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Zutritt verboten

Zutritt verboten

Titel: Zutritt verboten
Autoren: K.H. Scheer
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durch die Gänge zu der Rohrbahn, die innerhalb dieser gigantischen Raumstation wohl erforderlich war. Niemand sagte einen Ton.
    Sehr schnell waren wir wieder beim Raumschiff. Der Start erfolgte gleich darauf. Wir waren in dem gleichen Laderaum. Erst als ich den Mars kleiner werden sah und die tobenden Maschinen hörte, lockerte sich meine unsägliche Spannung. Hannibal tropfte der Angstschweiß von der Stirn. Sogar Manzo zitterte, und dabei hatte ich immer gedacht, die Natur hatte bei ihm die Nerven vergessen.
    Die Deneber brachten uns tatsächlich zurück! Niemals hätte ich ernsthaft damit gerechnet, niemals! Es war alles so einfach gewesen, so erschreckend unkompliziert.
    Die Sterne auf der Bildfläche verschwammen wieder. Wir näherten uns erneut der Lichtgeschwindigkeit.
    Ich dachte fiebernd an die Bombe. Funktionierte auch der Zünder? Ging sie nicht zu früh, vielleicht überhaupt nicht hoch? Es war eine Qual, still und starr neben den Freunden zu hocken und auf etwas zu warten, was durch einen lächerlichen Zufall niemals eintreten konnte. Was mußte geschehen, wenn die Bombe vorzeitig entdeckt wurde?
    Hannibal sah mich plötzlich beschwörend an. Ich wußte auch, daß meine Lippen krampfhaft gezuckt hatten.
    Als der irdische Mond wieder auftauchte, zogen wir einige lange Schleifen. Die Burschen landeten in einer ganz gemütlichen Bremsellipse, als hätte es niemals schnelle und schwerbewaffnete Raumjäger gegeben.
    Das verzögerte die Landung. Es dauerte alles viel zu lange. Ich machte mir bereits bittere Vorwürfe! Warum hatte ich den Zünder nicht auf drei oder dreieinhalb Stunden eingestellt. Wenn es jetzt schon passierte, konnten in dem gemächlich landenden Raumschiff eine katastrophale Situation entstehen.
    Manzo und Hannibal dachten auch daran. Sie hielten ihre Waffen fest umklammert, und der Blick des Mutanten schweifte immer häufiger zu dem Kapitän hinüber.
    Dann kam die Landung. Die Maschinen verstummten, und gleich darauf erhielten wir den Befehl, die unglaubliche Konstruktion zu verlassen.
    Ich hatte meine Fingerspitzen auf den Magnetverschlüssen innerhalb der Oberschenkel liegen. Deutlich konnte ich die beiden Verzögerungs-Atombomben spüren, deren Energieentwicklung nur in der Form von Hitze auftrat.
    „Folgen Sie mir“, befahl Uljitschin und trat aus dem Raum. Die Bomben rutschten in meine Handfläche. Kaum hörbar zischte ich:
    „Auf 15 Minuten einstellen. Fallen lassen.“
    Die Handgriffe beherrschten wir im Schlaf. Insgesamt sechs Bomben aus unseren kernphysikalischen Mikrolabors rollten unter die Spitze. Der Laderaum lag in der Mitte des Schiffes.
    Erst danach gingen wir. Etwas schneller als sonst, aber niemand merkte es.
    Weiter vorn sah ich zwei Deneber. Es schienen die einzigen Mitglieder der Besatzung zu sein. Wir kamen durch den Druckschlauch wieder in die Höhle, deren innere Luftschleuse sich säugend schloß.
    Die Nachahmung des Dr. Wjerbow stand in der Halle.
    „Sie kommen spät!“ warf er dem Offizier vor. Er war sehr heftig. „Nun aber schnellstens die Sperre vorlegen. In einer halben Stunde beginnt schon die Morgenfütterung.“
    Die ersten der heimgekehrten Wächter wurden in den Nebenraum geführt, wo schon der Arzt wartete. Die Roboter aber auch, das ahnte ich.
    Sie kamen nicht mehr zurück, wonach ich vermutete, daß man sie nach dem Erwecken auf einem anderen Weg in die Monsterhöhle zurückschickte.
    Manzo verschwand vor uns. Hannibal und ich kamen als letzte Leute. Der Stab erschien wieder, und uns wurde eindringlich suggeriert, daß wir alles zu vergessen hätten. Wir wären zur Untersuchung in die Halle gekommen, hätten dort gewartet und die Negativen bewacht, bis wir nun wieder gehen könnten. Der Befehl zum Aufwachen kam.
    Wir taten es gemächlich, spielten die völlig Unbefangenen, und Dr. Wjerbow lächelte wieder herzlich.
    „Gehen Sie zu Ihrer Station zurück“, meinte er freundlich. „Die Türen sind auf. Den Weg kennen Sie ja, nicht wahr? Nein – benutzen Sie diese Tür hier.“
    Wir winkten ihm grinsend zu. Trotzdem lag mein Finger noch immer auf dem Abzug der Waffe.
    Wir waren eben auf dem Gang, als ich die entsetzten Schreie hörte. Es war Uljitschin, und dann fiel auch der Arzt ein. Draußen mußten eben die Bomben im Raumschiff in den Kernprozeß getreten sein, und vor einigen Minuten hatte es auch auf Phobos geknallt.
    Hannibal lag plötzlich auf dem Boden. Draußen erfolgte eine dumpfe Detonation. Die Felswände begannen zu beben. Dieses

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