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Verfuehrung im Harem

Verfuehrung im Harem

Titel: Verfuehrung im Harem
Autoren: Teresa Southwick
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mir.“
    „Das ist doch kein Wunder bei all den Geschichten, die man über dich und deine zahlreichen Affären lesen kann.“
    Nach dem Tod seiner geliebten Antonia vor zwei Jah ren hatte er beschlossen, nie wieder etwas für eine Frau zu empfinden. Deshalb überraschte es ihn, dass er sich über Jessicas Äußerung ärgerte. „Hältst du alles, was du gelesen hast, für wahr?“
    „Völlig erfunden und aus der Luft gegriffen können die Geschichten nicht sein, sonst hättest du dich doch mit allen Mitteln dagegen gewehrt und die Reporter und Herausgeber mit Verleumdungsklagen überzogen. Außerdem stellen sich solche Geschichten, die zunächst heftig abgestritten wurden, später oft als wahr heraus. Ja, ich glaube viel von dem, was über dich geschrieben wird“, gab sie zu und begegnete seinem Blick. „Ich muss aber gestehen, die Fotos, die man von dir veröffentlicht, werden dir nicht gerecht.“
    „Paparazzi sind in der Wahl der Mittel nicht zimperlich. Je negativer sie mich präsentieren können, desto besser.“ Diesen Leuten ist es völlig egal, ob sie jemanden verletzen, Hauptsache, die Fotos und die entsprechenden Berichte lassen sich gut verkaufen, fügte er insgeheim verbittert hinzu.
    „Dazu hast du ihnen sicher oft genug Anlass gegeben.“
    „Wenn du eine so durch und durch schlechte Meinung von mir hast, möchte ich dir eine Frage stellen: Warum warst du einverstanden herzukommen?“
    „Das weißt du genau. Der Mitarbeiter des Königs hat mir versprochen, ich würde meine Verwandten kennenlernen. Und darauf freue ich mich. Anschließend fliege ich nach Hause zurück und konzentriere mich wieder auf meine Arbeit, die für mich sehr wichtig ist. Doch das verstehst du wahrscheinlich nicht.“
    „Vielleicht täuschst du dich. Ich bin bekannt für mein soziales Engagement.“
    Lächelnd erwiderte sie: „Das bezweifle ich nicht. Auch das steht in der Presse. Das aber, was du offenbar darunter verstehst, halte ich für sehr fragwürdig.“
    Sie verurteilt mich, ohne mich zu kennen, dachte er verletzt und beleidigt. Wollte sie ihn provozieren? Wenn ja, würde sie eine Enttäuschung erleben. Die Zeit der leidenschaftlichen Gefühle und heftigen Reaktionen war längst vorbei. Er hatte alles verloren und fühlte sich innerlich leer. Nichts, was Jessica sagte oder tat, konnte ihn wirklich berühren.
    Es ging ihm jetzt nur noch darum, seine Pflicht zu tun. Daran hatte man ihn erinnert, als Fotos von ihm Arm in Arm mit der verheirateten und einige Male geschiedenen Schauspielerin aufgetaucht waren. Einen Skandal in der königlichen Familie hätte sein Vater nicht toleriert. Es wäre auch sehr störend gewesen bei den Verhandlungen darüber, wie das Land weltweit eine wichtigere Rolle spielen konnte. Das hatte der Außenminister Kardahl unmissverständlich klargemacht und hinzugefügt, eine schmierige Liebesgeschichte, die vielleicht am Ende noch zu einer Hochzeit führe, sei für die Skandalpresse ein gefundenes Fressen.
    Das aber war nicht der eigentliche Grund, warum Jessicas Ankunft beschleunigt worden war. Die Frau, die Kardahl geliebt hatte, war tot, und sein ungeborenes Kind war mit ihr gestorben. Seitdem fühlte er sich innerlich wie erstarrt und hatte nichts dagegen gehabt, die Frau zu heiraten, die sein Vater für ihn noch vor ihrer Geburt bestimmt hatte.
    Doch was sollte das Gerede darüber, sie würde nach Hause zurückfliegen und sich auf ihre Arbeit konzentrieren? Wenn sie wirklich diese Absicht hatte, erklärte es natürlich, warum sie mit wenig Gepäck reiste.
    Kardahl runzelte die Stirn. „Jemand, der so leichtfertig mit dem Eheversprechen umgeht, sollte nicht mit dem Finger auf andere zeigen.“
    „Eheversprechen?“, wiederholte sie, während ihr Lächeln verschwand. „Wovon redest du?“
    „Von dem Versprechen, das wir uns durch die Unterzeichnung der entsprechenden Dokumente gegeben haben.“
    Verständnislos sah sie ihn an. „Ich habe keine Ahnung, was du meinst.“
    „Die Ferntrauung. Du bist meine Frau.“

2. KAPITEL
    Noch vor drei Stunden hatte Jessica befürchtet, ihre Verwandten würden sie ablehnen, weil sie ein uneheliches Kind war. Diese Sorge war in den Hintergrund getreten, seit sie sich mit einem viel größeren Problem konfrontiert sah: Sie war angeblich mit einem Mann verheiratet, der von Liebe und Treue nichts hielt, mit einem Playboy, der so lebte, wie es ihm passte.
    Ruhelos wanderte sie in der luxuriösen Suite hin und her und ging schließlich hinaus auf den

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