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Way Out

Way Out

Titel: Way Out
Autoren: Lee Child
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hier.«
    »Diese Sache ist sehr wichtig.«
    »Wie?«
    Der Mann in dem Anzug setzte sich wieder.
    »Das darf ich Ihnen nicht erzählen«, antwortete er.
    »Adieu«, sagte Reacher.
    »Nicht meine Entscheidung«, erklärte der Kerl. »Mr. Lane
    hat festgelegt, dass es für den Einsatz entscheidend ist, dass das niemand erfährt. Aus sehr guten Gründen.«
    Reacher hielt seinen Becher schräg und begutachtete den Inhalt. Fast ausgetrunken.
    »Haben Sie einen Namen?«, fragte er.
    »Haben Sie einen?«
    »Sie zuerst.«
    Als Antwort darauf steckte der Kerl Daumen und Zeigefinger in die Brusttasche seines Jacketts und zog ein schwarzes Lederetui für Geschäftskarten heraus. Er klappte es auf und benutzte denselben Daumen, um eine einzelne Karte hinauszuschieben. Dann legte er sie vor Reacher. Die Karte war gut gestaltet: schwerer Karton mit Leinenstruktur, erhabene Lettern, wie nass glänzende Druckfarbe. Ganz oben stand: Operational Security Consultants.
    »OSC«, sagte Reacher. »Wie das Kennzeichen.«
    Der Mann sagte nichts.
    Reacher lächelte. »Sie sind Sicherheitsberater und haben sich Ihr Auto klauen lassen? Ich verstehe, dass das peinlich sein kann.«
    Der Kerl sagte: »Uns geht’s nicht um den Wagen.«
    Etwas tiefer auf der Geschäftskarte stand der Name: John Gregory, unter dem Namen als zusätzliche Information: British Army a.D. und darunter sein Titel: Geschäftsführender Vizepräsident .
    »Wie lange sind Sie schon draußen?«, fragte Reacher,
    »Aus der Army?«, fragte der Kerl namens Gregory. »Sieben Jahre.«
    »Einheit?«
    »SAS.«
    »Das sieht man Ihnen noch immer an.«
    »Ihnen auch«, meinte Gregory. »Wie lange sind Sie schon draußen?«
    »Sieben Jahre.«
    »Einheit?«
    »US Army, hauptsächlich CID – Kripo.«
    Gregory sah auf. Interessiert. »Ermittler?«
    »Die meiste Zeit.«
    »Dienstgrad?«
    »Weiß ich nicht mehr«, antwortete Reacher. »Ich bin seit sieben Jahren Zivilist.«
    »Seien Sie nicht schüchtern«, sagte Gregory. »Ich tippe mindestens auf Oberstleutnant.«
    »Major«, sagte Reacher. »Damit war Schluss.«
    »Karriereprobleme?«
    »Ein paar.«
    »Haben Sie einen Namen?«
    »Das haben die meisten Leute.«
    »Wie lautet er?«
    »Reacher.«
    »Was tun Sie im Augenblick?«
    »Ich versuche, ungestört einen Kaffee zu trinken.«
    »Brauchen Sie Arbeit?«
    »Nein«, sagte Reacher. »Ich brauche keine.«
    »Ich war Sergeant«, sagte Gregory.
    Reacher nickte. »Hab ich mir ausgerechnet. Das sind SAS-Leute meistens. Und Sie sehen danach aus.«
    »Kommen Sie also mit und reden mit Mr. Lane?«
    »Ich habe Ihnen gesagt, was ich gesehen habe. Das können Sie weitergeben.«
    »Mr. Lane wird es direkt hören wollen.«
    Reacher schaute wieder in seinen Becher »Wo ist er?«
    »Nicht weit von hier. Zehn Minuten.«
    »Hm, ich weiß nicht«, sagte Reacher. »Ich genieße meinen Espresso.«
    »Nehmen Sie ihn mit. Er ist in einem Styroporbecher.«
    »Mir sind Ruhe und Frieden lieber.«
    »Ich verlange nur zehn Minuten.«
    »Das kommt mir wie viel Aufwand wegen eines gestohlenen Wagens vor, auch wenn’s ein Mercedes war.«
    »Um den Wagen geht’s hier nicht.«
    »Worum denn sonst?«
    »Um Leben und Tod«, erwiderte Gregory. »Im Augenblick vermutlich eher um Tod als um Leben.«
    Reacher sah noch einmal in seinen Becher. Auf dem Boden standen weniger als drei Millimeter einer lauwarmen Kaffeesatzbrühe. Mehr nicht. Er stellte den Becher ab.
    »Okay«, sagte er. »Gehen wir also.«

2
     
    Die dunkelblaue deutsche Limousine erwies sich als neuer 7er BMW, ebenfalls mit dem Wunschkennzeichen OSC. Gregory entriegelte die Türen aus zehn Metern Entfernung mit dem Sender im Schlüsselanhänger, und Reacher setzte sich auf den Beifahrersitz, fand den Schalter und fuhr den Sitz nach hinten, um mehr Beinfreiheit zu haben. Gregory zog ein kleines silbernes Mobiltelefon heraus und tippte eine Nummer ein.
    »Komme mit einem Zeugen zurück«, sagte er knapp und sehr britisch. Dann klappte er sein Handy zu, ließ den Motor an und ordnete sich in den mitternächtlichen Verkehr ein.
    Die zehn Minuten erwiesen sich als zwanzig. Gregory fuhr auf der Sixth Avenue durch die ganze Innenstadt bis zur 57th Street und dann zwei Blocks nach Westen. Auf der Eighth Avenue ging es nach Norden weiter, über den Columbus Circle zum Central Park West, dann auf die 72nd Street. Zuletzt hielt er vor dem Dakota Building.
    »Nette Unterkunft«, meinte Reacher.
    »Für Mr. Lane ist das Beste gerade gut genug«, sagte Gregory in neutralem

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