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Eternal - In den Armen des Vampirs

Eternal - In den Armen des Vampirs

Titel: Eternal - In den Armen des Vampirs
Autoren: V. K. Forrest
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und sich in Romanos Kehle zu verbeißen. Er wollte seine Halsader zerfetzen und das Blut auflecken, das herausspritzen würde.
    Arlan spürte, wie sein ganzer Hundekörper bei dem bloßen Gedanken daran zu zittern begann. Dieser Mann verdiente einen solch leichten Tod nicht. Er verdiente die Folter, bevor er starb. Er verdiente es, dabei zuzusehen, wie ein Hund seine Eingeweide fraß.
    Aber das war nicht Arlans Mission, rief ihn die menschliche Hälfte seines Verstandes zur Ordnung. Er war vom Hohen Rat mit dieser Liquidierung betraut worden. Von seinem geliebten Clan.
    Das Blut pochte in seinem Hals. Bis in den Kopf hinauf spürte er das Hämmern seines Herzens.
    Arlan durfte nicht zulassen, dass das Tier in ihm die Oberhand gewann. Die Hinrichtung musste so ausgeführt werden, wie sie geplant, wie sie befohlen war. Oder zumindest, wie in diesem Fall, da sein Partner nicht da war, soweit er es vermochte.
    Es juckte ihn hinter dem Ohr, und Arlan hob den Hinterlauf, um sich zu kratzen. Es war die vollkommene Verwandlung. Komplett inklusive Flöhen.
    Romano zog eine handgerollte Zigarette aus der Tasche und steckte sie sich zwischen die Lippen. Er klopfte seine Hosentaschen ab. Vergeblich.
    Er hatte sein Feuerzeug vergessen oder verlegt. Das war die perfekte Gelegenheit.
    Arlan musste sich konzentrieren, um trotz seiner augenblicklichen Gestalt seine menschliche Stimme benutzen zu können. »Feuer?«, fragte er auf Griechisch.
    Romano wandte sich dem dichten Gestrüpp zu, das zwischen den Ruinen des Areopags wuchs. Selbst wenn Archäologen die nächsten zehn Jahre hier ununterbrochen gruben, würden sie doch nicht all die antiken Schätze heben, die nun von Felsen, menschlichem Unrat und den natürlichen Ablagerungen der Zeitläufe bedeckt waren.
    Arlan verengte seine gelben Hundeaugen zu schmalen Schlitzen, und jeder Muskel in seinem mächtigen Körper spannte sich an, während sich das so harmlos wirkende Monster vor ihm der Stimme aus dem Dunkel zuwandte.
    »
Ne
«, bejahte Romano und blinzelte, um den Fremden besser sehen zu können.
    Arlan sah sich prüfend um, bevor er sich mit seinen starken Läufen vom Boden abdrückte. Wenn er aufrecht stand, war er fast so groß wie Romano.
    Arlan grub seine nadelspitzen Reißzähne in den Hals des Mannes und ließ nicht mehr locker. Die Zigarette flog in hohem Bogen aus Romanos Hand. Im Schock riss er seine braunen Augen weit auf.
    Arlan schleifte Romano in ein Gebüsch, wo sie niemand überraschen konnte. Romano schlug unter erstickten Schreien wild um sich und kam wieder auf die Beine.
    Für den Bruchteil einer Sekunde fürchtete Arlan schon, einen Fehler gemacht zu haben. Hatte er in seinem Übereifer den Erfolg des Auftrags aufs Spiel gesetzt?
    Ein Knurren aus dem Gebüsch ließ Arlan zusammenfahren, und beinahe hätte er Romano losgelassen.
    Aus der Dunkelheit schnellte ein Schatten. Arlan stieß vor Überraschung einen Schrei aus, der als tiefes, grollendes Knurren aus seiner Kehle drang.
    Der graue Hund stieß Romano in die Seite und warf ihn erneut zu Boden. Der junge Rüde aus dem Rudel stürzte sich als Nächster auf ihn. Das Opfer schrie wieder, aber seine Stimme wurde vom Knurren und Schnappen der Hunde übertönt. Nun sprangen die Hündinnen den Kinderhändler von allen Seiten an, und für einen Augenblick suhlten sich alle im Blutrausch.
    Arlan hatte die Zähne noch immer tief in Romanos Hals gegraben; ihm wurde vom Geschmack des Menschenblutes ganz schwindlig. Für manche war es nichts weiter als Nahrung oder ekelte sie sogar an, aber auf Arlan wirkte es wie eine Droge, die ihm zu Kopfe stieg. Der Mann krampfte unter ihnen. Mit Hilfe des Rudels wilder Hunde würde er ihn in ein paar Minuten in Stücke gerissen haben.
    Nicht so,
warnte der Mensch in Arlans Hundehirn.
Alles muss seine Richtigkeit haben. Ich darf keinen Fehler machen. Ich darf nicht zulassen, dass Raserei über Vernunft siegt.
    Alles, was Arlan tun konnte, war loszulassen. Als er sein Maul wegzog, zerfetzten seine Zähne Fleisch.
    Zwei Dolche waren von Gesetzes wegen für eine Liquidierung nötig, aber diesmal würde einer genügen müssen. Arlan würde dem Hohen Rat später dafür Rede und Antwort stehen.
    Vor dem Auge des sterbenden Mannes morphte Arlan sich in einen Mann zurück. »Geht«, befahl er den Hunden, die ihm zu Hilfe gekommen waren.
    Von der Verwandlung schockiert, ließ der große Graue von dem Menschen ab und fiel mit rollenden Augen zu Boden.
    »Weg hier! Macht, dass ihr

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