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1170 - Baphomets Beute

1170 - Baphomets Beute

Titel: 1170 - Baphomets Beute
Autoren: Jason Dark
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achten. Das nutzte die Detektivin aus. Sie bückte sich, nahm die Beretta an sich und fuhr aus der Drehung heraus zu Reddy hin.
    Die Karten waren umgekehrt verteilt. Diesmal hielt Jane Collins die Trümpfe in den Händen. Sie gab Reddy Gelegenheit, sich zu erholen, denn sie sollte bewusst erkennen, in welcher Lage sie sich befand.
    Der Aufprall musste sehr schmerzhaft gewesen sein, denn die Wärterin hatte Schwierigkeiten, Luft zu bekommen.
    Jane zielte auf sie. Die Detektivin berührte mit dem Rücken die gegenüberliegende Wand. Es war ein guter Abstand für einen Schuss. Das würde bestimmt auch Reddy wissen und deshalb keine Schwierigkeiten machen. Auch Personen, die den Teufel liebten, hingen am Leben.
    Jane hörte Reddy stöhnend atmen.
    »So können sich die Dinge ändern«, sagte Jane und lächelte die Person kalt an.
    Reddy sagte nichts. Sie schaute nur. Ihr Mund stand offen. Sie saugte die Luft ein. Ihr Blick irrte von einer Seite zur anderen, doch es gab keine Möglichkeit für sie, ungeschoren und unverletzt aus der Lage herauszukommen.
    Irgendwann hatte sich die Frau wieder gefangen. Ihr Blick erhielt den Ausdruck, den Jane Collins schon kannte. Sie musste zugeben, dass er anders wirkte als noch Minuten zuvor. Er war nicht mehr so glatt. Er war unruhiger geworden. Sie wirkte wie jemand, der unter starker Angst litt.
    »Dann schieß doch!«
    Jane lächelte und schüttelte den Kopf. »Ich weiß noch nicht, ob ich schießen werde. Das kommt ganz allein auf Sie an, Reddy.«
    »Ich sage nichts!«
    »Das wäre ein Fehler!«
    »Ist mir egal!«
    Sie war verbohrt. Der Hass hatte ein unsichtbares Kleid um sie herum gebildet. Für sie gab es nur den Teufel und den Auftrag, den sie erhalten hatte. Etwas anderes kam für sie nicht in Frage. Da ging sie keine Kompromisse ein.
    »Die Hölle wird nicht gewinnen«, sagte Jane, und sie war von ihren Werten überzeugt. »Sie müssen es mir glauben, Reddy. Ich habe meine Erfahrungen sammeln können.«
    »Was heißt das schon? Wer auf den Teufel vertraut…«
    »Ist verloren. Er und seine Vasallen haben niemals einen richtigen Sieg erringen können. Einen, der alles umschließt, sodass sie zufrieden sein konnten. Es waren Teilsiege, aber…«
    »Die reichen!«, schrie Reddy Jane ins Gesicht. »Auch hier hat er einen Teilsieg errungen. Das Kind ist geboren. Wir beide haben die Schreie gehört. Es ist vollbracht.«
    »Wo?«
    Reddy hatte die Frage schon verstanden. Nur dachte sie nicht daran, Jane eine Antwort zu geben, denn sie lachte ihr nur schallend ins Gesicht.
    »Es ist hier unten, nicht wahr?«
    »Sicher.«
    »Und Sie kennenden Weg!«
    »Kann sein!«
    »Ich will ihn wissen!«
    Die Wärterin schüttelte heftig den Kopf. Freiwillig würde sich die Wärterin nicht auf ihre Seite stellen, das war Jane klar? Sie musste gezwungen werden.
    Jane zielte auf die Stirn der Frau. »Auch jemand, der seine Seele und damit sein Dasein dem Teufel oder einem anderen Dämon verschrieben hat, lebt gern. Er ist schließlich noch immer ein Mensch. Sie werden keine Ausnahme machen.«
    »Ach, meinst du?«
    »Bestimmt!«
    »Du kannst mich töten, Jane Collins. Los, schieß doch!« Sie reckte ihr knochiges Kinn vor. »Mach schon. Ich warte darauf. Ich werde gern in seinem Namen zur Hölle fahren.«
    So sehr Jane diese Worte anwiderten, für sie stand fest, dass Reddy es auch so gemeint hatte. Jane ließ die Frau nicht aus den Augen. Ihr entging deshalb nicht die Veränderung in Reddys Gesicht. Es hatte bisher nur die negativen Gefühle widergespiegelt, nun kehrten diese zwar nicht ins Gegenteil um, aber weit davon entfernt waren sie auch nicht. Da strahlten plötzlich die Augen, als sie ihren Kopf leicht nach rechts drehte, um auf etwas zu schauen, was nur sie sah. Und es musste für sie wunderbar sein, denn Jane Collins hatte die Frau noch nie so verzückt lächeln gesehen. Es war anders als das kalte und diabolische Lächeln im Fahrstuhl. Dieses hier war fröhlich, fast schon glücklich, und Reddy schüttelte sogar leicht den Kopf.
    »Was ist los?«, fragte Jane.
    »Nein, nein, du schaffst es nicht. Du bist einfach zu schwach. Es ist unmöglich…«
    Jane wollte vorgehen und die Frau packen, um sie herumzuwirbeln, denn sie erinnerte sich noch gut daran, aus welcher Richtung sie die Schreie gehört hatte.
    Da geschah es.
    Es war auch nur deshalb zu hören, weil in diesen langen Augenblicken niemand etwas sagte.
    Ein leises Knirschen. Das Geräusch entsteht, wenn Glas zerbricht. Aber es lag kein
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