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Wer braucht schon drei Bodyguards?

Wer braucht schon drei Bodyguards?

Titel: Wer braucht schon drei Bodyguards?
Autoren: Jana
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Zoeys Sicht: Der Zusammenstoß
    Das war ja mal wieder typisch! Manchmal hasste ich meinen Vater echt, obwohl er es ja eigentlich nur gut meinte. Ich brauchte keinen Babysitter, ich war in der Lage, auf mich selbst aufzupassen. Eigentlich hatte ich mich gefreut, das Haus für mich alleine zu haben, da mein Vater mal wieder irgendeine wichtige Angelegenheit im Rat hatte. Doch er wollte mich nicht schutzlos zurücklassen, da er Angst hatte, dass einer seiner Feinde mich entführt um ihn zu erpressen. Deshalb wollte er, dass ich einen Beschützer bekam. Als ob ich mich nicht selbst verteidigen könnte, schließlich war ich halb Vampir und halb Hexe und hatte deswegen ein paar besondere Kräfte.

Zum Glück hatte ich ihm das ausreden können. Dachte ich zumindest. Als ich heute Morgen in die Schule kam, hatte ich aber plötzlich die genervten Gedanken eines Vampires gehört. Er war genervt, weil er den langweiligen Auftrag hatte eine kleine Göre zu beschützen. Göre? Klein? Der Typ war mir jetzt schon unsympathisch. Natürlich konnte er nicht wissen, dass besagte Göre ihn hören konnte, da Gedankenlesen keine normale Fähigkeit der Vampire war, sondern nur Hexen, oder eben Halbhexen -wie mir- vergönnt war.

Na toll, mein Vater hatte sich einfach über meinen Wunsch hinweggesetzt und einen Bodyguard organisiert! Ich konnte es nicht fassen.

Meistens hasste ich es, wenn ich immer alles hörte, was andere dachten, deshalb schirmte ich möglichst die nervigen Gedanken ab. Doch gelegentlich, wenn ich besonderes wütend oder abgelenkt war, strömten plötzlich alle Gedanken auf mich ein und mein Kopf fühlte sich an, als wolle er platzen. Aber manchmal war diese Fähigkeit auch ganz nützlich, ohne sie hätte ich nämlich nie erfahren, dass mein Vater doch Bodyguards eingestellt hatte.

Wütend warf ich meine Spindtür, deren dunkelblaue Farbe schon abblätterte, zu und ging an den pissgelben, fleckigen Wänden vorbei in Richtung Klassenzimmer.

Immer noch vor mich her grummelnd, achtete ich nicht auf meine Umgebung und stieß prompt gegen jemanden. Überrascht keuchend fiel ich nach hinten und meine Tasche riss mit einem lauten Ratschen auf. Alle Bücher verteilten sich polternd auf dem Boden. Na toll, noch schlimmer konnte der Tag ja nicht mehr werden. Mürrisch schaute ich ein wenig auf und mir stockte der Atem. Ich hatte schon viele heiße Männer gesehen, aber der hier übertraf sie so ziemlich bei weitem.

Seine smaragdgrünen Augen hatten einen verwegen Glanz und wurden von langen, dichten Wimpern umrandet. Die kurzen, tiefschwarzen Haare lagen ihm verwuschelt um den Kopf und verdeckten die kleine Narbe oberhalb seiner rechten Augenbraue fast vollständig. Seine Gesichtszüge waren markant und als ich meinen Blick etwas weiter nach unten schweifen ließ, musste ich es mir verkneifen verzückt aufzuseufzen. Trotz des grauen Shirts sah man seine wohldefinierten Muskeln überaus deutlich. Er strahlte ein natürliches Selbstbewusstsein und hatte etwas extrem männliches und verwegenes an sich.

Okay, Zoey, jetzt bloß nicht sabbern. So tief wirst du nicht sinken, egal wie heiß er ist. Und bei deinem Glück ist er auch noch ein arrogantes Arsch, so wie dein letzter Freund! Deswegen zeig ihm bloß nicht, wie gut er aussieht und steigere sein Ego damit.

Nachdem ich mich davon überzeugt hatte, dass ich meine Pokerface saß und ich mir sicher war, dass meine Stimme fest klingen würde, blickte ich ihm kalt in die Augen und schnauzte ihn immer noch schlecht gelaunt an: „Könntest du mir wohl aufhelfen und nicht so dumm glotzen?“

Er zog etwas verwirrt und offensichtlich erstaunt die Augenbraue hoch, wahrscheinlich hatte ihn noch nie ein Mädchen so angepampt, aber ich war ja schließlich auch nicht normal. Zu guter Letzt, streckte er dann seine Hand aus und half mir hoch.

„Na endlich!“ Ich sammelte meine Bücher schnell auf, stopfte sie irgendwie halbwegs in die kaputte Tasche und wollte schon davongehen, als sich warme Finger fest um Handgelenk legten.

„Was?“ fauchte ich und drehte mich schwungvoll um.

„Nicht so stürmisch, Wildkatze. Ich bin Ryan und wie heißt du, Süße?“ fragte er mit einem frechen Grinsen.

„Erstens, ich bin nicht süß. Zweitens, das geht dich gar nichts an. Und drittens, lass mich einfach in Ruhe, ich hab eh schon schlechte Laune und deine Gegenwart trägt nicht grade dazu bei, dass ich mich besser fühle!“, meinte ich wütend.

Da ertönte ein lautes Lachen und erst da

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