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Verlangen

Verlangen

Titel: Verlangen
Autoren: Sylvia Day
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Prolog
    Die Frau unter Aidan Cross war nur Momente von einem überwältigenden Orgasmus entfernt. Ihre kehligen Schreie erfüllten die Luft und drängten ihr Publikum, näher zu rücken.
    Da er schon seit Jahrhunderten Frauen auf diese Weise beschützte, kannte er die Anzeichen und passte seine Stöße entsprechend an. Seine schmalen Hüften hoben und senkten sich unermüdlich, und er ließ seinen Schwanz mit unfehlbarem Geschick wie eine Liebkosung durch ihre cremigen Tiefen gleiten. Sie keuchte, zerkratzte seine Haut und wölbte den Rücken.
    »Ja, ja, ja …«
    Ihr atemloses Keuchen ließ ihn lächeln, und die Wucht ihres rasch nahenden Höhepunkts erfüllte den Raum mit einem Schimmer, den nur er sehen konnte. An den Rändern des Zwielichts, wo das Licht ihrer Leidenschaft auf das Dunkel ihrer inneren Ängste traf, warteten die Albträume mit greifbarer Erregung, doch er hielt sie fern.
    Mit ihnen würde er sich gleich befassen.
    Aidan legte beide Hände auf ihre Pobacken und zog ihre Hüften höher, damit sich sein Schwanz bei jedem Stoß in voller Länge an ihrer Klitoris rieb. Sie kam mit einem Aufschrei, ihre Möse zuckte im Orgasmus um sein langes, hartes Glied herum, und ihr Körper bewegte sich mit einer wilden, unbekümmerten Hemmungslosigkeit, die sie im Wachzustand nie an den Tag gelegt hätte.
    Er hielt sie dort fest, in der Schwebe der Verzückung, und nahm die Energien in sich auf, die dieser Traum erschuf. Dann verstärkte er die Energien und sandte sie durch die Frau zurück. Sie begann, in den tiefsten Traumzustand zu versinken, den erholsamsten, fern von dem Zwielicht, in dem sie angreifbar war.
    »Brad …« Sie seufzte, ehe sie vollständig abdriftete.
    Aidan war sich bewusst, dass diese Begegnung nicht mehr als ein Phantasma war, eine geistige Verbindung. Nur im Un terbewusstsein der Frau hatte ihre Haut seine berührt, und dennoch war ihr der Liebesakt vollkommen real erschienen.
    Als er sicher war, dass ihr nichts mehr passieren konnte, zog sich Aidan von ihrem Körper zurück und warf die Haut ihres Fantasiebilds ab. Unter der Fassade von Brad Pitt kam sein wahrer Körper hervor, wurde größer und breitschultriger. Sein Haar nahm wieder das Tintenschwarz an, das es von Natur aus besaß, und das Blau seiner Augen vertiefte sich zu ihrem natürlichen Farbton, einem durchscheinenden Saphirblau.
    Die Albträume wanden sich erwartungsvoll. Ihre verschwommenen Körper wogten am Rande des Bewusstseins der Träumerin. Heute waren sie zu mehreren, und er war allein. Als er seine Glefe zu sich rief, war Aidans breites Grinsen echt. Er liebte es, wenn sie ihm zahlenmäßig derart überlegen waren. Äonen voller Kämpfe hatten tiefen Groll in ihm zurückgelassen, und er genoss jede Gelegenheit, diesen Groll an den Albträumen auszulassen.
    Mit routinierter Anmut und geschmeidigen Bewegungen ließ Aidan seinen Schwertarm spielen und setzte das beträchtliche Gewicht seiner Glefe ein, um seine Muskeln von der sexuellen Anspannung auf die Wendigkeit eines Kriegers umzustellen. Bestimmte Anlagen konnten in Träumen verstärkt werden, aber trotzdem waren angeborene Fähigkeiten erforderlich, um es mit mehreren Gegnern gleichzeitig aufzunehmen.
    Als er bereit war, brachte er gedehnt hervor: »Kann’s losgehen?«
    Mit einem kräftigen Satz nach vorn versetzte Aidan den ersten Todesstoß.
    »Hattet Ihr eine gute Nacht, Captain Cross?«
    Aidan zuckte die Achseln und ging weiterhin unbeirrt auf den Tempel der Ältesten zu. Seine lange schwarze Robe wirbelte bei jedem ausholenden Schritt um seine Knöchel. »Das Übliche.«
    Während er dem Wächter, der ihn angesprochen hatte, zum Abschied zuwinkte, schritt Aidan unter dem massiven Torbogen hindurch, dem Torii, und dann in den offenen Innenhof. Seine nackten Füße trugen ihn lautlos über den kühlen Steinboden, eine sanfte Brise zerzauste sein Haar und neckte mit ihrem Duft seine Sinne. So energiegeladen, wie er war, hätte er im Einsatz bleiben und weiterkämpfen können, doch das verboten die Ältesten.
    Sie bestanden jetzt schon seit einer Ewigkeit darauf, dass jeder Wächter in regelmäßigen Abständen in die Tempelanlage zurückkehrte. Sie behaupteten, es diene dazu, ihnen Zeit zum Ausruhen zu geben, doch Aidan wusste, dass dies nicht der alleinige Grund war. Wächter brauchten nur sehr wenig Ruhezeit.
    Der Torbogen hinter ihm war die wahre Absicht, die hinter dem Befehl zur Rückkehr stand. Er war riesig, von erschreckend roter Farbe und so imposant,

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