (das stand für Midget, Zwerg — doch denken die meisten Leute, die Abkürzung stünde für Das Management und gehorchen pflichtbewußt). «Midget gegen Digits» lautete sein Mahamantra ... «Ich werde sie kriegen, bevor sie mich kriegen! » gackert er vor sich hin.
    (Nebenbei schreibt Markoff an einem Buch, das beweisen soll, daß jegliche Kultur und Wissenschaft von Männern vorangetrieben wurde, die kleiner als fünf Fuß waren. Er betitelt es: Kleine Männer mit großen Eiern ; aber Sie können sicher sein, daß, wenn es schließlich veröffentlicht wird, der Verleger den Titel in Kleine Männer mit großen Ideen geändert haben wird. Sollten Sie irgendwo jemals das Graffito NIEDER MIT GROSSISMUS sehen, dann können Sie sicher sein, daß Chaney vor Ihnen da war.)
    Aber leider ist der winzige Chaney — was ihm selbst verborgen bleibt - zu einer großen Handvoll Sand im Getriebe der Illumina-ten geworden, einer Geheimgesellschaft, deren Tun offenbar auf Rationalität, Ruhe und Ordnung, Wissenschaft und die totale Kontrolle des Menschen ausgerichtet scheint. Unfähig, den Aktivitäten des schwer faßbaren Midget auf die Spur zu kommen, schreiben die Illuminaten seine surrealistisch aufrührerischen Aktivitäten der ELF (der Erisischen Befreiungsbewegung) zu. Die ELF ist eine weitere weltumspannende Verschwörergruppe, die vom alten Mystiker Dealy Lama, der in der Kanalisation unter der Dealy Plaza in Dallas residiert, angeführt wird und, wie es aussieht, für Irrationalität, Mystizismus, Anarchie und totale Befreiung des Menschen einzutreten scheint.
    Schnitt. Großaufnahme von Joe Malik, wie er uns über seine eigene Beteiligung am Geschehen berichtet. « Ah ... ich gebe die
    Zeitschrift Confrontation heraus, wissen Sie, die letzte rot-glühende liberale Zeitschrift.» Er lächelt vieldeutig, durch und durch ein arabisch-amerikanischer Intellektueller, der sich so archaisch wie eine Untergrund-Eisenbahn fühlt. « Es ... äh ... fing alles beim Demokratischen Kongreß 1968 an, als ich ... äh ... den Glauben an den Liberalismus verlor und mich den JAMs anschloß. Simon Moon war's, der mich anwarb.»
    Simon Moon tritt ins Bild, ein wilder Haarschopf und ein schwarzkrauser Bart, die Augen glühen in einer einzigen LSD-Vision. «Tim Moon war mein Vater und er brachte mir und bei, bevor ich das Alphabet konnte. Das Wob-bly-Hauptquartier von Chicago kannte ich, bevor ich jemals ein Klassenzimmer von innen gesehen hatte. Als ich meinen Abschluß in Mathematik am Antioch-College gemacht hatte, hätte mich jede große Firma in den Staaten angestellt, doch erhoben sich zehntausend tote Wobs aus ihren Gräbern und sangen: , und ich beschloß, daß es viel ehrbarer war, meinen Lebensunterhalt mit Grasverkaufen zu verdienen . . . »
    Simon handelt tatsächlich nur von Berufs wegen mit Marihuana; seiner Berufung nach ist er ein fanatisches Mitglied der JAMs — der Justified Ancients of Mummu, einer Geheimgesellschaft, die seit Babylon überlebte und Mummu, die Göttin des Chaos, verehrt. Die JAMs befinden sich derzeitig im neunundfünfzigsten Jahrhundert ihres Kampfes gegen die Illuminaten.
    «Bevor ich mich den JAMs anschloß», sagte Joe Malik, «waren die einzigen Leute, die ich je über die Illuminaten reden hörte, rechtsgerichtete Spinner. Zuerst war ich mir ziemlich sicher, Simon würde mir einen Bären aufbinden. Aber dann