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Was liest der Hund am Laternenpfahl

Was liest der Hund am Laternenpfahl

Titel: Was liest der Hund am Laternenpfahl
Autoren: Nicole Hoefs , Petra Führmann , Ute-Kristin Schmalfuss , Heinz Grundel
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Was liest der Hund am Laternenpfahl?
    …und 14 weitere Fragen zu Intelligenz und Fähigkeiten unserer Vierbeiner.
     

    Verstehen Hunde jedes
wort
?
    Generationen von Hundebesitzern können sich nicht irren: „Mein Hund versteht jedes Wort!“ Oder doch nicht? Betrachten wir zunächst einmal, welche Fähigkeit hierzu vonnöten ist. In der Geschichte der Entstehung von Begriffen gab es zunächst einmal die Erscheinungen als solche, und zwar lange bevor der Mensch ein Wort für die Eberesche, den Vulkanausbruch sowie Blitz und Donner fand. Sie existieren vor der Erfindung der Worte. Als der Mensch ihnen Namen gab, ging er hierbei recht willkürlich vor, was man schlicht daran feststellen kann, dass die Dinge in den verschiedenen Sprachen auch verschiedene Namen tragen. Was damit gesagt sein will, ist, dass wir die Wörter, die uns umschwirren, nur deswegen verstehen, weil wir ihre Bedeutung kennen. Bewegen wir uns nun aber in einem Land mit einer fremden, uns unverständlichen Sprache, so können wir im besten Fall die Wörter nach ihrem sinnlich-akustischem Charakter unterscheiden, die Bedeutung der einzelnen Wörter hingegen bleibt uns verschlossen. Uns fehlt in einem solchen Fall das Wortverständnis, und so ähnlich ergeht es unseren Hunden auch. Die Tatsache, dass Hunde zwar problemlos lernen können, eine begrenzte Anzahl von Worten mit bestimmten Aufforderungen zu verknüpfen, darf hierüber nicht hinwegtäuschen. Der beeindruckende Erfolg des Hundes bei der Dechiffrierung der menschlichen Sprache liegt in seiner hohen Interpretationsfähigkeit. Er beziehtLautstärke, Stimmlage, Betonung, Gestik sowie Mimik bei der Deutung dessen, was wir von uns geben, mit ein. Er ist ein wahrer Meister der Interpretation, und das ist es, was ihm ein Zusammenleben mit dem Menschen überhaupt erst möglich macht.
    Können Hunde
ärger
riechen?
    „Obwohl ich noch gar nicht geschimpft habe, duckt er sich schon!“ „Der hat ein schlechtes Gewissen, das sieht doch jeder!“ „Der weiß ganz genau, dass er das nicht soll, ich habe es ihm schon tausendmal gesagt, und da steht er nun, zieht den Schwanz ein und tut ganz unschuldig!“ Derartige Aussagen rangieren ganz oben auf der Liste der gebräuchlichsten Aussprüche von Hundemenschen. Namhafte Ethologen (Verhaltensforscher) fallen schon lange nicht mehr darauf herein, ein solches Verhalten als Gewissenbisse zu interpretieren. Sie wissen, dass es sich hier um Beschwichtigungsgesten des Hundes handelt, der versucht, dem gefühlten Ärger zu entgehen. Und das ist ganz buchstäblich zu verstehen, denn Hunde können menschliche Gefühlszustände tatsächlich erfühlen oder, richtiger gesagt, erriechen. Schon seit den 80er-Jahren ist Forschern bekannt, dass Hunde über die Unterscheidung verschiedener Formen qualitativer und quantitativer Drüsensekretion das Innenleben des Menschen erriechen können. Man stelle sich nun den emotionalen Zustand eines Menschen vor, der Angst und Ärger empfindet, weil sein Hund sich auf eigene Faust eine Extrarunde durch den Wald genehmigt hat. Es braucht nicht viel Fantasie, und die Poren öffnen sich. Diese Veränderung im Geruchsbild von Herrchen oder Frauchen festzustellen, ist für den Hund, der im Übrigen auch noch imstande ist, Duftgemische zu analysieren, eine nahezu lächerliche Kleinigkeit. Da helfen weder Deodorant noch versteinerte Mimik: beiden stinkt’s!
    Welche Aussagekraft haben
intelligenztests
für Hunde?
    Intelligenztests,bei denen es darum geht, bestimmte Aufgaben zu bewältigen, sind in der Hundewelt stark im Trend. Dem Hundefreund sei jedoch, um Frust und Enttäuschungen zu vermeiden, empfohlen, die Aussagekraft solcher Tests nicht überzubewerten und stattdessen eine eher humorige Haltung zum Intelligenzquotienten seines Tieres einzunehmen. Die meisten dieser – im Übrigen keineswegs immer ernst gemeinten – Prüfsteine für tierische Klugheit testen nämlich lediglich eine Intelligenzform: die sogenannte adaptive Intelligenz, die Aussagen darüber zulässt, wie effizient ein Tier lernt und wie selbstständig es Probleme löst. Doch sollten die Ergebnisse, die bei Prüfungen zur adaptiven Intelligenz herauskommen, aus einem gewichtigen Grund zusätzlich relativiert werden: Für den Betrachter ist es kaum möglich, objektiv zu beurteilen, ob der getestete Hund einer bestimmten Aufgabe nicht gewachsen ist oder er schlicht keine Lust hat, sie zu lösen, was eben noch lange nicht heißen muss, dass er weniger graue Zellen

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