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Dein Blick in meiner Morgenroete

Dein Blick in meiner Morgenroete

Titel: Dein Blick in meiner Morgenroete
Autoren: Cathy McAllister
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P rolog
    Cole stand mit dem Priester neben dem Plateau, das im Garten aufgebaut war. Seine Mum, sein Dad und der Rest seiner Familie standen hinter ihm. Er war schrecklich nervös. Vor lauter Aufregung hatte er heute keinen Bissen runterbringen können und jetzt hatte er ein ganz flaues Gefühl im Magen, das sowohl vom Hunger, als auch von der Aufregung kam. Heute war Faith’ und seine Zeremonie. Jeden Moment würde sie kommen, geführt von ihrer Mum, und dann würde der Priester ihre Seelen wieder vereinen. Er spürte die rohe Wunde in seinem Herzen, wo man Faith herausgerissen hatte. Die Erinnerung an den Schmerz der Trennungszeremonie ließ ihn zusammenzucken, doch er spürte auch die hauchzarte Verbindung, die sie noch immer hatten.
    ›Nicht mehr lange.‹ Er war erleichtert und aufgeregt zugleich.
    Eine leichte Unruhe entstand unter den anwesenden Gästen und Cole blickte auf. Sein Herzschlag beschleunigte sich, als er Faith mit ihrer Mum auf sich zukommen sah. Wie schön sie war mit ihren unbändigen roten Haaren und dem herzförmigen Gesicht. Ihre grünen Augen schimmerten feucht und auch ihm stiegen Tränen in die Augen. Er nahm ihren Anblick von Kopf bis Fuß auf, die sanften Rundungen ihres Körpers, ihr Gesicht. Sie errötete und ein Lächeln glitt über seine Züge. Ihre Blicke trafen sich und lösten sich nicht voneinander bis sie vor ihm stand. Er widerstand nur mit Mühe dem Drang, sie in seine Arme zu ziehen. Nicht jetzt! Nicht hier! Die Zeremonie war durchgeplant bis ins letzte Detail und er musste sich daran halten.
    »Wenn ihr beiden mir dann bitte auf das Plateau folgen würdet«, sagte der Priester.
    Cole nahm Faith’ Hand und führte sie die Stufen hinauf, dem Priester folgend. Oben stellten sie sich gegenüber, wie es sich für die Zeremonie gehörte: Stirn an Stirn, die Handflächen auf Brusthöhe gegeneinandergepresst. Sie mussten ihre Augen schließen und der Priester begann mit dem Ritual. Die leise gemurmelten Worte nahm Cole kaum wahr, er konzentrierte sich ganz auf das Gefühl, das sich in seiner Brust ausbreitete. Es war ein seltsames, aber angenehmes Gefühl, als würde er in Faith hineinkriechen und sie in ihn. Die rohe Wunde in seinem Herzen schloss sich. Endlich fühlte er sich wieder komplett ausgefüllt. Sie gehörte jetzt zu ihm. Ihre Verbindung war erneuert. Er hörte die begeisterten Rufe der Gäste und Wärme durchflutete ihn. Er wusste, was die Anwesenden jetzt sahen: Sein und Faith’ Körper leuchteten mit der Energie, die sie erfüllte. Eine Hand legte sich auf seinen Kopf, die Hand des Priesters, der den Segen sprach.
    »Mahem da fol Laviji«, erklangen die Worte, die die Zeremonie abschlossen.
    Cole öffnete die Augen und sein Blick traf auf Faith’. Es war vollbracht. Sie lösten ihre Hände voneinander und Cole schenkte seiner Gefährtin ein strahlendes Lächeln. Er lehnte sich vor und küsste sie voller Zärtlichkeit, sehr zum Gefallen der Gäste, die laut jubelten. Coles Herz hüpfte vor Freude. Heute war ein Tag, an dem er die ganze Welt umarmen könnte. Alle Welten, um es ganz genau zu nehmen.
    ›I love you. Je t’aime. Ti amo. Vos amo. Ich liebe dich!‹, sagte er in seinen Gedanken.
    ›Angeber‹, kam Faith’ lachende Stimme telepathisch zurück. ›Dito!‹

K apitel 1
    Ich öffnete die Augen und blickte in seine wie in zwei tiefblaue Tümpel. Ich hätte in ihren Tiefen ertrinken können, ohne dass es mir etwas ausmachte. Es wäre nicht das erste Mal und sicher auch nicht das letzte. Mein Herz schlug schneller. Alles war wieder möglich. Ich musste lächeln bei diesem Gedanken. Wir waren nun offiziell wieder Gefährten.
    »Guten Morgen«, sagte Cole heiser. Auch er lächelte und Schmetterlinge begannen in meinem Bauch Mambo zu tanzen.
    »Guten Morgen«, erwiderte ich ein wenig atemlos.
    Ein Gefühl von Glück, aber auch Unsicherheit schnürte mir die Kehle zu. Ich zitterte kaum merklich. So viel war passiert. Ich hatte erlebt, wie es sich anfühlt, wenn einem das Herz aus der Brust gerissen wurde, und ich hatte nicht vor, diese Erfahrung zu wiederholen. Glück konnte so zerbrechlich sein. Das Leid lauerte immer unter der Oberfläche, bereit, dich hinabzuziehen in die unendlichen Tiefen, doch daran wollte ich jetzt nicht denken.
    »Wie fühlst du dich?«, fragte Cole und legte eine Hand an meine Wange. Seine Hand fühlte sich rau an, doch die Berührung war sanft, ebenso wie sein Blick.
    »Wie in einem Traum«, antwortete ich schwach. Ich hatte auf einmal

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