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Vorsicht Playboy

Vorsicht Playboy

Titel: Vorsicht Playboy
Autoren: Amanda Browning
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1. KAPITEL
    Kathryn Templeton befand sich in einem angenehmen Schwebezustand zwischen Wachen und Träumen. Der Motor lief fast geräuschlos, und den Boxen entströmten sanfte Klänge. Schon vor einer Weile hatte sie sich gelöst auf dem Beifahrersitz zurückgelehnt und die Augen geschlossen. Als die Musik unvermittelt abbrach, fuhr Kathryn auf und wandte sich dem Fahrer zu, so dass ihr das tizianrote Haar ins Gesicht fiel.
    “Was gibt’s?” Sie blickte nach vorn und erwartete, einen Unfall vor sich zu haben, doch die von spätwinterlichem Schnee überzogene Seenlandschaft, durch die die Straße sich wand, war leer.
    “Wir sind fast da”, erklärte ihr Cousin Drew Templeton, der sie zu dieser Fahrt ins Kumbrische Bergland überredet hatte.
    Prüfend sah Kathryn ihn an. “Warum bist du auf einmal so ernst?”
    Drew trommelte mit den Fingern nervös auf das Lenkrad. “Ach, es ist nichts weiter”, wehrte er ab, setzte dann jedoch hinzu: “Ich dachte nur, ich sollte dich lieber vor Joel Kendrick warnen.”
    In Kathryns grünen Augen erschien ein nachdenklicher Ausdruck. Drew hatte ihr von seinem Chef nur sehr wenig erzählt. Sie wusste lediglich, dass er Probleme mit seinem Computer hatte, und da ihr Cousin ihr sehr nahe stand, hatte sie sich bereit erklärt, dem Mann aus der Patsche zu helfen. Schließlich besaß sie eine kleine, aber gut gehende Computerfir ma, die sich auf Programmstörungen spezialisiert hatte.
    Kathryn zog fragend die Brauen hoch. “Was ist mit ihm?” Nachdem sie das Ziel der Fahrt fast erreicht hatten, fand sie, dass Drews Warnung etwas spät kam. Vermutlich hatte er befürchtet, sie könnte ihn sonst im Stich lassen. Aber natürlich hätte sie das nicht getan. “Also gut, raus mit der Sprache, Drew. Ist er ein Ungeheuer?” scherzte sie.
    Ihr Cousin warf ihr einen finsteren Blick zu. “Na ja, nicht direkt. Man könnte ihn auch so beschreiben: Joel Kendrick ist ein Wolf im Wolfspelz”, erklärte er ernst. “Ein Playboy, wie er im Buch steht.”
    Jetzt war Kathryn hellwach. Interessant! Ein echter Playboy war ihr noch nicht begegnet. Was mochte dieser Joel Kendrick für ein Typ sein? Natürlich sah er blendend aus, ein Frauentyp, der geborene Verführer, für den Flirten zum täglichen Leben gehörte. Bei der Vorstellung schlug Kathryns Herz rascher.
    Nichts genoss sie mehr, als mit einem gut aussehenden Mann auf Teufel komm raus zu flirten. Das Arbeitswochenende versprach doch noch ganz amüsant zu werden. Lächelnd verschränkte sie die Arme vor der Brust und widmete sich wieder Drew.
    “Klingt interessant. Erzähl mir mehr von ihm!” forderte sie ihn begeistert auf.
    Ihre Reaktion schien ihn nicht zu überraschen. Kathryn war eine temperamentvolle, unternehmungslustige junge Frau, die das Leben als Abenteuer betrachtete. Statt sich vor Joel Kendrick zu hüten, würde sie ihn als willkommene Herausforderung zum Flirten betrachten. Doch er war anders als die Männer, die Kathryn kannte. Er konnte ihr gefährlich werden, und Drew wollte auf keinen Fall, dass sie auf Joel Kendrick hereinfiel.
    “Hör mal, Kathy, ich mein’s ernst. Joel ist mein Chef, und ich mag ihn, aber er ist ein Casanova. Für ihn sind schöne Frauen Freiwild. Wenn er eine sieht, die er begehrt, ist er nicht mehr zu bremsen. Sicher, er behandelt die Frauen gut, aber bei ihm gibt es nur flüchtige Beziehungen. Heiraten kommt für ihn nicht infrage.
    Das ist auch der Grund, warum er Probleme mit seinem Computer hat und deine Hilfe braucht.”
    Statt sich davon abschrecken zu lassen, wurde Kathryn jetzt erst recht neugierig. “Du meinst, eine von seinen Damen hat sich an seinem Computer zu schaffen gemacht?”
    “Anscheinend hat es ihr nicht gepasst, dass Joel mit ihr Schluss gemacht hat.
    Wir glauben, sie ist ins Haus zurückgeschlichen, als er nicht da war, und hat alles gelöscht, was ihr unter die Finger kam. Dabei ist das System abgestürzt und … Na ja, ich bin nicht vom Fach. Der Himmel weiß, was sie alles angerichtet hat. Laut Joel herrscht totales Chaos.”
    “Ich verstehe.” Im Stillen bewunderte Kathryn die Taktik der Frau. Diese Art der Rache war sehr viel raffinierter, als die Anzüge den abgesprungenen Liebhabers zu zerfetzen. Die Dame besaß Stil.
    Seufzend bog Drew von der Fernstraße ab. “Joel hat mich angerufen und wollte wissen, ob ich jemanden kenne, der seinen Computer wieder in Ordnung bringt.
    Und verständlicherweise möchte er da niemanden haben, der in seinen Geschäftsdaten

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