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Trixie Belden 21 - und das Geheimnis der fluesternden Stimmen

Trixie Belden 21 - und das Geheimnis der fluesternden Stimmen

Titel: Trixie Belden 21 - und das Geheimnis der fluesternden Stimmen
Autoren: Julie Campbell
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ihre Hände hinunter. „Ich — ich habe heute abend keine Lust“, sagte sie schließlich. „Ich erzähle es euch morgen. Es gibt sowieso nicht mehr viel zu erzählen.“ Langsam glitt sie unter ihre Decke.
    „Heiliger Strohsack!“ rief Brigitte, ohne zu merken, daß sie Trixies Lieblingsausdruck übernommen hatte. „Seit wann läßt du eine Chance verstreichen, einem gespannten Publikum eine Geschichte zu erzählen — in diesem Falle also uns?“ Grinsend deutete sie auf Anna und sich.
    „Ich weiß gar nicht, wie ich anfangen soll“, erwiderte Trixie unsicher.
    „Es war einmal eine junge Frau mit Namen Sarah Sligo “, half Brigitte ihr auf die Sprünge. „Sie lebte vor vielen, vielen Jahren hier in diesem Haus. Einige Leute fanden sie unheimlich, weil sie einen hohen, schwarzen Hut und einen weiten, schwarzen Umhang trug, der fast bis zum Boden reichte.“ Anna machte ein verblüfftes Gesicht. „Haben die Leute sie nur wegen ihrer Kleidung für eine Hexe gehalten?“
    Trixie schüttelte den Kopf. „Nicht nur wegen ihrer Kleider, wegen vieler anderer Dinge. Sie wanderte nämlich viel durchs Moor und sammelte Blumen, Kräuter und ähnliches Zeug. Mein Vater glaubt, daß sie daraus wahrscheinlich Heilmedizin herstellte. Nach seiner Meinung versuchte sie, kranke Menschen und kranke Tiere wieder gesund zu machen.“
    „Warum mochten die Leute sie dann nicht?“ fragte Anna.
    „Dann kam ein Jahr“, antwortete Trixie langsam, „wo die Bewohner von Lindenberg ein Schicksalsschlag nach dem anderen traf. Das Getreide wollte nicht wachsen, das Vieh verendete, und schließlich wurden auch noch einige Kinder krank und starben.“
    „Und die Schuld daran gaben sie Sarah Sligo ?“ vermutete Anna.
    Trixie nickte. „Ja, Sarah wurde dafür verantwortlich gemacht. Sie muß eine halsstarrige Frau gewesen sein, denn sie wollte nicht auf die besonnenen Leute von Lindenberg hören, die sie zu warnen versuchten, daß sich etwas gegen sie zusammenbraute.“
    Trixie schwieg. Erst nach einer Weile fuhr sie mit leiser Stimme fort: „Eines Tages im November machte sich eine Gruppe erboster Leute auf den Weg hierher, zu ihrem Haus.“
    Wieder brach Trixie ab. Vor ihrem geistigen Auge sah sie die langen, flackernden Fackeln, die die wutverzerrten Gesichter der Leute beleuchteten, und hörte das Geschrei der Horde, als sie vor dem Haus der Sarah Sligo ankam.
    „Sie brachen die Haustür auf“, erzählte Trixie weiter, „und fanden Sarah in einem der Zimmer — ich glaube, in dem Zimmer, das du uns gezeigt hast, Anna.“ Sie zögerte.
    „Erzähl weiter, Trixie“, flüsterte Brigitte, „auch wenn das, was jetzt kommt, schrecklich ist.“
    „Sarah Sligo versuchte, vernünftig mit ihnen zu reden“, sagte Trixie und bemühte sich, ihrer Stimme einen sachlichen Klang zu geben, „aber die Leute waren blind vor Wut. Sie beschuldigten sie aller möglichen Dinge, und zum Schluß sperrten sie sie in dem kleinen Zimmer ein und verbarrikadierten das Fenster, damit sie nicht hinaus konnte. Dann steckten sie das Haus in Brand.“
    In dem kleinen Zimmer herrschte absolute Stille.
    „Und so starb Sarah Sligo “, sagte Anna schließlich.
    »Ja.“
    „Und der Geist?“ wisperte Anna. „Was ist mit dem Geist?“ Trixie rutschte unruhig hin und her. „Darüber würde ich mir keine Gedanken machen, Anna“, entgegnete sie schnell. „Das ist bestimmt nur eine von den albernen Geschichten, die sich die Leute erzählen, wenn sie nichts Besseres zu tun haben.“
    Brigitte umschlang ihre Knie mit den Händen und warf Anna einen raschen Blick zu. „Du hast hier doch noch nie einen Geist gesehen, oder?“ fragte sie.
    Anna schien ihre Frage nicht gehört zu haben. Offenbar hing sie ihren eigenen Gedanken nach. Plötzlich hob sie den Kopf und faßte Trixie fest ins Auge. „Und jetzt erzählst du mir von dem Fluch“, sagte sie leise, aber bestimmt.
    Trixie hatte mit dieser Frage gerechnet und bereits beschlossen, nicht darauf zu antworten. „Ich weiß nichts von einem Fluch“, log sie, ohne mit der Wimper zu zucken.
    Brigitte riß die Augen weit auf. „Aber Trixie! Natürlich weißt du davon! Du hast mir ja selbst erzählt, daß Sarah Sligo vor ihrem Tod Rache schwur. Sie verfluchte dieses Haus und alle Menschen, die jemals darin wohnen würden.“ Entsetzt schlug sie die Hand vor den Mund.
    „Schon gut, Brigitte“, sagte Anna nur. „Ich brauchte nur eine Bestätigung für das, was ich schon wußte.“
    „Was weißt du?“ fragte

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