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Yoga und Vegetarismus

Yoga und Vegetarismus

Titel: Yoga und Vegetarismus
Autoren: Sharon Gannon
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vorwort
von Patrick Broome

    Im Yoga geht es darum zu erkennen, was die Welt in ihrem Innersten zusammenhält. Dieses Gesamtbild geht überall verloren. Wir entfremden uns immer mehr von unserem Körper, unseren Mitmenschen und unserer Umwelt.
    Yoga zielt auf tiefe Intimität ab. Ist diese enge Beziehung einmal hergestellt, dann sollten wir die Werte, mit denen Beziehung gelingt, zu den Prinzipen des Zusammenlebens aller Spezies machen: Vertrauen, Toleranz, Rücksichtnahme, Zuhören und Zusammenarbeit.
    Nahrung liefert die Grundbausteine für unseren Organismus. Gleichzeitig ist Nahrung ein kraftvoller Träger von Energie. Pflanzliche Nahrung enthält diese Energie in der reinsten Form. Wachstum und Transformation werden möglich. Durch frische pflanzliche Nahrung heilen wir erst uns und dann den Planeten. Dies gilt umso mehr, als die Zerstörung nicht mehr allein Menschen betrifft, sondern den Planeten als Ganzes. Es ist dringend notwendig, dass jeder Mensch die Verantwortung für seine Entscheidungen und sein Handeln wahrnimmt. Und als Vegetarier fügen wir uns selbst, den Tieren und unserem Planeten den geringsten Schaden zu.
    Yoga und Vegetarismus gehen deshalb schon seit sehr langer Zeit Hand in Hand. Die direkteste Methode zur Herbeiführung positiver Veränderungen im Körper ist eine bewusste Ernährung. Und es wurde höchste Zeit, dass uns Sharon Gannon daran erinnert, dass letztlich nur die Kombination von Yoga und pflanzlicher Ernährung zum Zustand des Yoga (Einheit) führen kann. Basierend auf dem Grundgedanken „Alles ist eins“ ist es nur konsequent, nichts und niemand töten und essen zu wollen und so wenig Schaden in der Welt anzurichten wie möglich. Außerdem führt diese Kombination am schnellsten zur Befreiung der Lebenskraft.
    Als letzte Instanz hab ich jedoch nur eine Legitimationsquelle: mein eigenes Mitgefühl. Und da reicht mir persönlich der Blick in die Augen einer Kuh, um jeglichen Appetit auf einen Hamburger vergehen zulassen. Doch für die meisten Menschen hat das Fleisch auf dem Teller bisher noch kein Gesicht, keinen Namen, kein Schicksal. Die Verbindung zwischen den Kühen auf der Weide und dem Steak auf dem Teller ist verloren gegangen. Und ebenso ist das durch den Fleischkonsum erzeugte Leid vergessen: das Leid unseres Planeten, den wir so missbrauchen; das Leid der 1,2 Milliarden unterernährten, weil fehlernährten Menschen; das Leid der Milliarden von Schlachttieren. All dieses Leid entstand aus nur einem Grund: industrieller Profitgier.
    Es stimmt mich immer wieder traurig zu sehen, wie und mit welchen Mitteln die Tierzucht-Lobbyisten Einfluss nehmen. Sie versuchen, uns zu suggerieren, Fleisch sei „ein Stück Lebenskraft“ – ohne das wir nicht leben könnten. Dabei beweisen etliche Studien, dass vor allem unsere tierproteinreiche Ernährung für einen Großteil unserer Krankheiten und Ängste verantwortlich ist.
    Als Yogis tragen wir Verantwortung. Verantwortung für uns selbst und für die anderen Menschen, die Gesellschaft, alle Lebewesen, unseren Planeten. Auch hier gilt: Alles ist miteinander verknüpft. Und der einfachste Weg, all dem Leid ein Ende zu setzen, ist, sich noch heute für eine rein pflanzliche Ernährung zu entscheiden.
    Und lasst euren Tisch einen Altar sein, auf dem das Reine und Unschuldige des Waldes und des Feldes geopfert wird für das, was noch reiner und unschuldiger im Menschen ist
. Khalil Gibran 1
    Patrick Broome
, promovierter Psychologe und Advanced Jivamukti Yogalehrer, ist Pionier des Jivamukti Yoga in Deutschland und Gründer und Co-Leiter des Jivamukti Yoga Center in München-Schwabing.
    1 ) „Vom Essen und Trinken“ aus: Khalil Gibran, Der Prophet (Ostfildern: Patmos, 2010)

vorwort
der amerikanischen Originalausgabe
von Ingrid Newkirk

    Seine Heiligkeit der Dalai Lama, eine der erleuchtetsten Seelen unter uns, der die meiste Zeit seines Lebens unter ständiger Bedrohung lebt, schrieb 2008: „Meine Religion ist Freundlichkeit.“
    Obwohl Seine Heiligkeit mehr Verfolgung erlebt hat als die meisten, ist er sicherlich nicht der erste große Denker, der den überwältigenden Nutzen des Mitgefühls erkannt hat. Im 19. Jahrhundert verkündete der amerikanische Schriftsteller Henry James, dass drei Dinge im Leben wirklich wichtig seien. Das Erste sei es, freundlich zu sein, schrieb er. Das Zweite sei es, freundlich zu sein. Und wie man zweifelsohne schon vermutet hat, auch das Dritte sei es, freundlich zu sein.
    „Freundlichkeit“ ist

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