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Warum diese Woche völlig in die Hose ging (German Edition)

Warum diese Woche völlig in die Hose ging (German Edition)

Titel: Warum diese Woche völlig in die Hose ging (German Edition)
Autoren: Tom Clempson
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1 . Stunde
Physik
    Schwanzschmerzen.
    Ganz schlimme Schwanzschmerzen.
    Also im Moment habe ich eigentlich keine Schwanzschmerzen, doch als fast 16-jähriger Junge nimmt ein unfreiwilliger und unwillkommener Ständer ungefähr 78 Prozent meines Wachzustands in Anspruch. (Von meinem schlafenden Zustand ganz zu schweigen.) Schwanzschmerzen sind also ein wesentlicher Teil meiner Existenz und sollten daher nicht unerwähnt bleiben, schließlich geht es hier um MICH . Vor allem, weil es doch unheimlich cool wäre, eine Geschichte mit dem Wort » Schwanzschmerzen« zu beginnen, was mir vor zwei Stunden einfiel, als ich unter den gerade erwähnten hinderlichen Beschwerden litt. Eigentlich wollte ich mit: » Ich habe Schwanzschmerzen« beginnen, doch im Moment ist mir ein derartiger Schmerz abhanden gekommen und mit einer Lüge wollte ich schließlich auch nicht loslegen. Also musste ich mich mit dem Wort » Schwanzschmerzen« begnügen, um anschließend mit meinen weitschweifigen und zusammenhanglosen Erläuterungen fortzufahren. Auch nicht gerade ein brillanter Anfang, ich weiß, doch er gestattet mir, das Wort » Schwanzschmerzen« siebenmal nacheinander zu benutzen, und das ist doch immerhin etwas.
    » Sam?«
    Verdammt, die Lehrerin hat mich angesprochen, also sollte ich lieber so tun, als würde ich mitschreiben…
    Die » Lehrerin«, in deren Naturwissenschaftsstunde ich die ganze Zeit geschrieben habe, heißt Jane Monroe. Sie erinnert in gewisser Weise– in ganz niedlicher Weise– an einen Maulwurf. Doch obwohl sie nicht sonderlich attraktiv ist, gehört sie zweifelsfrei zu den drei weiblichen Lehrkräften unter vierzig. Das macht sie in den Augen der meisten männlichen Schüler zu einer Person, die » einen Versuch wert« wäre. Andere bezeichnen sie kurzerhand als » fünf Humpen«. Die meisten Jungs an unserer Schule sind ausgemachte Schwachköpfe– sie gieren nicht nur verzweifelt nach irgendeiner Art von Sex mit jedem, der nicht ihre linke Hand ist; ich bezweifle auch stark, dass sie nach fünf Humpen noch aufrecht stehen könnten, und selbst wenn sie es könnten– ihre Schwänze bestimmt nicht. Ich finde, die Bezeichnung » fünf Humpen« sollte durch folgende ersetzt werden: » Ich würde glatt einen Quickie mit ihr riskieren, solange nicht die geringste Gefahr besteht, dass das je herauskommt, und sollte es doch herauskommen, müsste ich mir eine raffinierte Ausrede überlegen, wie zum Beispiel: Ich wusste nicht, was ich tat! Schließlich hatte ich FÜNF HUMPEN !«
    » Ja?«, entgegne ich und bemühe mich Fünf-Humpen-Maulwurfsgesicht-Monroe gegenüber um einen Ton, der persönliche Unschuld mit fachlichem Interesse verbindet.
    Bitte komm jetzt bloß nicht an meinen Tisch, um dir meine Notizen anzusehen. Bitte, bitte, bitte…!!!
    » Die Stifte runter, hab ich gesagt.« Ihre Augenbrauen sind in einem Ausdruck hilfloser Strenge nach oben geschnellt. Sie ist wie ein scheues kleines Reh– selbst wenn sie laut wird, ist das irgendwie süß. Ich will es ihr nicht allzu schwermachen und lasse den Stift tatsächlich sinken. Zu meinen Aufzeichnungen werde ich später zurückkehren…

2 . Stunde
Englisch
    Na gut, ich heiße also » Sam«. Eigentlich wollte ich mir irgendein cooles und geheimnisvolles Pseudonym zulegen, aber nachdem mich Maulswurfsgesicht auf dem falschen Fuß erwischt hat, ist es dafür wohl zu spät.
    Ich habe jetzt Englisch, und obwohl ich im Unterricht eigentlich keine Hausaufgaben machen darf, hält sich mein schlechtes Gewissen in Grenzen, schließlich handelt es sich um die Englisch hausaufgaben. Der zweite Grund für mein reines Gewissen ist die Tatsache, dass die Stunde schon vor fünfzehn Minuten begonnen hat und wir immer noch auf unseren Lehrer, Mr Kross, warten. Wäre dies irgendeine andere Stunde mit irgendeinem anderen Lehrer, hätte sich die Hälfte der Schüler bereits aus dem Staub gemacht.
    Doch nicht bei ihm. Mr Kross ist ohne jeden Zweifel der coolste Lehrer, der je seinen Fuß auf diese Erde gesetzt hat, und ich kenne nicht eine Person, die da anderer Meinung wäre. (Da er dieses Zeug hier benoten wird, bekomme ich vielleicht eine 1 in Arschkriechen.) Aber ganz ehrlich, ohne allzu schwärmerisch und lächerlich zu klingen, der Typ ist schwer in Ordnung. Und ich meine damit nicht, dass er verrückte Sachen macht oder mit uns auf einer Wellenlinie liegt und uns zu manipulieren versucht oder so was. Nein, er ist einfach ein stinknormaler Kerl, der sich nicht verstellt und uns

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