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Total verschossen

Total verschossen

Titel: Total verschossen
Autoren: Janet Evanovich
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schön, Sie kennen zu lernen, Vera«, sagte Destiny und tupfte an ihrer Nase herum. Auf dem Weg zum Ausgang musste sie mehrmals niesen. »Ach, übrigens, tut mir Leid, dass Sie Ärger mit Ihrem Auto haben.«
    Vera schob erbost das Kinn vor. »Wie bitte? Mit meinem Auto ist alles in Ordnung.« Destiny zuckte die Achseln. »Wie Sie meinen.« Damit war sie verschwunden.
    »Was sollte das jetzt wieder?«, wollte Vera wissen, als Jamie aus ihrem Büro kam. »Bin ich jetzt gefeuert, oder was?«
    »Mach dich nicht lächerlich, du wirst noch hier sein, wenn ich längst nicht mehr bin. Ich habe überlegt, ob wir nicht eine Ratgeberseite einführen sollten, jetzt, wo sich das mit den Kontaktanzeigen so gut angelassen hat.«
    »Und warum erfahre ich das erst jetzt?«
    »Weil ich mir noch gar nicht sicher war.«
    Vera runzelte die Stirn. »Ja, aber woher wusste -«
    Jamie wurde ungeduldig. »Destiny Moultrie hat übersinnliche Fähigkeiten. Behauptet sie zumindest.«
    Vera schürzte die Lippen. »Ach, du meine Güte, du glaubst doch hoffentlich nicht an diesen Hokuspokus, oder?«
    »Sie war ziemlich überzeugend, aber nein, ich halte das alles für Unsinn.« Wobei ihr doch, wenn sie ehrlich war, bei einigen Dingen, die Destiny zu ihr gesagt hatte, nicht ganz wohl war.
    »Alles Unsinn, lass dir das gesagt sein«, meinte Vera. »Und diese Frau sollte mal einen Allergietest machen lassen. Eines Tages niest sie so kräftig, dass ihr die Titten aus der Bluse hüpfen, und irgendjemand wird von einem herumfliegenden Knopf erschlagen.«
    Jamie wartete bis nach dem Lunch, bevor sie in der Tierklinik anrief, um sich nach Flohsack zu erkundigen. Die Assistenzärztin versicherte ihr, dass die Operation problemlos verlaufen war. »Sie können ihn morgen abholen«, meinte sie. »Wir werden Ihnen genau erklären, worauf Sie in der Rekonvaleszenzphase achten müssen. Sie müssen zum Beispiel aufpassen, dass die Fäden nicht reißen. Er darf sich also etwa zehn Tage lang nicht sehr viel bewegen.«
    »Das dürfte kein Problem sein«, meinte Jamie, »denn er macht auch sonst nichts außer Schlafen und Fressen.«
    Wenig später legte Jamie auf. Fäden? Rekonvaleszenz? .
    Sie konnte Flohsack förmlich vor sich sehen, wie er auf dem Sofa lümmelte und sich die Eiscreme direkt per Infusion in die Adern geben ließ. Wieder einmal musste sie sich vorwerfen, nicht gerade das perfekte Frauchen zu sein. Aber was sollte sie machen? Der blöde Hund weigerte sich, das gesunde, nahrhafte Hundefutter zu fressen, das sie für ihn gekauft hatte. Er wollte nur Cheeseburger, Fritten, Butter-Pecan-Eis und Crispy-Creme-Donuts. Und Jamie, die sich praktisch von Fast Food ernährte, war selbst nicht besser.
    Nun ja, sagte sie sich, immerhin hätten sie damit die vier wichtigsten Nahrungsgruppen abgedeckt.
    Der Rest des Tages verging für Jamie wie im Flug. Sie überprüfte das Layout und gab die Zeitung dann zum Druck frei. Sie hatte schon mit etwa sechs Jahren bei ihrem Vater zu arbeiten angefangen, seit sie in die erste Klasse gekommen war; kleine Arbeiten nur, wie Papierkörbe ausleeren und Bleistifte spitzen. Sie hatte dafür drei Dollar die Woche bekommen. Wenn sie jetzt daran zurückdachte, war ihr klar, dass ihr Vater sie lieber ins Büro mitgenommen hatte, als sie einem Babysitter zu überlassen. Und mit zunehmendem Alter waren auch ihre Aufgaben gewachsen. Als sie schließlich aufs College ging, hatte sie praktisch in jeder Abteilung gearbeitet. Sie hatte nicht viel dafür bekommen, doch hatte ihr die Arbeit so viel Spaß gemacht, dass sie sie auch ganz umsonst gemacht hätte. Ein Extraverdienst war das Verkaufen von Abonnements gewesen, für das sie, wie ihr Vater meinte, ein besonderes Händchen hatte, mit ihren großen blauen Augen, dem Blondhaar und dem gewinnenden Lächeln.
    »Du bist wie dein Großvater«, hatte ihr Vater nicht lange vor seinem Tod zu ihr gesagt.
    »In deinen Adern fließt Tinte. Du liebst diese Zeitung genauso wie er. Der Zeitung wird es unter deiner Führung gut gehen.«
    Ein zärtliches Lächeln umspielte Jamies Lippen, wenn sie an die gute alte Zeit dachte, als sie an der Seite ihres Vaters geschuftet hatte, um die Zeitung rechtzeitig rauszubringen. Und beim Gedanken an ihren Vater fiel ihr Destiny Moultrie wieder ein. Die Frau war vielleicht seltsam, aber wenn sie daran dachte, was sie alles über ihr, Jamies, Leben gewusst hatte, bekam sie gleich wieder eine Gänsehaut. Jamies Vater war nie ein Zeitungsmann gewesen, und das Blatt

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