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Way Out

Way Out

Titel: Way Out
Autoren: Lee Child
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jetzt?«
    »Offensichtlich verschwunden«, sagte Lane.
    »Dann geht’s also um eine doppelte Entführung?«, fragte Reacher.
    Lane nickte wieder. »Eigentlich um eine dreifache. Ihr Fahrer ist auch nicht zurückgekommen.«
    »Sie haben’s nicht für nötig gehalten, das vorher zu erwähnen?«
    »Macht das einen Unterschied? Eine Person oder drei?«
    »Wer war der Fahrer?«
    »Ein Kerl namens Taylor. Brite, früher beim SAS. Ein guter Mann. Einer von uns.«
    »Was ist mit dem Wagen passiert?«
    »Der ist verschwunden.«
    »Kauft Ihre Frau oft bei Bloomingdale’s ein?«
    Lane schüttelte den Kopf. »Nur gelegentlich. Und nie nach einem berechenbaren Schema. Wir tun nichts regelmäßig oder vorhersehbar. Ich wechsle ihre Fahrer, wechsle ihre Routen, manchmal fahren wir überhaupt nicht in die City.«
    »Weshalb? Haben Sie viele Feinde?«
    »Nicht gerade wenig. Meine Geschäftstätigkeit zieht Feinde an.«
    »Sie werden mir Ihre Geschäftstätigkeit erklären. Und erzählen müssen, wer Ihre Feinde sind.«
    »Wieso sind Sie sich so sicher, dass sie anrufen werden?«
    »Dazu komme ich noch«, antwortete Reacher. »Schildern Sie mir das erste Gespräch. Wort für Wort.«
    »Sie haben um sechzehn Uhr angerufen. Alles war ziemlich so, wie man’s erwarten würde. Sie wissen schon: Wir haben Ihre Frau, wir haben Ihre Tochter.«
    »Stimme?«
    »Verändert. Eine dieser elektronischen Krächzboxen. Sehr metallisch, wie ein Roboter im Film. Laut und tief, aber das hat nichts zu bedeuten. Stimmhöhe und Lautstärke lassen sich einstellen.«
    »Was haben Sie zu ihnen gesagt?«
    »Ich habe gefragt, was sie wollen. Eine Million Bucks, haben sie gesagt. Ich habe verlangt, Kate ans Telefon zu holen. Das haben sie nach kurzer Pause getan.« Lane schloss die Augen. »Sie hat gesagt, Sie wissen schon, hilf mir, hilf mir.« Er öffnete die Augen. »Dann hat der Kerl mit der Krächzbox sich wieder gemeldet, und ich habe gesagt, dass ich zahle. Ohne zu zögern. Der Kerl hat gesagt, er würde in einer Stunde noch mal anrufen, um mir Anweisungen zu geben.«
    »Und hat er’s getan?«
    Lane nickte. »Um siebzehn Uhr. Ich sollte sechs Stunden warten, dann das Geld in den Kofferraum des Mercedes legen, den Sie gesehen haben, ins Village fahren und um Punkt dreiundzwanzig Uhr vierzig an der angegebenen Stelle parken lassen. Der Fahrer sollte ihn abschließen und die Schlüssel durch den Briefschlitz eines bestimmten Gebäudes an der Südwestecke von Spring Street und West Broadway werfen. Jemand würde ihm folgen, das Gebäude betreten und sich die Schlüssel holen. Bliebe mein Fahrer stehen, würde er sich auch nur umsehen, würde Kate sterben. Ebenso wenn an dem Wagen ein Peilsender angebracht würde.«
    »Das war’s Wort für Wort?«
    Lane nickte.
    »Sonst nichts?«
    Lane schüttelte den Kopf.
    »Wer hat den Mercedes hingefahren?«, fragte Reacher.
    »Gregory«, sagte Lane.
    »Ich habe mich an die Anweisungen gehalten«, warf Gregory ein. »Wortwörtlich. Ich durfte nichts anderes riskieren.«
    »Wie weit mussten Sie gehen?«, fragte Reacher ihn.
    »Sechs Blocks.«
    »Was war das Gebäude mit dem Briefschlitz?«
    »Leer stehend«, sagte Gregory. »Oder auf Renovierung wartend. Jedenfalls war es leer. Ich war heute Abend noch mal dort, bevor ich ins Café gekommen bin. Eindeutig unbewohnt.«
    »Wie gut ist dieser Taylor? Haben Sie ihn in England gekannt?«
    Gregory nickte. »Der SAS ist eine große Familie. Und Taylor war wirklich sehr gut.«
    »Okay«, sagte Reacher.
    »Okay was?«, fragte Lane.
    »Daraus ergeben sich ein paar offenkundige erste Schlussfolgerungen«, erwiderte Reacher.

4
     
    Reacher sagte: »Die erste Schlussfolgerung lautet, dass Taylor bereits tot ist. Diese Kerle kennen Sie offenbar relativ gut, daher sollten wir davon ausgehen, dass sie wussten, wer und was Taylor war. Deshalb haben sie ihn nicht am Leben gelassen. Aus ihrer Sicht nicht notwendig. Zu gefährlich.«
    Lane fragte: »Wieso glauben Sie, dass sie mich kennen?«
    »Sie haben einen speziellen Wagen verlangt«, erklärte Reacher. »Und sie haben vermutet, dass Sie eine Million Dollar in bar herumliegen haben. Sie haben das Geld verlangt, als die Banken geschlossen waren, und Sie sollten es deponieren lassen, bevor die Banken öffnen. Das könnte nicht jeder. Sogar sehr reiche Leute brauchen meist einige Zeit, um eine Million Bucks in bar zusammenzubekommen. Sie nehmen Überbrückungskredite auf, lassen sich telegrafisch Geld überweisen, verpfänden Aktien

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