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verboten gut

verboten gut

Titel: verboten gut
Autoren: Inka Loreen Minden
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Prolog:

    Jason war überglücklich, dass sich George und er eine Studentenbude teilten. So konnten sie sich nah sein, ohne dass jemand ihr Verhältnis mitbekam. Zum Glück waren die Zeiten vorbei, in der Ärzte Homosexualität als eine Krankheit angesehen hatten, die sie mit Schockbehandlungen auszutreiben versucht oder sogar eine Lobotomie vorgenommen hatten. Später hatte es sogar ein Beschäftigungsverbot für Schwule im öffentlichen Dienst gegeben.
    Jason atmete auf. Es hatte sich einiges verändert in den letzten Jahren, doch teilweise war selbst nach der sexuellen Revolution vieles noch verpönt. Die Schwulenaktivisten erzielten allerdings erste Erfolge und Jason fühlte sich dem Druck der Gesellschaft gewachsen. In George hingegen schlummerte eine tief sitzende Angst, alles zu verlieren. Er betonte dies Jason gegenüber ständig. Sie beide hatten einen Traum, den George um nichts auf der Welt gefährden wollte. Solange es bedeutete, dass sie beide zusammenblieben, würde Jason weiterhin ein Leben im Untergrund führen; George und ihrer Beziehung zuliebe. Wenn man es überhaupt eine »Beziehung« nennen konnte, wenn man sie ständig geheim halten musste. Jason wusste einfach nicht, woran er bei George war.
    George Bowen, der junge Mann mit dem strohblonden Haar und dem Körper eines A thleten, lag nur mit einer knappen Hose bekleidet auf dem Bett und zählte gedankenverloren Geldscheine. George hatte ihm immer noch nicht erklärt, wie er neben dem Medizinstudium Zeit für einen Job fand, geschweige denn, was er arbeitete. Natürlich gab es Jobs, die bar bezahlt wurden – es war jedoch seltsam.
    Es beeindruckte Jason zwar, wie sehr sich George für ihr Zukunftsprojekt ins Zeug legte, aber es gefiel ihm nicht, dass George dadurch sein Studium vernachlässigen könnte.
    Seufzend fuhr Jason sich durch sein schwarzes Haar und setzte sich neben George aufs Bett. Sein Partner war eine sehr undurchsichtige Person und doch begehrte Jason ihn wie niemand ande ren. » Möchtest du mir nicht mal verraten, wo du das Geld her hast?«, fragte er vorsichtig, wobei er seine Hand auf Georges Oberschenkel legte.
    Sein Freund blieb still und zählte weiterhin die Scheine. Das Thema hatte schon zu diversen Streits geführt. Überhaupt war George ein sehr impulsiver Mensch, weshalb Jason befürchtete, er habe sich zu etwas Törichtem hinreißen lassen.
    »Bitte, George. Du …« Jason schluckte und sprach seine schlimmste Vermutung aus: »Du … prostituierst dich doch nicht?«
    »Was?« George legte das Geld in die Nachttischschublade und drehte sich auf den Rücken.
    »Na ja, ich … hab dich heute gesehen. Am Bahnhof.« Jason musste endlich wissen, was gespielt wurde, oder er würde noch durchdrehen. »Da bist du mit einem anderen Kerl verschwunden.«
    Georges Brauen zogen sich zusammen. »Spionierst du mir etwa nach?«
    »Nein, ich …« Natürlich war er ihm gefolgt. Wenn Jason sich nur vorstellte, dass ein anderer Mann George jetzt so sehen könnte: halbnackt und verführerisch wie ein junger Gott, bekam er Magenschmerzen. »Ich mache mir nur Sorgen um dich.«
    Ein Lächeln umspielte Georges Lippen. »Ich hab alles im Griff, McFee, du brauchst dir keine Sorgen machen.« Er lachte auf und es klang so ehrlich, dass sich Jason tatsächlich entspannte. Wie sehr er Georges verwegenes Grinsen liebte!
    »Ich lass doch keinen anderen an meinen Luxuskörper.« George setzte sich auf und ergriff Jasons Hand. Tief schaute er ihm dabei in die Augen. »Vertrau mir einfach«, flüsterte er. »Ich tu das nur für uns.«
    Für uns … Ein Kribbeln breitete sich in Jasons Magen aus. Er setzte sich auf Georges Schoß, drückte seinen Oberkörper zurück und presste die Arme seines Freundes in die Matratze. »Wenn dann Mr McFee, ist das klar?« Jason war zwar ein wenig kleiner, aber muskulöser als George, weshalb er zu Beginn ihrer »Beziehun g« den dominanten Part eingenommen hatte. Mittlerweile tauschten sie die Rollen ständig. Es machte großen Spaß, auch mal unten zu liegen, sich einfach nur hinzugeben. Geschlafen hatten sie allerdings noch nie miteinander, nicht so richtig. Jason wünschte es sich so sehr, aber George hatte bisher ständig einen Rückzieher gemacht. Jason wollte ihn nicht weiter drängen. Alles brauchte seine Zeit.
    Dieses Spiel schien George jedoch zu gefallen. Sein Blick rückte in die Ferne, seine himmelblauen Augen verdrehten sich lustvoll. »Ja, Sir.«
    Jason spürte, wie sich Georges beginnende Erektion an sein

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