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Verfuehrung im Harem

Verfuehrung im Harem

Titel: Verfuehrung im Harem
Autoren: Teresa Southwick
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ausgerechnet mich treffen?“
    „Die Vorfahren deiner Mutter waren mit der königlichen Familie verwandt, und unsere Familien waren immer befreundet. Vor vielen Jahren wurde beschlossen, dass die älteste Tochter deiner Mutter die Frau des zweitältesten Sohnes meines Vaters wird.“
    „Und wenn sie nur Söhne bekommen hätte?“, fragte Jessica.
    „Das hat sie aber nicht“, antwortete er viel zu ruhig, während er ungeniert ihre Brüste betrachtete. „Als der Privatdetektiv meines Vaters Nachforschungen anstellte und dich aufspürte, nahmen die Pläne für die Umsetzung des Versprechens Gestalt an.“
    Die ganze Geschichte kam ihr in jeder Hinsicht ungeheuerlich vor. „Hast du die Heiratsurkunde etwa auch unterschrieben?“
    „Ja.“
    „Freiwillig?“
    „Natürlich“, erwiderte er geduldig.
    Dieser Playboy sollte die Heiratsurkunde freiwillig unterschrieben haben? Jessica konnte es kaum glauben. „Warum hast du das getan?“
    „Weil es meine Pflicht ist. Als Bruder des Thronerben bin ich verpflichtet, zu heiraten und Kinder zu bekommen.“
    „Was wäre geschehen, wenn man mich nicht hätte finden können?“ Als er antworten wollte, legte sie ihm den Finger auf die Lippen. „Wag ja nicht zu sagen, man hätte mich ja gefunden.“
    Er verzog die Lippen zu einem Lächeln. „Das ist nicht nötig, du hast es ja selbst festgestellt.“
    „Okay, dann formuliere ich es anders: Warum bist du nicht schon längst verheiratet? Wärst du Single geblieben, wenn man mich nicht gefunden hätte?“
    „In dem Fall hätte mein Vater eine andere Frau für mich ausgesucht.“ Er zuckte die Schultern und fügte hinzu: „Zu gegebener Zeit.“
    „Heißt das, es war für dich der richtige Zeitpunkt zu heiraten?“
    „Ja, jedenfalls in gewisser Weise.“ Er sah aus wie ein bei einer Lüge ertappter kleiner Junge.
    Nein, nicht wie ein kleiner Junge, dafür wirkt er viel zu männlich, korrigierte sie sich sogleich. Gegen ihren Willen und wider besseres Wissen fühlte sie sich viel zu sehr zu ihm hingezogen.
    „Was hattest du verbrochen?“, fragte sie.
    „Ohne mich zu kennen, vermutest du, ich hätte irgendetwas verbrochen. Wie kommst du dazu?“
    Sie verschränkte die Arme und sah ihm in die Augen. „Das fragst ausgerechnet du, obwohl du genau weißt, wie ausführlich in der Skandalpresse über deine Affären berichtet wurde? Natürlich hast du etwas angestellt, das ist mir völlig klar. Ich bin sicher, es hatte etwas mit einer Frau zu tun.“
    „Ja. Sie hatte sich von ihrem Mann getrennt, die Trennung war noch nicht gesetzlich geregelt.“
    „Dann warst du mit einer verheirateten Frau zusammen. Es liegt auf der Hand, dass dein Vater darüber nicht glücklich war.“
    „Am meisten hat er sich über die Fotos aufgeregt, die mit dem Teleobjektiv heimlich von ihr und mir gemacht wurden.“ Kardahl kniff die Augen zusammen. „Mein Vater und sein Beraterstab kamen zu dem Schluss, es sei eine gute Gelegenheit, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, wie man so schön sagt.“
    „Du solltest deine Pflicht tun, und gleichzeitig konnte ein Skandal verhindert werden, oder?“
    „Richtig“, gab er zu.
    Wieder stützte sie die Hände in die Hüften. „Die Sache hat jedoch einen Haken: Ich will gar nicht verheiratet sein.“
    „Warum nicht?“
    „Aus vielen Gründen“, erwiderte sie. „Und falls ich jemals einem Mann mein Jawort gebe – persönlich und nicht als Unterschrift auf irgendeinem Stück Papier –, wärst du der Letzte, den ich heiraten würde.“
    „Ach, tatsächlich?“ In seinen Augen blitzte es zu ihrer Überraschung belustigt auf. Eigentlich hatte sie damit gerechnet, er würde sich über die Bemerkung ärgern.
    „Du hast mit deinem Benehmen hinreichend bewiesen, dass du nicht bereit oder imstande bist, Verantwortung zu übernehmen.“ Sie wartete auf seine Reaktion, doch als er sie nur weiterhin belustigt ansah, fuhr sie fort: „Du kannst es abstreiten, wenn du willst, aber das würde dir wenig nützen, denn es wurde genug über dich geschrieben.“
    „Ich will gar nichts abstreiten. Du hast völlig recht.“
    „Warum hast du dich dann nicht geweigert, bei der Ferntrauung mitzumachen?“
    Jetzt verschwand die Belustigung aus seinen Augen, und sein Blick wurde hart. „Das ist der Preis, den man als Mitglied der königlichen Familie bezahlen muss. Ich war dazu verpflichtet, die Ehe mit dir einzugehen.“
    „Das ist es ja gerade, wir sind gar nicht verheiratet, weil ich meine Unterschrift nicht

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