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Wo Elfen noch helfen - Walter, A: Wo Elfen noch helfen

Wo Elfen noch helfen - Walter, A: Wo Elfen noch helfen

Titel: Wo Elfen noch helfen - Walter, A: Wo Elfen noch helfen
Autoren: Andrea Walter
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Velkomin til undralandsins
Willkommen im Wunderland
    Stellen wir uns einmal ein Land vor, in dem alles Mögliche möglich ist und vieles anders läuft, als wir es kennen. Ein Land, in dem es nur wenige Bäume gibt, aber dafür einen Überfluss an Merkwürdigkeiten. Die Berge zum Beispiel sind nicht nur schwarz und grau und braun, sondern auch schwefelgelb, rostrot oder kupfergrün gesprenkelt. Und die Erde brodelt an manchen Orten und faucht und stinkt fürchterlich zum Himmel.
    Nicht weit davon gibt es Gletscher und Eislagunen, die so zauberhaft schön sind und von solch zartem Blau, dass einem ganz warm ums Herz wird, obwohl es in ihrer Nähe eisig kalt ist.
    In diesem Land leben unzählig viele Vögel und ihr Singen und Flattern klingt genauso betörend wie die schönsten Sinfonien der berühmtesten Komponisten. Manche von ihnen sehen aus wie kleine Pinguine mit bunten Schnäbeln, die beim Fliegen so aufgeregt mit den Flügeln schlagen, als wären sie zu dick geratene Kolibris.
    In diesem Land gibt es Geister und die Fantasie kennt keine Grenzen. Die Natur macht die eigenartigsten Geräusche und ist
noch so wild, dass man meint, man sei mitten in ein Wunderland geplumpst oder in einen verrückten Traum. Und das Schönste: Die meisten Menschen dort, selbst die Erwachsenen, erlauben sich noch, so zu sein, wie sie wirklich sind. Frei, voller lustiger Einfälle und Unfug im Kopf.
    In diesem Land gibt es überall Pferde, Schafe und rauschende Wasserfälle. Und jeden Moment kann etwas Überraschendes oder völlig Unerwartetes geschehen, weshalb man die Welt immer wieder von Neuem betrachten muss. Die Stürme zum Beispiel sind so gewaltig, dass man meint, sie könnten Menschen und Häuser wegpusten. Jemand, den man fragt, wie es ihm geht, sagt: »Gut – bis was anderes passiert.« Weil die Erde jederzeit eine Revolution anzetteln könnte, beben und bersten und Feuer spucken, denn es gibt so viele aktive Vulkane, dass jeden Moment einer hochgehen kann.
    Diese Gefahr macht den Menschen aber trotzdem keine große Angst. Sondern erinnert sie daran, jetzt zu leben und nicht irgendwann, wenn es besser passt, wenn all die Arbeit getan ist oder genügend Geld gespart, was sowieso nie der Fall ist.
    Vieles ist ein Rätsel in diesem Land und die erstaunlichsten Dinge sind sonnenklar. Man hat zum Beispiel immer das Gefühl, am richtigen Ort zu sein, weil eigentlich überall etwas los ist und wenn nicht, selbst das Nichts interessant ist. Die Sonne geht in diesem Land im Sommer kaum unter und im Winter so gut wie gar nicht auf. Außerdem quillt so viel Energie aus dem Boden, dass man damit die Häuser, die Bürgersteige und eine Bucht im Meer beheizen kann. Jeder duzt sich in diesem Land, selbst den Präsidenten duzt man. Und es gibt eine Zeitung, die jeden Samstag die Namen aller Bewohner abdruckt, die in der kommenden Woche einen besonderen Geburtstag haben.
    Die Geschichten liegen dort auf der Straße und lauern hinter
jedem Stein. Die Luft ist so frisch wie ein Eisbonbon und das kalte Leitungswasser so lecker, dass man keine Limonade braucht. Es leben nur wenig Menschen in diesem Land, aber dafür ist jeder berühmt und das für etwas, das er von Herzen liebt. Es gibt wüste Ödnis in diesem Land und Einsamkeit und jedes Wetter innerhalb von einer Stunde. Regenbögen und Nordlichter sind so normal wie Wolken. Vielleicht macht deshalb jeder Mensch irgendetwas Kreatives, malt oder musiziert oder schreibt. Jedenfalls überlegt man schon scherzhaft, ein Denkmal aufzustellen, für den einzigen Bewohner, der nie in seinem Leben ein Gedicht geschrieben hat.
    Stellen wir uns einmal ein Land vor, in dem Komiker Bürgermeister werden können und Elfen berühmt.
    Dieses Land gibt es nicht?
    Doch, das gibt es.
    Es liegt kurz unter dem Polarkreis. Irgendwo zwischen Norwegen und der Eiswelt Grönlands.
    Es heißt Island.

TEIL 1
Mein erster Besuch im Land der Wunder

Velkomin heim
Willkommen zu Hause
    Natürlich hätte ich es mir denken müssen, und das nicht erst beim Blick aus dem Flugzeugfenster. Island ist nicht nur ein bisschen, sondern ziemlich anders. Durch die Wolken hindurch schaue ich auf eine seltsame Welt.
    Unter mir liegen schwarze Ebenen, durch die sich Wasserarme schlängeln, die im Sonnenlicht golden funkeln. Nicht weit davon thronen gewaltige Gletschermassen auf Bergen. Von Nahem sind sie majestätisch schön. Von oben ähneln sie eher gigantischen Vogelschissen, die ein sagenumwobenes Tier hier abgeworfen hat.
    Verzeihung,

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