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feiert Weihnachten

feiert Weihnachten

Titel: feiert Weihnachten
Autoren: Usch Luhn
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Das erste Kapitel
    beschert Nele einen tollen Sonntagmorgenbeweist, dass Sammy hüpfen kann wie eine Springmauszeigt, dass Plemplem ein echt zickiger Vogel istaber Nele lässt sich nicht unterkriegen, denn
    Juchhe! Endlich Winter!

    Bevor Nele noch ganz aufgewacht war, spürte sie es bereits in ihrem linken kleinen Zeh. Etwas war anders an diesem frühen Sonntagmorgen. Sie schnupperte erwartungsvoll.
    Nein. Mama hatte keine heiße Schokolade zum Frühstück gekocht, Großtante Adelheid nicht ihren Spezialmarmorkuchen gebacken. Trotzdem duftete es besonders.
    Nach einer Sache, die Nele sehr lange vermisst hatte.
    Im gleichen Augenblick hörte sie ihren Hund Sammy laut und ungestüm bellen. Anscheinend war der Langschläfer auch schon auf seinen vier Pfoten. Das war wirklich ungewöhnlich.
    »Es wird doch nicht …«, murmelte Nele. »Heute gibt es doch nicht etwa …«
    Schlagartig war sie hellwach und schnellte wie ein Stehaufmännchen aus ihrem warmen Bett hoch. Drei große Hüpfer, dann war sie am Fenster und schaute erwartungsvoll hinunter in den Burghof.
    »Jipppieh!«, brüllte Nele los. »Es schneit, es schneit, es schneit!« Sie riss das Fenster auf und hielt den Kopf in die eisige Luft. Dann streckte sie die Zunge heraus und versuchte so viele Schneeflocken wie möglich damit aufzufangen. »Hmmm. Schmeckt nach Winter«, rief sie begeistert.
    »Wuffwuffwuff!«, stimmte ihr Sammy zu. Er raste wie verrückt durch den Hof und jagte den Schneeflocken hinterher. Aber die frechen Biester waren einfach schneller. Schließlich versuchte er es mit einer neuen Methode.
    Er sprang aus dem Stand hoch und warf den Kopf mit geöffnetem Maul weit nach hinten in den Nacken. So landeten die Schneeflocken direkt in seinem Schlund.
    Lange hielt Sammy das allerdings nicht durch. Schon nach wenigen Minuten war er total erschöpft und streckte alle viere von sich. Er hechelte so heftig wie sonst nur, wenn Nele mit ihm und seinem Hundekumpel Otto durch den Wald gelaufen war.
    Bereits eine ganze Weile wohnte Nele mit Mama, Papa und ihrem Bruder David auf Burg Kuckuckstein, die einem ziemlich schrägen Vogel gehörte. Dem Papagei Plemplem nämlich. Nele hatte Burgherr Plemplem vom ersten Tag an in ihr Herz geschlossen. Auch wenn Plemplem heute zickig, morgen witzig, übermorgen frech und überübermorgen alles auf einmal war und seine angeknabberten Walnusskerne überallhin spuckte.
    Gerade versenkte er sie am liebsten in die Keksdose auf dem Küchentisch, was Neles Mama so richtig rasend machte.
    Plemplem wiederum gehörte Adelheid. Die muntere Großtante von Nele hatte den Vogel zusammen mit Burg Kuckuckstein geerbt. Weil Adelheid aber viel lieber durch die Welt reiste, als auf einer Burg zu versauern, wohnte Neles Familie auf Kuckuckstein und passte auf Plemplem auf. Der Papagei brütete nämlich ganz schön viel Unsinn unter den Federn aus. Wenn Adelheid gerade nicht auf Abenteuersuche war, teilte sie sich den höchsten Turm mit ihrem Papagei. So wie gerade jetzt.
    In dieser Sekunde kam Plemplem aus seinem Turmzimmer herbeigesegelt.
    Im Gegensatz zu Nele und Sammy war er anscheinend gar nicht begeistert von dem Schnee. Er schimpfte mit den Schneeflocken wie ein Rohrspatz herum.
    »Verrückt! Verrückt! Verrückt!«, kreischte er und versuchte, die Flocken mit seinen Flügeln aufgeregt zu vertreiben. Aber sosehr er sich auch aufplusterte. Es schwebten immer neue Schneeflocken vom Himmel herunter.
    Schließlich landete er auf dem Brunnenrand und streckte seinen gelben Schnabel in die Höhe wie eine beleidigte Leberwurst. Dabei plapperte er pausenlos vor sich hin. »Plemplem! Plemplem! Plemplem!« Die zarten Schneeflocken fingen sich in seinen Kopffedern und bildeten darauf einen feinen Kranz. Der sah fast aus wie eine Krone.
    »König Plemplem!«, rief ihm Nele zu. »Guten Morgen, mein Süßer. Ist das nicht ein herrlicher Sonntag?« Sie warf ihm eine Walnuss zu. Davon hatte sie immer einen Vorrat in ihrem Zimmer.
    Plemplem fing die Walnuss geschickt mit seinem Schnabel auf und zermalmte sie bedächtig. Danach blinzelte er zu Nele hinauf und krächzte laut: »Du bist verrückt, mein Kind.«
    Diesen Satz hatten Nele und ihre Freundin Tanne dem Papagei im Sommer beigebracht. Das war gar nicht leicht gewesen, und zur Belohnung hatte Nele ihn mit so vielen Walnüssen gefüttert, bis er richtig moppelig geworden war.
    »Selber verrückt!«, antwortete Nele ihm fröhlich. Sie grinste zufrieden in den Himmel. Es schien nicht so, als würde

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