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Verfuehrung im Harem

Verfuehrung im Harem

Titel: Verfuehrung im Harem
Autoren: Teresa Southwick
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freuen, wenn jemand, der sie liebte, sie kritisierte und ihr unerwünschte Ratschläge erteilte.
    „Einverstanden, solange niemand von mir erwartet, dass ich ein Kind bekomme“, willigte sie ein.
    Statt zu antworten, lächelte er nur. Er wirkt wie eine Raubkatze, die ihre Beute fest im Blick hat, schoss es Jessica durch den Kopf.
    Während sie in einer der Limousinen der königlichen Familie an dem Markt mit den vielen Ständen und dem bunten Treiben vorbei in das Zentrum der Hauptstadt von Bha’Khar fuhren, blickte Jessica zum Fenster hinaus und schüttelte immer wieder den Kopf.
    „Was hast du? Gefällt dir nicht, was du siehst?“, fragte Kardahl.
    „Doch, doch, alles ist bestens in Ordnung.“
    Und das war noch untertrieben. Wie versprochen, hatte sie die Nacht allein in dem unvorstellbar luxuriösen Schlafzimmer verbracht. Allein das angrenzende Umkleidezimmer war so groß wie ihr ganzes Apartment in Los Angeles. Das Bad aus Marmor mit den vergoldeten Armaturen war traumhaft schön. Nach dem Frühstück, das in angenehmer Atmosphäre verlief, eröffnete Kardahl ihr, einer seiner Mitarbeiter sei unterwegs, um Kontakt mit ihrer Familie aufzunehmen. Um ihr die Wartezeit zu verkürzen, wollte er ihr die Stadt zeigen. Das war sehr aufmerksam von ihm, ge hörte aber wahrscheinlich zu seiner Strategie. Was immer er bezweckte, es interessierte Jessica wenig.
    Es machte sie etwas traurig, dass sie diese wunderschöne, liebenswerte Stadt mit den mit beige- und pinkfarbenem Stuck verzierten weißen Häusern, in der ihre Mutter geboren war, nie kennengelernt hatte. Es kam ihr so vor, als fehlte ihr ein Teil ihrer eigenen Identität.
    „Verrate mir, was dich quält“, bat er sie mit seiner tiefen Stimme.
    Sein sanfter Ton und sein Einfühlungsvermögen berührten sie sehr. „Es ist eigentlich unglaublich, dass meine Mutter nie mit mir über ihr Land und ihre Angehörigen gesprochen hat“, erwiderte sie.
    „Vermutlich war sie sehr unglücklich und verbittert“, meinte er.
    „Wie kommst du darauf?“
    Kardahl zuckte die Schultern. „Die Vermutung liegt nahe. Man redet nicht gern über die Zeit, in der man unglücklich war, um nicht alte Wunden wieder aufzureißen. Und außerdem wollte sie dich sicher nicht mit ihren eigenen Problemen belasten.“
    Seiner Miene nach zu urteilen, meinte er es ernst. So viel Verständnis hätte Jessica von ihm nicht erwartet, immerhin stand er in dem Ruf, sehr oberflächlich und rücksichtslos zu sein.
    Lächelnd sah sie ihn an. „Egal, ob es stimmt oder nicht, den Gedanken finde ich jedenfalls äußerst tröstlich.“
    In dem Moment läutet sein Handy, und sie blickte wieder zum Fenster hinaus. Sie fuhren gerade durch eine enge Straße mit eleganten Boutiquen und modischen Geschäften auf beiden Seiten.
    „Das war mein Mitarbeiter. Es ging um den Besuch bei deiner Familie“, erklärte Kardahl schließlich und schob das Handy wieder in die Tasche.
    „Wann kann ich sie treffen?“, fragte sie eifrig. „Ich weiß eigentlich nichts über sie.“
    „Du hast zwei Tanten …“
    „Meine Mutter hatte zwei Schwestern?“, unterbrach sie ihn begeistert. Jessica hatte sich immer Geschwister gewünscht, um nicht so allein zu sein. Dass ihre Mutter den Kontakt zu ihren Schwestern abgebrochen hatte, konnte sie nicht verstehen.
    „Ja. Eine deiner Tanten ist mit dem Sprecher der Wüstenbewohner verheiratet. Die andere ist Ärztin und wohnt in einer anderen Stadt nördlich von hier. Du wirst beide kennenlernen.“
    „Danke. Das ist wunderbar.“ Zögernd und leicht besorgt fügte sie hinzu: „Was ist mit meinen Großeltern?“
    „Auf Wunsch des Außenministers befinden sie sich momentan in diplomatischer Mission auf einer Auslandsreise. Sie sind über deine Ankunft informiert und kommen schnellstmöglich zurück“, antwortete er.
    „Okay.“ Sie seufzte. „Ich bin ein bisschen enttäuscht, dass ich noch länger warten muss“, gab sie zu. „Ich hatte gehofft, viel Zeit mit ihnen verbringen zu können, ehe ich nach Hause zurückfliegen und wieder arbeiten muss.“
    „Kannst du deinen Urlaub nicht verlängern?“
    „Das wird sich wahrscheinlich nicht vermeiden lassen. Es tut mir leid für die Kinder.“
    „Kümmert sich während deiner Abwesenheit niemand um sie?“
    „Doch. Das ist aber nicht das Problem. Es ist nicht leicht, das Vertrauen dieser Kinder zu gewinnen, die alle Angehörigen verloren haben.“ Das wusste sie auch aus eigener Erfahrung. Immer noch hatte sie ein Problem,

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