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Versprochen

Versprochen

Titel: Versprochen
Autoren: Sophie Lang
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    Buch 2
     
    3. Buch Mose, Kapitel 18 Vers 23 ff.
    „…du sollst auch bei keinem Tier liegen, dass du mit ihm verunreinigt werdest. Kein Weib soll mit einem Tier zu schaffen haben, denn es ist ein Greuel…“
     
Kapitel 1
     
    Ich bin nicht allein.
    Er ist bei mir.
    Er, der Asha dazu brachte zu fliehen, weil sie ihn angelogen hatte. Er, der mir heute Nacht im Skygate begegnet war. Der mit mir geflirtet hatte und ich mit ihm.
    Er, von dem ich nicht weiß, ob er ein Gesandter ist. Er trägt kein Emblem des Obersten! Das sehe ich jetzt, weil es mir wieder besser geht. So schnell die Wunde aufbricht, so schnell schließt sie sich auch wieder, wenn nur genügend Blut in meinen Adern fließt. Und er? Er war nur wegen mir zu den Prüfungen erschienen.
    Warum?
    Er sitzt mir gegenüber und beobachtet mich, ohne dass es mir möglich ist, in seinem Gesicht, seinen Augen zu lesen.
    Ich bin gefesselt!
    Zwei Gurte pressen mich in den nussschalenförmigen Sitz, der kalt ist und nach Kunststoff riecht. Die Geräusche sind mir so nah, so fremd. Nie war ich Rotorblättern, die durch die Luft schneiden wie Messer eines Riesen, so nah. Noch nie saß ich im Innern eines Helikopters, der sich wie ein Insekt durch die Luft schraubt.
    Ich bin noch nie geflogen. Bestien können nicht fliegen.
    Wir entfernen uns schon über zwei Stunden vom Skygate.
    Von Asha.
    Schon lange sehe ich nur noch Wolken unter uns, um uns herum. New York, Sektion 13, Zone 1, Asha sind in unerreichbare Ferne gerückt. Für den Moment.
    Nur für den Moment, denn ich habe es versprochen.
    Jesse hat es nicht verstanden und die anderen auch nicht. Niemand hat es verstanden warum sie fort ist, warum er mich mitnimmt. Ich auch nicht. Nur eine kleine Lüge, nur eine kleine Verletzung. Keine Gründe zu fliehen vor Sektion 0. Kein Grund dass er mich mitnimmt nach Sektion 0, zu ihren Heilern.
    Ich habe nicht mehr gesprochen, seitdem Asha meine Lippen geküsst hat, meine Hand gedrückt hat, seit sie verschwunden ist. Ich spüre noch immer ihre Körperwärme an meiner Haut, sehe noch immer die Entschlossenheit in ihren Augen, ihre blonden Haare, violett gefärbt.
    Was soll ich in Sektion 0?
    Bringt er mich dort hin, um mich zu heilen, damit ich wieder ganz gesund werde, damit die Verletzung an meinem Bauch nicht mehr aufbricht? Ich am Leben bleibe? Ist das alles?
    Ich bin eine der Besten hat er heute Nacht zu mir gesagt?
    Können sie dort auch meine anderen Verletzungen heilen. Die, die nicht bluten?
    Ich erinnere mich an den Abschied, hasse es Abschied zu nehmen.
    Jesse wollte mich auch küssen. So wie Asha, das habe ich gespürt. Aber er hat sich nicht getraut. Wie ich es hasse.
    Werde ich ihn je wieder sehen. Werden wir uns jemals küssen? Fast schon bin ich darüber traurig, dass wir es nie versucht hatten. Genügend Gelegenheiten gab es, aber ich habe ihm nie eine Chance gegeben, das Gefühl gegeben, dass ich für ihn erreichbar bin. Nie habe ich Gefühle für ihn zugelassen. Ist es jetzt zu spät? Bekommen wir noch eine Chance? Was wird aus den anderen? Gouch, Trish, Shaco und Flavius? Flavius? Er ist jetzt mitten in der Prüfung und die Anderen und alle anderen Gesandten sind auch bei ihm.
    Außer er. Er ist bei mir, weil er wegen mir gekommen war. Was will er von mir? Die Frage führt nirgendwohin! Ich habe sie so oft in meinem Kopf gestellt und nie eine Antwort bekommen. Vielleicht kann Sektion 0 die Lücke in meinem Kopf schließen.
    Mein Team, was machen sie ohne Asha und ohne mich? Sie werden zwei neue Mitglieder bekommen, die für Sektion 13 kämpfen werden. Ein neuer Doc und eine neue Nahkämpferin, weil ich mir sicher bin, dass Asha und ich nicht zurückkehren werden. Nicht als das was wir waren.
    Die Wolken fliegen auseinander wie ein Schwarm weißer Vögel, aufgeschreckt durch etwas Riesiges, Gefährliches. Ich sehe den blauen Himmel. Er ist wunderschön. Erinnert mich an nichts. Ich kann einfach zu ihm hinschauen und fühle mich leer und gut.
    Da! Plötzlich sehe ich etwas Tolles, Glitzerndes neben dem Helikopter. Silbernes Metall, glitzernd in der Sonne in der Form einer Raupe. Eine Raupe ohne Augen, ohne Beine. Eine Raupe aus Metall, die ohne Flügel fliegen kann.
    Ich sage nichts, aber er hat es auch gesehen. Er beugt sich über mich und spricht. Ich rieche den Duft seines Körpers und höre den Klang seiner Stimme. Ganz nah. Viel zu nah. Zu nah für einen Gesandten. Er ist kein Gesandter!
    „Das ist eine Kampfdrohne! Sie überwacht die Grenze zur

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