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Verliebt in einen Scheich

Verliebt in einen Scheich

Titel: Verliebt in einen Scheich
Autoren: Alexandra Sellers
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1. KAPITEL
    Sophie genoss die Einsamkeit des Strandes. Bis auf den Reiter auf dem edlen schwarzen Pferd war sie ganz allein. Gleich nach Sonnenaufgang joggte sie jeden Morgen eine halbe Meile am Wasser entlang bis zu dem großen Felsen und wieder zurück. Schnell hatte sie herausgefunden, dass man in den Barakat Emiraten nur um diese Zeit Sport treiben konnte, weil es ansonsten viel zu heiß war.
    Jedes Mal begegnete sie dem Reiter mit dem finsteren Gesichtsausdruck. Bei ihrem ersten Zusammentreffen schien er sie kaum wahrzunehmen, während er, umgeben von einer Fontäne aus Sand und glitzernden Wassertropfen, an ihr vorübergaloppierte. Am zweiten Tag hob Sophie grüßend die Hand, und er reagierte mit einem knappen Nicken.
    Am dritten Morgen ritt er dicht an ihr vorbei und betrachtete sie aus zusammengekniffenen Augen so grimmig, dass Sophie aus dem Gleichgewicht geriet und in dem weichen Sand ins Stolpern kam. Vermutlich war er eher umgekehrt als gewöhnlich, denn kurz darauf passierte er sie erneut, wobei er ihr so böse ins Gesicht sah, als wolle er sie erschrecken.
    Ob ihre Anwesenheit ihn auf seinem sonst einsamen Ritt so sehr störte? Erneut erkundigte Sophie sich in ihrem Hotel und erhielt die Auskunft, dass sie als Hotelgast den Strand bis zu dem Felsen nutzen durfte. Sie tat also nichts Unrechtes und würde sich von dem Fremden nicht den Spaß an ihrem morgendlichen Lauf verderben lassen.
    Zwar gab es nur wenige Touristen in den Barakat Emiraten, aber Sophie staunte immer wieder, dass die anderen Hotelgäste den einmalig imposanten Sonnenaufgang verschliefen. Oder hatte der finstere Reiter sie schon alle verscheucht?
    Jeden Morgen bot sich ihr die gleiche traumhaft schöne Szenerie. Mit dem Aufsteigen der Sonne veränderte sich die Farbe des Meeres. Sie wechselte von einem geheimnisvollen Smaragdgrün über Türkis bis hin zu einem satten Saphirblau.
    Der Sand war weich, aber an der Wasserlinie trotzdem angenehm fest unter den Füßen. Allerdings wurden Sophies Spuren schon nach kurzer Zeit von den Wellen getilgt. Anders war es mit den Hufspuren, die der Reiter und sein Pferd hinterließen. Sie drückten sich tiefer in den Sand. Die kleinen Löcher füllten sich schnell mit Wasser und bildeten eine lange Spur am Strand entlang, die sie bis zu einem weit entfernt liegenden Punkt verfolgen konnte.
    Vom ersten Morgen an verspürte Sophie das unerklärliche Bedürfnis, die Grenzen des Hotelstrandes zu überschreiten und den Hufspuren zu folgen, um herauszufinden, woher der geheimnisvolle Reiter kam. Immer wenn sie widerstrebend an dem großen Felsen kehrtmachte, hatte sie das Gefühl, etwas Wichtiges zu versäumen.
    Heute war es anders. Von dem Pferd und seinem Reiter gab es keine Spur, obwohl sie fast schon an ihrem Wendepunkt angelangt war. Vielleicht war der Mann so verärgert über ihre Gegenwart, dass er sein Pferd an anderer Stelle trainierte? Unwillkürlich wurde Sophie von einem Gefühl der Enttäuschung erfüllt. Sie fand es angenehm, den Sonnenaufgang in Anwesenheit des Fremden zu genießen, selbst wenn der sich durch ihre Anwesenheit gestört fühlte.
    Als Sophie den Felsen erreichte, lief sie einfach weiter, anstatt umzudrehen und zum Hotel zurückzukehren.
    Nach kurzer Zeit tauchten das schwarze Pferd und sein Reiter in der Ferne auf. In schnellem Galopp kamen sie auf Sophie zu. Bei diesem Tempo würden sie bald mit ihr auf einer Höhe sein. Mit diesem Gedanken beschlich Sophie eine schlimme Ahnung. Befand sie sich jetzt auf Privatgelände? Glaubte der finster aussehende Mann etwa, sie sei auf der Suche nach ihm? Sie machte kehrt und lief in die andere Richtung.
    Das Pferd holte auf. Sie konnte die leichten Erschütterungen, die seine Hufe auslösten, unter ihren Füßen spüren. Instinktiv rannte Sophie schneller, so als sei der Fremde ein Jäger und sie seine Beute.
    Sie konnte das Schnauben seines Pferdes hören, so dicht befand er sich jetzt hinter ihr. Wenige Sekunden später brachte er das Tier dicht vor ihr zum Stehen und blockierte ihr so den Weg. Sie blieb stehen. Einen Augenblick lang starrten sie einander an.
    â€žWas tust du hier?“ Seine Stimme klang hart und passte ausgezeichnet zu seinem Gesichtsausdruck. Auf Sophie wirkte er wie aus Stein gemeißelt.
    Ganz gleich, ob sie sich auf seinem Besitz befand, dieser Ton gefiel ihr ganz und gar nicht. „Wer will das

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