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Was Hexen wollen: und andere paranormale erotische Stories (German Edition)

Was Hexen wollen: und andere paranormale erotische Stories (German Edition)

Titel: Was Hexen wollen: und andere paranormale erotische Stories (German Edition)
Autoren: Lindsay Gordon
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Das Mädchen seiner Träume
    Heather Towne
    Laura lächelte Evelyn zu, während die andere weiter von einer weiteren wunderbaren Episode aus dem Leben ihres einjährigen Sohns, dieses Wunderkinds, plapperte. Aber sie hörte nicht hin, sondern schaute über die Schultern ihrer Kollegin hinweg einen Mann an, den sie noch nie gesehen hatte. Er ging den Gang zwischen den Arbeitsnischen entlang in die Abteilung für Versicherungsmathematik. Sie setzte ihre Tasse mit dem Motto »Katzen zu Pelzhandschuhen« an die leicht geöffneten Lippen, sodass ihre Brille beim Anblick der straffen Hinterbacken des Mannes, die sich unter seinen blassblauen Anzughosen bewegten, von dem heißen Getränk beschlug.
    »Ähem … sag mal, haben wir einen neuen Versicherungsmathematiker eingestellt?«, unterbrach sie Evelyns Monolog über den Windelinhalt ihres Kindes.
    Die Ältere wandte den Kopf und folgte Lauras Blick. »Ach ja, das ist … herrje, wie hieß er noch? Jetzt weiß ich es wieder, Perkin Miller.« Evelyn arbeitete in der Gehaltsabrechnung und wusste daher alles über jeden, der in dieser mittelgroßen Versicherungsgesellschaft arbeitete. Und sie hatte auch nichts dagegen, ihr Wissen zu teilen. » Perkin . Was für ein Name.«
    Und dann setzte sie schon wieder zu einer neuen Geschichte über den kleinen Ezekiel an, während Laura den nicht besonders hochgewachsenen, straffen Körper von Perkin, der sich jetzt umdrehte, betrachtete. Sein braunes Haar wurde auf der rechten Seite von einem wie mit dem Lineal gezogenen Scheitel geteilt, hinter einer Goldbrille spähten große blaue Augen hervor, und sein blasses Gesicht wirkte mager und knochig. Sie spielte mit den Möglichkeiten: Laura Miller, Laura Litt-Miller, Perkin Miller-Litt – war das letzte nicht eine Biersorte?
    Auch Nerds brauchten Liebe, das wusste sie genau. Laura arbeitete in der Buchhaltung, sie prüfte Spesenabrechnungen und führte Buchungen aus, aber sie war ein Mädchen mit einer sehr aktiven Fantasie. Unter anderen Talenten.
    In der Mittagspause sah Laura Perkin endlich wieder. Er saß ganz allein an einem Vierertisch in einer Ecke der Kantine.
    Sie schluckte heftig, entschloss sich zu einem kühnen Vorstoß und löste sich aus dem Grüppchen von Buchhaltungsangestellten, um ihr Tablett zu Perkins Tisch zu tragen. Normalerweise war sie ein schüchternes, reserviertes Mädchen, aber sie hatte seit einem halben Jahr kein Date mehr gehabt und sehnte sich nach mehr als Schokolade und American Idol . Ganz zu schweigen davon, dass ihre Batterien inzwischen fast leer waren.
    »Ähem, ist dieser Platz noch frei?« Sie wies auf den leeren Stuhl gegenüber von Perkin.
    Er sah von seinem Sandwich mit Eiersalat auf und blinzelte. »Mhhh, ja.«
    Laura lächelte, stellte ihr Tablett ab und setzte sich auf den Stuhl. Ihr langes, dunkles Haar war lose zu Zöpfen geflochten, die an den Enden von roten Bändern zusammengehalten wurden, und sie trug einen leichten Hauch von Rouge, Lidschatten und Lippenstift auf ihrem runden, mädchenhaften Gesicht. Gekleidet war sie in einen dünnen rosa Pullover und einen langen weißen Rock. Nicht gerade aufreizend, aber ein Mädchen musste mit dem arbeiten, was es hatte.
    Sie biss in ihr Sandwich mit Thunfischsalat, und eine Weile sahen die beiden einander verlegen beim Essen zu. »Dann sind Sie … ähem … Versicherungsmathematiker?«, fragte Laura schließlich.
    »Nein, noch nicht ganz«, antwortete Perkin. Er nahm seine Milchpackung und saugte mit einem Paar Lippen, die voller und roter als die von Laura waren, an dem Strohhalm. »Ich habe mein Examen noch nicht abgeschlossen.«
    »Das muss faszinierend sein«, gab sie schwärmerisch zurück. Hinter ihrem dunklen Brillengestell blitzten ihre braunen Augen. Sie warf ihrerseits die Lippen auf, schloss sie fest um den Strohhalm und saugte mit einem feuchten, kehligen Glucksen die Milch ein. Ein Tropfen rann aus ihrem Mundwinkel, und sie leckte ihn auf und zog die Zunge langsam wieder ein. »Ich selbst bin im zweiten Jahr meiner Ausbildung zur Bilanzbuchhalterin.«
    »Großartig.« Perkin strich sich ein abgängiges Haar mit einer glatten, zu großen Hand zurück.
    »Ja, das ist es«, hauchte Laura. Mit kräftigen, weißen Zähnen, aufgerissenen Augen und geblähten Nasenflügeln biss sie in das Brot. »Ich will nicht mein ganzes Leben lang Buchungen erledigen, sondern das lieber andere Leute machen lassen.«
    »Klingt vernünftig«, antwortete Perkin. Er leckte sich die Lippen und schluckte.

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