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TTB 115: Diplomat der Galaxis

TTB 115: Diplomat der Galaxis

Titel: TTB 115: Diplomat der Galaxis
Autoren: Keith Laumer
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    »... in dieser politisch turbulenten Ära der Galaxis während der Folgezeit des Konkordiats entstand das CDT, eine supranationale Organisation, die auf der alten diplomatischen Tradition aufbaute und all ihre Kräfte zur Verhinderung drohender Kriege einsetzte. Als Mittler zwischen terranisch besiedelten Welten und Verfechter terranischer Interessen gegenüber fremden Kulturen waren die Diplomaten des Corps oft genug gezwungen, die ganze Stufenleiter diplomatischer Überredungskunst gegen die verwirrenden sozialpolitischen und wirtschaftlichen Eigenheiten der jeweiligen galaktischen Staaten in die Waagschale zu werfen. Immer bedacht, den Frieden zu vertiefen, hat das Corps selbst unter der Drohung seiner Vernichtung Hervorragendes geleistet.
    Auch als überwältigende Streitkräfte Roolit I zu unterjochen drohten, hat Botschafter Nitworth kühn der Hausforderung getrotzt und in aller Ruhe seinen Schachzug geplant ...«
    Auszug aus der Geschichte des Corps Diplomatique, Terrestrienne, Bd. I, Spule 2, Solarpresse New York, 479 AE
    (2940 AD)
     
Das Ultimatum
     
    Botschafter Nitworth funkelte über den spiegelblanken Schreibtisch hinweg seinen versammelten Stab an.
    »Meine Herren, weiß einer von Ihnen Näheres über eine Rasse namens Qornt?«
    Ein Augenblick tiefer Stille. Nitworth nickte verdrossen.
    »Es war eine kriegerische Rasse, die zu Konkordiatszeiten in diesem Sektor lebte – vor etwa zweihundert Jahren. Sie verschwanden so plötzlich wie sie erschienen waren. Es gibt keine Angaben darüber, wohin sie gingen.« Er machte eine wirkungsvolle Pause.
    »Jetzt sind sie wieder aufgetaucht – auf dem inneren Planeten dieses Systems.«
    »Aber, Sir«, wandte Magnan, Erster Untersekretär, ein, »das ist doch Terranerterritorium ...«
    »In der Tat, Mr. Magnan ...« Nitworth lächelte eisig. »Es scheint, daß die Qornt Ihre Ansicht nicht teilen.« Er zog eine feierlich aussehende Pergamenturkunde aus einem Umschlag, räusperte sich und las laut vor:
    »SEINE ÜBERRAGENDE EXZELLENZ QORN, HERRSCHER VON QORNT, WALTER DER GALAKTISCHEN GESCHICKE, GRÜSST DIE TERRANER UND GIBT SICH DIE EHRE DARAUF HINZUWEISEN, DASS ER AM DREISSIGSTEN TAG DAS VON TERRANISCHEN SIEDLERN BESETZTE QORNT-TERRITORIUM WIEDERUM IN SEINEN BESITZ ZU NEHMEN GEDENKT. IST BIS DAHIN UNSER LAND NICHT GERÄUMT, WERDEN WIR MIT FEUER UND SCHWERT KOMMEN. DIE QORNT FORDERN DIE TERRANER AUF, SICH ZUM KAMPF GEGEN IHRE TAPFEREN KRIEGER ZU GÜRTEN.«
    »Offen gesagt, ich halte den Stil für ein wenig herausfordernd«, meinte Magnan.
    Nitworth stach mit spitzem Finger auf das Pergament ein.
    »Meine Herren, das hier ist nicht mehr und nicht weniger als ein Ultimatum.«
    »Wir werden schnell dafür sorgen, daß die Kerle ihre Großspurigkeit verlieren«, begann der Militär-Attaché.
    »Dieses – nun – etwas abwehrend gehaltene Schreiben birgt mehr in sich, als man anfangs annehmen möchte«, unterbrach ihn der Botschafter. Er wartete, bis sich aller Augen erwartungsvoll auf ihn gerichtet hatten.
    »Bedenken Sie, meine Herren, daß diese Eindringlinge auf terranisch kontrolliertem Boden erschienen sind – und daß auf den Instrumenten des Navigations-Warndienstes nicht einmal ein Flimmern erschien.«
    Der Militär-Attaché blinzelte. »Das ist absurd«, sagte er einfach. Nitworth schlug mit der flachen Hand auf den Tisch.
    »Wir sehen uns einer gefährlichen Situation gegenüber, meine Herren. Ich habe mir jede Möglichkeit durch den Kopf gehen lassen – von Tarnmänteln bis zu Zeitreisen. Es bleibt eine Tatsache – die Flotte der Qornt ist nicht aufzuspüren.«
    Der Militär-Attaché nagte an seiner Unterlippe. »In diesem Fall können wir uns mit den Fremden erst anlegen, wenn wir selbst einen Antrieb erfunden haben, der unsere Schiffe unsichtbar macht. Ich beantrage ein Sonderprogramm. In der Zwischenzeit ...«
    »Meine Leute sollen sich sofort daran machen, die Sache herauszufinden«, erklärte der Chef der Geheimdienstabteilung. »Ich werde ein paar Freiwillige mit Plastikschnäbeln ausstatten ...«
    »Keine Spionage, meine Herren. Unsere Denkzentralen werden die Politik, die hier anzuwenden ist, bestimmen. Vermutlich wird es unsere Aufgabe sein, den Planeten zu halten. Ich brauche Vorschläge für einen klaren Kurs gegenüber dieser Drohung.«
    Der politische Sonderberater faltete die Hände und sah auf seine Fingerspitzen. »Wie wäre es mit einer scharfen Note, in der wir um eine Woche Aufschub bitten?«
    »Nein! Wir geben uns keine Blöße«,

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