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Volksfest

Volksfest

Titel: Volksfest
Autoren: Rainer Nikowitz
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Einige der handelnden Personen
    Suchanek, der: Held, dessen Beitrag zum gesellschaftlichen Leben sein Heimatort Wulzendorf viel zu lange missen musste.
    Alex Wimberger vulgo Grasel: Besitzer des Clubs «Route  66 b» und talentierter Züchter amtlicherseits nicht gern gesehener Pflanzen.
    Susi: Wulzendorfer Nahversorgerin, früherer «bester Freund» Suchaneks.
    Palenak: Biobauer mit Geldproblemen; schaut wie alle sehr gesund Lebenden eher kränklich aus; vor 20  Jahren brannte sein Heustadl ebenso wie der vom
    Neuner-Ranreiter und vom
    Fünfer-Mantler: Herrenbauer und Feuerwehrhauptmann – bei dem es nun neuerlich brennt.
    « Heilige Johanna» Mantler: Gattin vom Fünfer und Chefin der sehr frommen Legio Mariae; dennoch nicht feuerfest.
    Gregor Mantler: Schnittiger Sohn; Beinahe-Weltmeister im Pflügen.
    Hansi-Burli: Größtes Fußballtalent, das Wulzendorf je hervorgebracht hat; leider bei einem Verkehrsunfall früh verschieden.
    Burli-Urli: Burlis Freundin Ursula, eine echt heiße Disco-Kellnerin. Damals.
    « Schneckerl» Prohaska: Dorfsäufer und Entspannungsfischer.
    Keller Gerry: Nosferatu-Lookalike und Feuerwehrmann.
    Spakowitsch Edi: Stellvertretender Feuerwehrhauptmann, der momentan ganz schön viel schultern muss.
    Siebzehner-Stratzner: Ortsvorsteher und Chef der separatistischen «Überparteilichen Bürgerliste».
    Gerstmeierin: Pensionierte Gemeindesekretärin; als solche heimliche Ortsvorsteherin; Nummer zwei der Legio.
    Heimeder Kurtl: Alleinunterhalter mit von einem S-Fehler geförderten Faible für lateinamerikanische Rhythmen und Hang zum Immer-und-überall-Bonmot.
    Die alte Nidetzky: Spezialistin für Dorftratsch.
    Lengauer Milli: Seit dem Verlust von Sohn und Mann psychisch etwas labil (Kleptomanin).
    Sechser-Hartl: Knochenharter Bauer mit Hang zu schlagkräftiger Argumentation.
    Achter-Hiefler: Jerry Lee Lewis unter den Kirchenorganisten; früher Suchaneks Milch-Dealer. Sein Sohn
    Hiefler Andi: Ist vor Jahren bei einem Verkehrsunfall gestorben und trotzdem immer noch Rekordhalter für die Strecke Langegg – Wulzendorf.
    Willi Bobek: Autohändler & vor allem -verschönerer mit nicht immer astreiner Müllentsorgungsstrategie.
    ORF   1 und ORF   2 : Die Brüder Leopold (Poldi) und Robert (Bertl) Gärtner; aufgrund ihrer von der Natur verliehenen Kopfform schon früh von anderen Kindern namentlich mit dem Röhrenfernseher in Verbindung gebracht.
    Zwölfer-Leitnerin: Resolute Bäuerin mit so was von keinem Blatt vor dem Mund.
    Dreier-Kanschitz: Nachbar vom Fünfer-Mantler mit einem nach einem Verkehrsunfall gelähmten Sohn.
    Pfarrhofer René: Der Lastzug unter den Landmaschinenmechanikern; Feuerwehrmann.
    Einundzwanziger-Wantuschka: Früher Gemeindestierhalter; heute Feuerwehrkritiker.
    Urban Ernstl: Feuerwehrmann; sonst auch recht unbedarft.
    Kommissar Wimmer: Vielleicht doch kein schlechter Polizist; aber ganz sicher kein Freund vom Suchanek.

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1
    «Wenn man einmal was braucht von dir!»
    Darauf fiel dem Suchanek instinktiv nichts ein. Eine Art Überlebensreflex wahrscheinlich. Denn nachdem es ohnehin nichts, aber auch schon gar nichts gab, das sich in der prekären Situation, in der er sich befand, zu einer auch nur ansatzweise brauchbaren Entschuldigung zusammenlügen hätte lassen, war es natürlich besser zu schweigen.
    In Suchaneks Augen leuchtete ein beeindruckendes Morgenrot. In denen seiner Mutter kondensierte langsam der Zorn.
    Suchanek vollführte eine zarte Handbewegung in Richtung des Koffers seiner Eltern, den der Busfahrer eben hochhob, um als vielfältig einsetzbarer Sohn unaufdringlich seine Hilfsbereitschaft bei der Verstauung dieses wichtigen Gepäckstückes voller Unabdingbarkeiten für die gerade beginnende Expedition «Vier Tage Bodensee – Insel Mainau – Schaffhausen/Rheinfall» zu verdeutlichen.
    Es war zu spät.
Er
war zu spät.
    Suchanek hatte ohnehin schon den ganzen Weg aus der Stadt heraus gewusst, dass ebendieser Weg in ebendiesem Satz seiner Mutter enden würde. Er war diesem Gipfel elterlicher Enttäuschung – wiewohl es sich beileibe um keine Erstbesteigung handelte – unentrinnbar, wie in richtig tragischen Tragödien nun einmal üblich, entgegengesteuert. Seit den frühen Morgenstunden, in denen er aufgestanden war. Eigentlich schon seit den nur wenig früheren Morgenstunden, in denen er schlafen gegangen war.
    Dabei war ihm fraglos zugutezuhalten, dass er, zumindest nachdem er dem Wecker einen linken

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