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Verfuehrung im Palazzo des Prinzen

Verfuehrung im Palazzo des Prinzen

Titel: Verfuehrung im Palazzo des Prinzen
Autoren: Sarah Morgan
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wie man sich korrekt anzieht und benimmt. Das Königshaus von Santina kann sich keine negative Publicity leisten.“
    Izzy versuchte, dem sengenden Blick standzuhalten, mit dem er sie von Kopf bis Fuß musterte. Dabei blitzte es in seinen dunklen Augen auf, und sie spürte, wie ihr Puls in die Höhe schnellte. Entweder Moody Matteo gab widersprüchliche Botschaften von sich, oder mit ihrem Radar stimmte irgendetwas nicht. Auf der einen Seite war seine Aversion gegen sie nicht zu verkennen, auf der anderen Seite … diese gefährlichen Schwingungen zwischen ihnen …
    „Es ist nicht mein Kleid, mit dem etwas nicht stimmt, sondern Ihre Party“, beharrte sie. „Niemand im Palast versteht es zu lachen, zu tanzen oder eine gute Zeit zu haben. Diese Kristalllüster mögen ja wertvoll und mondän sein, aber mit ein paar Discokugeln hätten Sie mehr Stimmung geschaffen.“
    „Dies ist ein königlicher Palast und kein Nachtklub“, kam es eisig zurück. „Und das sollte Ihr Benehmen auch widerspiegeln.“
    „Soll heißen, ich muss noch einen Hofknicks einüben?“
    „Das wäre nicht nur wünschenswert, sondern ist absolut notwendig“, erläuterte Matteo kühl. Alles an ihm verkörperte plötzlich den Prinzen. „Und die korrekte Anrede lautet Eure Königliche Hoheit .“
    Das Letzte hörte Izzy schon gar nicht mehr. Während sie fasziniert den Bewegungen seiner klassisch geschnittenen Lippen gefolgt war, hatte sich ihr Geist bereits verabschiedet und war ganz eigene Wege gegangen. Wie es sich wohl anfühlen mochte, von ihm geküsst zu werden? Plötzlich drehte sich alles, woran sie denken konnte, um Sex. Das schockierte sie zutiefst. Denn nach ihren eigenen desaströsen Erfahrungen auf diesem Gebiet und dem Negativbeispiel ihrer Eltern und deren katastrophaler Ehe gehörte ein neuer Mann für sie ganz sicher nicht zu ihren bevorzugten Zielen.
    Sekundenlang starrten sie einander nur stumm an, dann schob Matteo die dunklen Brauen zusammen. „Nach dem ersten Mal können Sie mich mit Sir anreden.“
    „Nach dem ersten Mal?“ , echote Izzy schwach. Ihr Herz schlug oben im Hals, und ihr Mund war plötzlich ganz trocken. „Für uns beide wird es kein erstes Mal geben. Selbst wenn ich noch verzweifelter und hoffnungsloser sein würde als im Moment, würde ich nicht mit Ihnen ins Bett gehen, Eure … Eure Königliche Hoheit ! Ich bin nicht so eine, sondern schrecklich romantisch.“
    „Wäre …“ , korrigierte Matteo gereizt. „Hoffnungsloser wäre müsste es grammatikalisch korrekt heißen, nicht sein würde . Außerdem ging es mir um die korrekte Anrede beim ersten Treffen, sonst nichts.“
    Izzy, die sich bisher im sprachlichen Bereich allein um englische Songtexte gekümmert und von Grammatik wenig gehört hatte, spürte, wie sie errötete. „Okay, umso besser, dass wir den Punkt gleich zu Beginn unserer Bekanntschaft klären konnten. Aber muss ich Sie wirklich mit Sir ansprechen? Es ist nämlich so, dass die einzige Person, die ich jemals so angesprochen habe, mein alter Schuldirektor war. Und an ihn zu denken, weckt nur ungute Erinnerungen.“
    „Der Mann hat mein tiefstes Mitgefühl. Sie zu unterrichten muss eine echte Herausforderung gewesen sein.“ Er stand jetzt direkt vor dem größten Porträt, und so blieb Izzy die Familienähnlichkeit nicht verborgen. Dasselbe dichte schwarze Haar, die gleichen dunklen, eindringlichen Augen.
    Derselbe edle, aristokratische Gesichtsschnitt …
    Kein Wunder, dass er so arrogant ist! dachte sie benommen. Sein Stammbaum reichte Jahrhunderte zurück, und sie war eigentlich nicht mehr als das Zufallsprodukt zweier Menschen, die eine Art Zweckgemeinschaft eingegangen waren. Um sich selbst besser zu fühlen, hätte sie gern irgendeinen Makel an ihm entdeckt. Sie wollte ihn nicht attraktiv finden, aber welche Frau hätte das fertiggebracht?
    Izzy spürte ein seltsames Ziehen in ihrem Innern, das sich schnell zu einem Flächenbrand ausweitete. Das ist bestimmt nur der Champagner! beruhigte sie sich. Er verstärkt offenbar alles, was ich fühle.
    „Machen diese ganzen Formalitäten Sie nicht manchmal irre?“, fragte sie aufrichtig interessiert. „Nicht ein entspanntes Lächeln oder irgendeine normale Regung auf den Gesichtern. Wie in dieser Galerie mit den kalten Statuen.“
    „Diese unbezahlbaren Marmorstatuen datieren bis ins fünfzehnte Jahrhundert zurück.“
    „Das reicht allerdings, um die Gesichtszüge einfrieren zu lassen“, mutmaßte Izzy unbeeindruckt. „Kein

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