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Wie einst in jenem Sommer

Wie einst in jenem Sommer

Titel: Wie einst in jenem Sommer
Autoren: Kathryn Ross
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1. KAPITEL
    Standhaft hatte Carrie sich bisher gegen das Rendezvous mit einem Unbekannten gewehrt. Seit dem zweiten Urlaubstag lag ihre Freundin Jo ihr in den Ohren, sie müsse unbedingt Theos älteren Bruder kennenlernen.
    „Er ist unglaublich attraktiv“, schwärmte Jo. „Wenn ich mich nicht in Theo verliebt hätte, wäre ich selbst an Andreas interessiert. Er sieht nicht nur gut aus und ist sexy, er ist auch ein richtig netter Mann.“
    „Ach Jo, ich bin aber ganz froh, mal für mich zu sein und richtig entspannen zu können. In den letzten Monaten habe ich ja nur fürs Examen gebüffelt. Ich möchte einfach in der Sonne liegen und …“
    „Ich weiß, Carrie. Aber du musst ihn einfach kennenlernen. Er ist ein richtiger griechischer Adonis. Tu mir doch den Gefallen. Wir könnten uns zu viert zum Abendessen treffen. Den Aperitif nehmen wir in der romantischen kleinen Taverne am Strand. Und wenn du dich mit Andreas gut verstehst, bleibst du zum Abendessen. Wenn nicht, verabschiedest du dich eben unter einem Vorwand. Aber er wird dir ganz bestimmt gefallen!“
    Am vierten Tag waren Carrie die Argumente ausgegangen. Daher saß sie jetzt allein in der Taverne und wartete auf die anderen. Jo und ihr neuer Freund hatten sich verspätet, und dieser ominöse Andreas hatte sich auch noch nicht blicken lassen. Wahrscheinlich hielt er auch nicht viel von einem Blind Date.
    Worauf habe ich mich da nur eingelassen?, dachte Carrie, der die Angelegenheit sehr unangenehm war.
    Wenigstens befand sie sich an einem idyllischen Ort. Die Sonne ging gerade wie ein roter Ball unter und verlieh dem Meer einen rötlichen Schimmer. Wieder neigte sich ein heißer Tag auf der kleinen griechischen Insel Pyrena dem Ende zu.
    Carrie genoss die laue Abendluft, die nach Jasmin und Meer duftete, und entspannte sich. Mit etwas Glück würde Theos Bruder gar nicht auftauchen, und sie könnte sich schnell verabschieden, damit Jo und Theo einen romantischen Abend verbringen konnten. Schließlich lagen nur noch zehn Tage vor ihnen, bevor Jo und Carrie den Heimflug nach London antreten würden. So verliebt hatte sie Jo noch nie erlebt, und auch Theo hatte es offensichtlich schwer erwischt. Man hatte den Eindruck, die beiden wären schon immer zusammen gewesen.
    Ob das die wahre Liebe ist?, überlegte Carrie.
    Als die Dunkelheit hereinbrach, zündete ein Kellner Kerzen auf den umliegenden Tischen an. Bisher war nur ein weiterer Tisch am anderen Ende der Taverne besetzt. Bei einem Blick auf ihre Armbanduhr stellte Carrie fest, dass Jo bereits zehn Minuten Verspätung hatte. Noch zehn Minuten, dann verschwinde ich, dachte sie. Viel lieber hätte sie ihr Buch weitergelesen. Sie hatte gar keine Lust, jemanden kennenzulernen.
    „Erwarten Sie jemanden?“ Carrie sah auf und spürte, wie ein Prickeln ihren Körper durchlief.
    Wenn das Andreas war, dann hatte Jo nicht übertrieben! Er war einfach hinreißend – wahrscheinlich der bestaussehende Mann, dem Carrie je begegnet war.
    Er war groß und durchtrainiert und trug einen teuer wirkenden dunklen Anzug mit einer angeborenen Lässigkeit, die wohl nur Südeuropäer ausstrahlten. Der offene Kragen seines blauen Hemdes gab den Blick auf einen kräftigen Hals frei. Das dichte dunkle Haar war kurz geschnitten und betonte das ausdrucksvolle Gesicht mit dem markanten Kinn. Am beeindruckendsten aber waren die dunklen Augen, mit denen er sie intensiv und fast arrogant musterte.
    Carrie riss sich zusammen, als ihr bewusst wurde, dass sie seine Frage noch nicht beantwortet hatte. „Ja, ich bin hier mit Freunden verabredet.“
    „Dann müssen Sie Carrie sein.“
    Bejahend nickte sie. Bildete sie sich das ein, oder knisterte es tatsächlich zwischen ihnen? Gebannt schauten sie einander an, bis er den Blick abwandte und ihn ungeniert über das lange blonde Haar, das herzförmige Gesicht und die kurvige Figur im hellblauen Sommerkleid gleiten ließ.
    Ihr wurde heiß unter dem sexy Blick.
    „Andreas Stillanos.“ Er schüttelte ihre Hand. Diese leichte Berührung erregte sie noch mehr. Sehr zu ihrem Erstaunen fand sie einfach alles an ihm attraktiv.
    Das ist verrückt, dachte sie. Noch nie hatte ein Mann so eine starke Anziehungskraft auf sie ausgeübt. Natürlich sah er gut aus, aber sie kannte ihn doch gar nicht. Wieso entfesselte er so heiße Gefühle in ihr?
    Carrie konnte sich das nicht erklären, ahnte jedoch, dass ein Urinstinkt in ihr geweckt war. Und das erschreckte sie fast zu Tode. Von Natur aus ein

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