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Verdammt wo ist der Braeutigam

Verdammt wo ist der Braeutigam

Titel: Verdammt wo ist der Braeutigam
Autoren: Nicola Holzapfel
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trennte, um dann doch mit ihr zusammenzubleiben, zumindest bis sie sich wieder trennten, erkannte er tiefsinnig: »Die Liebe ist keine Glühbirne, die man so einfach ausknipsen kann.« Warum dennoch so viele, darunter er selbst, den Ehe-Aus-Schalter finden – ein Rätsel.

Die »Exen«
WER DEN RICHTIGEN MENSCHEN HEIRATET, KANN SICH GETROST SCHEIDEN LASSEN
    Ex ist ein praktisches Wort. Es passt auf beide Geschlechter, man muss nur die Wörter »Mann« oder »Frau« anfügen. Es ist gut, einen Exmann oder eine Exfrau zu haben. Das gehört heute dazu. Dagegen wäre es seltsam, keine vorweisen zu können. Denn es würde ja bedeuten, dass man seit jeher mit demselben Menschen zusammen ist, und das ist in einer Zeit des ständigen sich Findens und Verliebens, des Trennens und wieder neu Verliebens höchst seltsam.
    Ein oder eine Ex dagegen macht was her. Man muss sie sich leisten können. Eine Trennung ist teuer, der Hausstand muss halbiert und teilweise neu beschafft werden. Womöglich sind auch noch Unterhaltszahlungen fällig. Exen zu haben, das ist eine Statusfrage.
    Daher wird das auch gerne betont. »Mein Exmann« oder »Meine Exfrau« – das lässt sich prima in Gespräche einflechten, und das auch noch passend zu jedem Thema. Egal ob es sich um Gartenpflege, Parteienzugehörigkeit oder Autos handelt: Was die Exen hatten oder nicht, gesagt haben oder nicht und wie man das heute noch findet, lässt sich immer anbringen.
    En vogue sind derzeit übrigens die toleranten Exen, von denen man sich im gegenseitigen Einvernehmen getrennt hat und mit denen man sich nach der Scheidung bestens versteht. Eine typische Bemerkung über tolerante Exen stammt von der Schauspielerin Ursula Karven: »Unsere Freundschaft ist nach wie vor unglaublich stark.« Das ist aber, hört man Barbara Becker, nichts Besonderes. Sie schafft locker, das zu multiplizieren. »Ich bin mit all meinen Exfreunden und Exmännern befreundet«, sagte sie in einem Interview. Leider verriet sie nicht, um wie viele Männer es sich dabei handelt. Das klingt, als könne man das nicht toppen, aber weit gefehlt: Die Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein legt noch eins drauf. »Mein Exmann«, schwärmte sie, »ist meine beste Freundin.«
    Bei so viel Liebe zum Ex könnte man fast Mitleid mit den neuen Partnern bekommen. Liz Hurley zum Beispiel verrät über ihren Expartner Hugh Grant, dass er ihr näherstehe als ihr derzeitiger Verlobter: »Sechs Monate sind nicht zu vergleichen mit 20 Jahren Freundschaft.« Barbara Becker sagt inzwischen übrigens, dass sie keine Zeit mehr für die Liebe hat. Ob die Exen daran schuld sind?
    Nun könnte der Eindruck entstehen, dass sämtliche Prominente prima Kerle sind, die niemandem, nicht einmal ihren Exen etwas nachtragen. Dem ist aber nicht so. Gerät man an die Falschen, ist die Gefahr groß, nach einer Trennung zu den lächerlichen Exen zu gehören, die ebenso viel Spott wie Mitleid ertragen müssen. Vor allem Sängerinnen neigen offenbar dazu, ihre Verflossenen durch den Kakao zu ziehen. Zu den prominentesten Beispielen zählen Taylor Swift, die grundsätzlich jede Beziehung in Songs verarbeitet, und Madonna, die nach der Scheidung von Guy Ritchie trällernd darüber Auskunft gab, dass sie als Ehefrau all ihre Lebensfreude verloren hatte. Auch Katy Perry stimmte einen Klagegesang an, nachdem sie sich von Russell Brand getrennt hatte: »Your love was cheap.« Angeblich hatte sie das Lied schon vorher getextet, geglaubt hat ihr das keiner. Damit nicht der Eindruck entsteht, nur Frauen plage die Rachsucht: auch Thomas Anders gehört dazu. Er hat sich nicht mit einem Song begnügt, sondern seine Ex lieber im Rahmen eines autobiografischen Textes ins schlechte Licht gerückt – bis ihm gerichtlich verboten wurde, sie weiterhin der »Verschwendungssucht« zu bezichtigen.
    Beim Geld hört eben auch für Prominente der Spaß auf, und das können sogar unbeteiligte Beobachter nachvollziehen, sobald bekannt wird, um welche Summen mit teuren Exen gestritten wird. Heather Mills etwa, der Ex von Paul McCartney, wurden bei der Scheidung 45,2 Millionen Dollar zugesprochen. Das ist noch gar nichts gegen die 150 Millionen Dollar, die Neil Diamond seiner Exfrau zahlen musste. Mel Gibson wäre über diese Summe froh gewesen: Ihn kostete die Scheidung 325 Millionen Dollar.
    Es scheint also tatsächlich so zu sein, dass Trennungen, Scheidungen zumal, einen gewissen Vorteil haben: Wer bereits geschieden ist (womöglich auch noch mehrmals), hat

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