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Zweyer, Jan - Rainer

Zweyer, Jan - Rainer

Titel: Zweyer, Jan - Rainer
Autoren: Verkauftes Sterben
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    Jan Zweyer
    Verkauftes Sterben
    Kriminalroman
    grafit
     

    © 2004 by GRAFIT Verlag GmbH
    Chemnitzer Str. 31, D-44139 Dortmund
    Internet: http://www.grafit.de
    E-Mail: [email protected]
    Alle Rechte vorbehalten.
    Umschlagillustration: Peter Bucker
    Druck und Bindearbeiten: Clausen & Bosse, Leck ISBN 3-89425-289-8
     

    Rechtsanwalt Rainer Esch mag es nicht glauben: Selbst mit den Lebensversicherungen Todkranker werden noch Geschäfte gemacht. Als der Mandant, der ihm davon erzählt hat, sehr überraschend stirbt, stößt Rainer auf noch mehr unglaubliche Vorgänge im Gesundheitswesen und auf sehr kreative Apotheker…
     
    Für Barbara
     
    Natürlich sind auch in diesem Buch alle Namen und Ereignisse frei erfunden. Deshalb wäre jede Ähnlichkeit mit lebenden oder toten Personen völlig zufällig. Das gilt insbesondere für die Namen der beschriebenen Apotheken und ihrer Inhaber.
    Sollte trotzdem wider Erwarten einer der rund 21.500
    Apotheker der Bundesrepublik Deutschland meinen, sich oder seine Apotheke an der einen oder anderen Stelle wiederzuerkennen, rate ich ihm freundlich zu einer Überprüfung seiner Geschäftspraktiken.
     
    Prolog
    Der Mann sah nicht so aus, als ob er nur noch weniger als ein Jahr zu leben hätte: knapp dreißig Jahre alt, schlank und hoch gewachsen, leicht gebräunter Teint, volles dunkelbraunes Haar.
    Horst Mühlenkamp saß seit fünf Minuten vor dem Schreibtisch Rainer Eschs und hatte mit seinem Anliegen tiefe Bestürzung bei dem Anwalt ausgelöst.
    Nervös zog Esch an seiner Zigarette. »Es gibt also keinen Zweifel, dass Sie…« Ihm fehlten die Worte.
    Sein neuer Mandant schüttelte den Kopf. Dabei zeigte er ein resignierendes Lächeln. »Ich verstehe Ihre Reaktion. Aber Sie brauchen mich nicht mit Samthandschuhen anzufassen. Ich wurde eine Woche in einer Spezialklinik untersucht. Meine Ärztin hat mir vor einigen Tagen den Befund mitgeteilt.
    Leukämie im Endstadium. Da ist nichts mehr zu machen.
    Wenn ich Glück habe, kann ich mit meinen Freunden noch Weihnachten verbringen.«
    Der Anwalt schluckte. Vor drei Wochen hatte er mit Elke und anderen Freunden Sylvester gefeiert. Kein Jahr mehr bis zum nächsten Heiligabend! Er versuchte, sich in die Gefühlswelt seines Gegenübers zu versetzen. Wie würde er selbst reagieren? Zunächst vermutlich mit seinem Schicksal hadern.
    Und dann? Könnte er sich mit einer solchen Diagnose abfinden? Unheilbarer Blutkrebs. Ein Todesurteil. Nein, er hatte nicht die geringste Ahnung, wie Horst Mühlenkamp empfand. Und wenn er ehrlich war, wollte er den Gedanken an seinen eigenen Tod lieber unterdrücken. Eine Überlegung drängte sich ihm auf. Konnte Rauchen eigentlich auch Leukämie auslösen? Plötzlich schmeckte ihm die Reval nicht mehr. Esch zerdrückte die Königskippe im Aschenbecher und erinnerte sich an seinen in der Sylvesternacht gefassten Vorsatz, die Qualmerei sein zu lassen. Bis zum Neujahrsabend hatte er tatsächlich keine Zigarette angerührt. Das lag zum einen an seinem Kater, zum anderen hatten Elke und er bis spätnachmittags im Bett gelegen. Aber dann hatte doch wieder das Verlangen nach Nikotin gesiegt. Kleine persönliche Niederlagen. Same procedure as every year.
    »Ich weiß nicht, was ich sagen soll… Es tut mir Leid«, presste Rainer zwischen den Zähnen hervor und vermied es, seinem Mandanten in die Augen zu schauen.
    Mühlenkamp winkte ab. »Danke. Aber ich habe mich schon fast damit abgefunden. Mir geht es jetzt darum, die mir verbleibende Zeit so gut wie möglich zu nutzen.«
    Das verstand Rainer. »Was kann ich denn genau für Sie tun?«
    Mühlenkamp griff zu einem Aktendeckel, den er vor sich deponiert hatte, und holte ein Schriftstück heraus. »Wie ich Ihnen eben schon sagte, bin ich allein stehend. Und: Ich brauche Geld, um das zu tun, was ich schon immer machen wollte.«
    Esch vermutete, dass Mühlenkamp über Immobilien oder Aktien verfügte, die er jetzt so effektiv wie möglich versilbern wollte. »Nachvollziehbar.«
    »Ich besitze eine Lebensversicherung über fünfzigtausend Euro. Begünstigte war meine Mutter. Sie ist aber vor zwei Jahren verstorben.«
    Der Anwalt rekapitulierte, was er über Lebensversicherungen wusste. Damit war er schnell fertig. Da er selbst noch nie über ein ausreichendes und vor allem regelmäßiges Einkommen verfügt hatte, um Prämien bezahlen zu können, bezog er seine Kenntnisse aus dem oberflächlichen Studium diverser Presseorgane. Juristisch war ihm diese Thematik ebenso fremd

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