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und die verschwundene Seglerin

und die verschwundene Seglerin

Titel: und die verschwundene Seglerin
Autoren: Brigitte Johanna Henkel-Waidhofer
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Justus wütend. »Aber ihr habt leider nicht genug Fantasie, um selbst darauf zu kommen.« Er schwieg.
    Â»Du meinst, wenn du Onkel Titus bei der Reparatur des Daches um Hilfe bittest …«
    Â»â€¦ dann würde ich ihn nur in seinem Vorurteil über Kopfmenschen bestätigen. Herzlichen Glückwunsch, du hast es erraten.« Justus ließ sich auf die Liege plumpsen, von der Peter prophezeit hatte, eines Nachts würde er darauf von dem zusammenbrechenden Campingwagen erschlagen.
    Eine Zeit lang sagte keiner der beiden etwas. Schließlich meinte Bob, das hätte Justus schon früher mal sagen können. Er und Peter seien schließlich keine Hellseher. Als Justus nicht reagierte, sagte er: »Und was ist das für ein Fall?«
    Â»Ganz einfach«, erwiderte der Erste Detektiv. »Onkel Titus sitzt in der Patsche und wir müssen ihm da heraushelfen.«
    Beinahe wäre Bob die Frage herausgerutscht, ob Justus nicht im Gegenzug dafür um Unterstützung bei der Reparatur des Campingwagens bitten könnte. Aber gerade noch rechtzeitig gelang es ihm, sie wieder hinunterzuschlucken. »Aha«, sagte er nur. Er warf Justus einen prüfenden Blick zu, schlug die Beine übereinander und verschränkte die Hände hinter dem Kopf. »Na schön. Ich höre.«
    Als Justus mit seinem Bericht fertig war, war auch Bob der Überzeugung, dass Titus Jonas mit dieser unangenehmen Geschichte nicht alleingelassen werden konnte. Aber einen letzten Versuch wagte er doch. Vorsichtshalber verpackte er ihn in ein dickes Kompliment. »Wie ich dich kenne, würdest du spielend allein mit diesem Fall fertig werden.«
    Â»Weiß ich nicht«, wehrte Justus in ungewohnter Bescheidenheit ab. »Aber erstens habe ich Onkel Titus schon unsere Visitenkarte überreicht und da stehen bekanntlich drei Namen drauf und nicht nur meiner. Zweitens würde er ganz schön sauer sein, wenn er mitkriegt, dass ihr beiden euch ausgerechnet dann heraushaltet, wenn es um ihn geht. Und drittens habe ich schon eine Idee. Als Irma Bannister ertrank, ist bestimmt in der Los Angeles Post darüber berichtet worden. Du könntest deinen Vater in der Redaktion anrufen und ihn dazu bringen, uns den Artikel hierher zu faxen. Als Einstieg in unsere Ermittlungen.«
    Bob blies die Backen auf und ließ die Luft mit einem »Plopp« entweichen. Dann verdrehte er die Augen. Es hatte ja doch keinen Zweck. Wenn Justus sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, fand er immer Mittel und Wege, sein Ziel zu erreichen. Also zog er das Telefon heran und begann zu wählen. »Weißt du den Tag, an dem sie ertrunken ist?«
    Â»Natürlich«, erwiderte Justus, der sich vorher bei Onkel Titus erkundigt hatte. »Am 6. Juni.«
    Â»Tag, Dad«, sagte Bob und stellte den Lautsprecher des Telefons so ein, dass Justus mithören konnte. »Ich habe eine Bitte.«
    Â»Trifft sich prima«, kam die vergnügte Stimme von Mr Andrews senior aus dem Lautsprecher. »Ich habe auch eine. Unser Garten, du weißt schon, das ist dieses Stück Erdball hinter unserem Haus, das aussieht …«
    Â»Ich weiß, Dad«, unterbrach ihn Bob mit einem Seitenblick auf Justus. Wenigstens bekam der Erste Detektiv auf diese Weise mit, dass er nicht geschwindelt hatte. »Er sieht aus wie der Urwald am Amazonas.«
    Â»Du sagst es, mein Sohn. Aber siehe, es naht Rettung. Vor meinem geistigen Auge sehe ich eine feierliche Zeremonie, bei der deine Mutter und ich dir nach wochenlangem Großeinsatz einen Orden als König der Unkraut-Killer um den Hals hängen und …«
    Â»Ich freu mich schon riesig drauf«, behauptete Bob grinsend. »Aber bevor ich so richtig loslegen kann, brauche ich unbedingt eine Information von dir. Und zwar müsste einer deiner Kollegen in der Ausgabe vom 7. Juni über eine gewisse Irma Bannister geschrieben haben. Sie ist im Pazifik ertrunken …«
    Â»In einer Bucht südlich von Ventura!«, rief der Erste Detektiv aus dem Hintergrund. »Hallo, Mr Andrews, hier spricht Justus Jonas. Vielleicht hat Ihre Zeitung die Meldung auch erst am 8. Juni gebracht.«
    Â»Tag, Justus«, erwiderte Mr Andrews. »Ich sehe nach und rufe euch wieder an, wenn ich etwas gefunden habe. Und gib mir eure Fax-Nummer. Ich weiß schon, wer dafür infrage kommt. Der Spezialist für diese Gegend ist mein Kollege Don Jordan. Eine Kreuzung aus Schlitzohr und Windhund, wenn ihr

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