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Total verschossen

Total verschossen

Titel: Total verschossen
Autoren: Janet Evanovich
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hatte dementsprechend darunter gelitten. Jamie hatte ihn angefleht, er möge ihr erlauben, das Studium abzubrechen, damit sie ihm ein paar Arbeiten abnehmen könnte, doch er hatte sich strikt geweigert. Seine Angestellten, allesamt genauso ergebene Mitarbeiter wie Vera, hatten es immer irgendwie geschafft, die Zeitung rechtzeitig herauszubringen.
    Jamie fragte sich, woher Destiny all die Informationen gehabt hatte, aber sie war sicher, dass es eine logische Erklärung dafür gab. Es gab genügend Klatschmäuler in der Stadt, die ihr nur zu gerne Auskunft gegeben hätten.
    Bis auf eins, fiel ihr ein. Das mit der Seife in der Kommode. Das ließ sich nicht erklären.
    Jamie und Vera verließen gegen fünf Uhr die Redaktion. Jamie, die nicht allzu wild darauf war, in ein leeres Haus zurückzukehren, blieb noch bei Vera neben deren Auto stehen. Erst jetzt wurde ihr klar, wie wichtig Flohsacks Gesellschaft mittlerweile für sie geworden war.
    »Und – hast du noch was vor?«, fragte sie Vera, die sich‘ auf dem Fahrersitz ihres alten Buicks niederließ.
    »Mittwochabends ist meistens Gottesdienst, aber weil diese Woche Bibel-Ferienschule ist, fällt er aus. Vielleicht backe ich noch einen Kuchen für meine kranke Nachbarin. Und du?«
    »Och, ich habe tausenderlei zu tun«, log Jamie. »Kennst mich ja, immer beschäftigt.« Jamie überlegte, was sie mit ihrem Abend anfangen sollte.
    Vera schlug die Tür zu und kurbelte die Fensterscheibe herunter. »In dieser Karre ist es heißer als in der Hölle. Das nächste Auto, das ich mir kaufe, muss eine anständige Klimaanlage haben.
    Jamie stand immer noch unschlüssig neben dem Wagen. »Also dann, einen schönen Abend noch.«
    Vera nickte, steckte den Schlüssel ins Zündschloss und drehte ihn um. Nichts. »Was ist denn da los? Heute Morgen hat er doch noch prima funktioniert.« Sie versuchte es erneut. Der Wagen reagierte nicht.
    »Oh-oh«, sagte Jamie. »Scheint, als wäre was kaputt. Wahrscheinlich der Anlasser.« Dann riss sie die Augen auf. Die beiden Frauen starrten sich an. »Oh-oh.«
    »Jetzt mach dich nicht lächerlich«, sagte Vera, als hätte sie ihre Gedanken gelesen. »Das ist bloß ein dummer Zufall.«
    Eine Stunde später führte Jamie Vera in ihre Garage, in der ein rotes Mustang Cabrio, Jahrgang 1964, stand. Der Mustang glich, abgesehen von der Farbe, aufs Haar ihrem eigenen, den sie von ihrem Vater zum Uni-Abschluss geschenkt bekommen hatte, nur war ihrer weiß. Obwohl sein Erhalt Jamie Unsummen kostete, hätte sie sich nie von dem Fahrzeug getrennt und fuhr es auch heute noch voller Stolz. In dieser Garage hatte Jamie früher ihrem Vater beim Herrichten von Oldtimern geholfen, eins seiner Hobbys. Und jedes Mal, wenn er ein Fahrzeug verkaufte, hatte er das Geld in ihren Collegefonds gesteckt.
    Vera strich ehrfürchtig mit der Hand über das Wagendach. »Sieht aus wie neu. Bist du sicher, dass es Max nichts ausmacht, wenn ich ihn mir vorübergehend borge? Ich meine, er hat ihn schließlich für dich gekauft. Er hat ihn dir geschenkt.«
    Jamie zuckte mit den Schultern. »Aber nur, weil es seine Schuld war, dass meiner von Kugeln durchsiebt wurde.« Zu Jamies großer Erleichterung hatte sich der Schaden wieder reparieren lassen.
    Vera schüttelte bekümmert den Kopf. »Weißt du eigentlich, wie das klingt? Wie viele Leute müssen ihr Auto eigentlich in die Werkstatt schicken, weil es von Kugeln durchlöchert wurde? Genau das ist auch der Grund, warum ich Max Holt für den falschen Mann für dich halte. Ich bin ihm dankbar für das, was er für diese Stadt getan hat, aber der Mann ist nicht normal. Dem folgt die Gefahr buchstäblich auf dem Fuß.« Jamie beschloss wohlweislich, sich nicht auf eine Debatte über Max einzulassen. Obwohl Max‘ Charme auch auf Vera nicht ohne Wirkung geblieben war, kannte sie, wenn es um Jamie ging, keine Gnade. Für ihren Schützling war ihr kein Mann gut genug. Nicht mal einer, der zum Umfallen gut aussah und außerdem stinkreich war. Nein, Max war zweifellos ein viel zu verlockendes Ziel für Gangster, Mafiosi und sonstige Schurken.
    Was Jamie Vera außerdem verschwieg, war die Tatsache, dass die größte Gefahr, die Max darstellte, nicht physischer, sondern romantischer Natur war; mit anderen Worten: Sie war drauf und dran, ihr Herz an ihn zu verlieren. Drei Wochen waren vergangen, seit sie ihn zum letzten Mal gesehen hatte, und diese drei Wochen kamen ihr bereits endlos vor. Sie wusste natürlich, dass er ein viel beschäftigter

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