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Verfuehrung im Harem

Verfuehrung im Harem

Titel: Verfuehrung im Harem
Autoren: Teresa Southwick
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jemandem rückhaltlos zu vertrauen. „Für mich ist es nur ein Urlaub, aber die Kinder fühlen sich zurückgewiesen und schon wieder von jemandem im Stich gelassen, den sie ganz gern haben.“
    „Dann müssen sie lernen, sich nicht so sehr auf einen ein zigen Menschen zu konzentrieren“, entgegnete er. „Deine Abwesenheit könnte für sie eine heilsame Lektion sein. Würden sie ohne dich nicht besser zurechtkommen?“
    Jessica schüttelte den Kopf. „Jeder braucht manchmal eine Person zum Anlehnen. Wenn sie sich emotional nicht engagieren, vereinsamen sie und werden asozial.“
    „Ist es nicht unkomplizierter, ganz darauf zu verzichten, sich auf jemanden einzulassen?“
    Erstaunt sah sie ihn an. „Das sagst ausgerechnet du? Du lässt dich auf jedes weibliche Wesen ein, das einigermaßen …“ Sie verstummte und presste die Lippen zusammen. „Ach, vergiss es.“
    „Versteh mich bitte nicht falsch. Ich finde es bewundernswert, dass du dich für die Kinder einsetzt und davon überzeugt bist, etwas erreichen zu können.“ In seiner Stimme schwang Skepsis.
    „Wenn niemand versuchen würde, etwas zu ändern, wäre die Welt in einem noch traurigeren Zustand.“
    „Ich wünsche dir viel Erfolg und viel Glück bei deinen Bemühungen.“
    Das passt zu ihm nach allem, was ich über ihn gelesen habe, dachte sie. Wenn er nicht vorhin einen Anflug von Gedankentiefe und Einfühlungsvermögen gezeigt hätte, hätte sie auch gar nichts anderes erwartet. Jetzt fragte sie sich jedoch, wie er einerseits so verständnisvoll und andererseits so abgestumpft sein konnte.
    In dem Moment hielt der Wagen an.
    „Ist die Stadtrundfahrt schon beendet?“
    Ein rätselhaftes Lächeln umspielte seinen Mund. „Ja. Ich habe eine Überraschung für dich.“ Er stieg aus dem Wagen, während der Chauffeur ihm die Tür aufhielt. Dann reichte Kardahl Jessica die Hand, half ihr beim Aussteigen und führte sie durch den Nebeneingang zu einer exklusiven Boutique. „Komm mit“, forderte er sie auf und hakte sich bei ihr ein.
    Bewundernd betrachtete Jessica die eleganten Kleider, Hosenanzüge und Abendroben. Hier würde ihr das Einkaufen Spaß machen, wenn sie es sich erlauben könnte. Doch diese Outfits waren, was die Preise anging, für sie einige Nummern zu groß.
    „Was wollen wir hier?“, fragte sie.
    Eine jüngere und elegant gekleidete Frau kam ihnen mit einem breiten Lächeln entgegen. „Königliche Hoheit, ich bin entzückt über Ihren Besuch, den man mir telefonisch angekündigt hat. Ich habe alle anderen Termine abgesagt und das Geschäft vorübergehend geschlossen. Das ist Ihre Gattin, nehme ich an.“
    „Ja.“
    „Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Hochzeit.“
    „Vielen Dank.“ Er warf Jessica einen Blick zu. „Meine Frau hätte gern einige neue Outfits.“
    „Aber ich …“, begann Jessica, verstummte jedoch sogleich wieder, denn sie wollte ihn nicht bloßstellen. Es gefiel ihr jedoch ganz und gar nicht, dass er sie vor vollendete Tatsachen stellte, statt es vorher mit ihr zu besprechen.
    Ehe sie wusste, wie ihr geschah, nahm die Frau bei ihr Maß und sagte dann: „Sie haben die perfekte Figur für Kleidergröße vierunddreißig, Königliche Hoheit. Ich habe da einige Einzelstücke, die Ihnen sicher gefallen.“
    Es verursachte Jessica Unbehagen, mit „Königliche Hoheit“ angeredet zu werden. Da sie sich jedoch bereit erklärt hatte, in der Öffentlichkeit als seine Frau aufzutreten, konnte sie es wahrscheinlich gar nicht verhindern. Die Verkäuferin eilte mit einer Auswahl eleganter Outfits in den hinteren Teil des Verkaufsraums. Als sie zurückkam, wies Kardahl auf ein schlichtes schwarzes Abendkleid aus Seide. „Das soll meine Frau anprobieren. Es müsste ihr passen.“
    „Ja, das denke ich auch, es ist die richtige Größe“, erwiderte die Frau lächelnd.
    Für einen Playboy ist es natürlich kein Problem, die Kleidergröße einer Frau zu erraten, er hat ja genug nackte Frauen in den Armen gehalten und zärtlich berührt, überlegte Jessica und erbebte bei dem Gedanken. Genau das war ihr Problem. Ihr Verstand sagte Nein, aber ihr Körper reagierte viel zu heftig auf diesen Mann. Es wäre jedoch dumm, sich die Chance entgehen zu lassen, all diese wunderschönen Outfits anzuprobieren. Andererseits musste sie der Verkäuferin irgendwie klarmachen, dass sie nur ihre Zeit verschwendete.
    „Pass mal auf“, wandte Jessica sich an Kardahl, als die Frau mit dem Abendkleid verschwand, „ich brauche keine neuen

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